Sharing Economy und P2P

Drei interaktive Eventformate, die jeder kennen sollte

Ein grundlegender Aspekt neuer Eventformate ist die sogenannte “Sharing Economy”. In gleichberechtigter Peer-2-Peer-Manier werden dort neue Ideen entwickelt und aktuelle Themen diskutiert. Obgleich es sich bei der Sharing Economy noch um eine relativ junge Eventform handelt, hat sie doch ein großes Potenzial, unsere gewohnte Art zu kommunizieren, zu produzieren und zu konsumieren dauerhaft zu verändern. Wir stellen drei Formate vor, die jeder kennen sollte.

Menschenmenge
Neue Eventformate haben die früher gebräuchliche top-down Kommunikation abgelöst. (Bild: Freeimages)

“Sharing” Events: Eine neue Generation von Veranstaltungen 
Während Veranstaltungen früher einer Top-Down Kommunikation folgten, sind heutige Events darauf ausgelegt, dass alle Beteiligten – Besucher, Kunden, Sponsoren und Veranstalter – Informationen in einem eher informellen Umfeld und einem peer-2-peer-Konzept miteinander teilen.

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Die Eventindustrie hat sich verändert und ein Beweis dafür sind die neuen Eventformate. Von Goldfischgläsern (Fishbowls) über Open Space Technologies bis zu Unconferences: Diese Formate sind nur eine kleine Ansammlung neuer Eventkonzepte, die die Besucher wieder zurück in eine Zeit führen, in der sich Menschen trafen, um zu tanzen und sich miteinander auszutauschen. Das verbindende Ziel klingt heutzutage recht ähnlich: Die Menschen sollen auf Events Erfahrungen miteinander teilen, voneinander lernen und gemeinsame Erlebnisse gestalten.

Fishbowl 
Das Meetingformat “Fishbowl” ähnelt einem Round Table Talk: Eine kleine Gruppe diskutiert vor einem größeren Publikum ein aktuelles und wichtiges Thema. Da beide Gruppen in einer kreisförmigen Sitzordnung platziert sind – innen der kleinere Kreis, außen das größere Publikum – erklärt sich der Name des Formats.

Goldfisch im Glas
Der Name des Eventformats “Fishbowl” orientiert sich an der Sitzordnung innerhalb des Konzeptes, die kreisförmig ist. (Bild: Matt Williams / Freeimages )

In einem klassischen Fishbowl kann jede Person der kleineren Gruppe beitreten und sich aktiv an der Diskussion beteiligen. Der Fishbowl ist ein besonders effektives Format, um zu debattieren und möglichst viele Meinungen zu hören. Besonders interessant ist dieses Meetingformat, wenn die kleinere Gruppe aus Führungskräften privater und öffentlicher Unternehmen besteht, und die größere Gruppe aus mehreren Schichten kommt. Zudem eignet sich der Fishbowl hervorragend, um Transparenz in der Entscheidungsfindung zu suggerieren, Vertrauen aufzubauen und komplexe Themen auf ein verständliches Maß runterzubrechen.

In der offenen Variante des Fishbowls werden einige Stühle im inneren Kreis frei gehalten, so dass sich Besucher des größeren Kreises bei Bedarf jederzeit zu der kleineren Gruppe setzen sund sich an der Diskussion beteiligen können.

Im geschlossenen Fishbowl bleiben alle Plätze des inneren Kreises belegt, bis die Sitzung beendet ist. Wenn die Zeit vorbei ist, löst sich der innere Kreis auf und Besucher des äußeren Kreises nehmen im kleineren Kreis Platz und starten eine Diskussion.

Für welche Veranstaltungen eignet sich das Format? 

  • als Alternative für traditionelle Debatten und Diskussionen
  • um die Beteiligung des Publikums zu erhöhen
  • um viele verschiedene Perspektiven kennen zu lernen
  • als Alternative zu gewohnten top-down Vorträgen

 

Open Space Technology
Open Space (auch bekannt als Open Space Technology oder OST) ist ein Format, das sich besonders für Veranstaltungen eignet, in denen eine Einigung zu einem komplexen Thema erzielt werden soll. Das Veranstaltungsformat eignet sich sowohl für kleine, als auch für größere Gruppen und lässt sich am besten als ein- oder zweitägige  in ein oder zwei aufeinander folgenden Tagen organisieren.

Mikrofon
Jeder einzelne Teilnehmer hat beim Open Space Format die Möglichkeit, das Eventkonzept aktiv mit zu gestalten. (Bild: Cricava Technologies / Freeimages )

Die primäre Aufgabe des Moderators beim OST Event ist es, den Teilnehmern den Grund des Meetings sowie das Format zu erläutern. Danach liegt es bei den Teilnehmern, die Agenda und die Geschwindigkeit der Veranstaltung zu gestalten.

Obwohl dieses Eventformat auf den ersten Blick konfus erscheinen mag, ist es eigentlich ein hilfreiches Format, das der Zielgruppe und dem Charakter der Teilnehmer entgegenkommt. Unglücklicherweise kann man nie wissen, wie sich ein Open Source Event entwickeln wird, da die Beteiligung der Besucher sehr unterschiedlich ist. Um ein Open Source Format zu planen, wird eine ausreichend große Location benötigt, genügend Stühle und Sitzmöglichkeiten sollten gegeben sein, ebenso wie Stifte und Papier für die Teilnehmer.

Für welche Veranstaltungen eignet sich das Format? 

  • wenn ein Beschluss zu einem wichtigen Thema gefasst werden soll
  • zur strategischen Planung
  • um Wissen, neue Erkenntnisse und Erfahrungen auszutauschen
  • im Rahmen von Gruppendiskussionen
  • um zwischen unterschiedlich großen Gruppen zu vermitteln
  • im Rahmen von Teambuilding, um die Gruppe durch Diskussionen und Networking zu stärken

 

Unconference 
Das Ziel von “Unconference” ist, die Weitergabe von Wissen und das Teilen von Erfahrung zwischen Personen einfacher zu gestalten. Bevor das Meeting beginnt, kommen alle Teilnehmer zusammen und besprechen das Konzept der Veranstaltung in einem Open Space. Es gibt keine Regeln für Unconferences, da diese erst durch die Teilnehmer selbst festgelegt werden.

Menschenmenge auf der Youth Conference
Die aktive Teilnahme der Besucher ist beim Unconference Format die Konzeptbasis. (Bild: Bas van den Eijkhof / Freeimages )

Das spannende Feature dieser Veranstaltung ist die aktive Teilnahme der Teilnehmer, die durch diese Beteiligung stärker in die Veranstaltung einbezogen werden. Es gibt keine Abstimmungen und keine Möglichkeit, bestimmte Optionen oder Ideen auszulassen oder zu umgehen, da alle Vorschläge willkommen sind. Verschiedene Themen und Sessions werden gestartet, während sich die Teilnehmer je nach Interesse frei zwischen einzelnen Sessions bewegen können.

Wofür eignet sich das Format? 

  • Events, bei denen eine formelle Atmosphäre in eine informelle verwandelt werden soll
  • Veranstaltungen, bei denen eine Beeinflussung der Ergebnisse durch traditionelle und eingespielte Normen beeinflusst werden
  • Events, bei denen neue und unverbrauchte Ideen entstehen sollen

 

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Konkrete Beispiele der oben genannten Event-Formate mit entsprechenden Terminen stelle ich in folgendem Blog-Artikel vor: [Externer Link gelöscht – Anmerkung der Redaktion]

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  2. Wir stellen derzeit unser Eventformat von einer klassischen zu einer innovativeren Kundenkonferenz um. Es soll kurzweiliger und persönlicher werden.
    Entsprechend kam mir hier bereits der Gedanke eines OpenSpace Parts (ca. 2 Sessions á 3 – 4 Themen für je 1 h).
    Doch die Risiken erscheinen mir hier sehr hoch. Wer hat bereits Erfahrungen damit gemacht und könnte mir einen kurzen Erfahrungsbericht mit Pros und Contras geben?
    Über Eure Hilfe bin ich sehr dankbar.
    Viele Grüße,
    Lydia

    Auf diesen Kommentar antworten
  3. Danke für die guten Tipps zur Event Konzeption. Das Konzept der Veranstaltung in einem Open Space benutzt eine Bekannte bereits. Sie hat damit sehr gute Erfahrungen gemacht.

    Auf diesen Kommentar antworten
    1. Vielen Dank für das schöne Feedback!

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