Produkt: Die Sustainability-Checkliste für die Eventbranche
Die Sustainability-Checkliste für die Eventbranche
Eine komprimierte Checkliste, damit wirklich jeder Veranstaltungen sofort nachhaltig umsetzen kann.
Verantwortungsvolles Verhalten

Strategien für mehr Nachhaltigkeit bei Events

Mit der Fridays-for-Future-Bewegung hat das Thema Umweltschutz neuen Auftrieb bekommen und ist seitdem allgegenwärtig. Auch im Veranstaltungsbereich, einem traditionell eher wenig ressourcenschonenden Gebiet, werden zunehmend nachhaltige Events nachgefragt. Doch verantwortungsvolles Verhalten geht über Klima- und Naturschutz hinaus: Neben Umweltschutz sind gesellschaftliche Aspekte und auch eine vorausschauende Finanzierung zu berücksichtigen. Wir stellen einige Strategien vor, wie Nachhaltigkeit in der gesamten Wertschöpfungskette eingebracht werden kann.

Nachhaltigkeit-Green-Event-Glühbirne(Bild: Pexels)

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Übersicht

Ziele festlegen und messbar konkretisieren

Mehr regionale und saisonale Produkte, weniger Abfall und Energieverbrauch

Soziale Teilhabe und Mitarbeiterzufriedenheit

Einfache und kreative Maßnahmen zur Umsetzung finden

Die Umgebung einbeziehen

Finanzierung der Maßnahmen

Einen Verantwortlichen bestimmen


Für Veranstaltungsplaner gibt es zahlreiche Handlungsfelder, in denen die Aktivitäten schonender und nachhaltiger gestaltet werden können. So empfiehlt beispielsweise das Umweltbundesamt in seinem Leitfaden für nachhaltige Veranstaltungen, die Felder Mobilität, Veranstaltungsort und Unterbringung, Energie und Klima, Verpflegung, Beschaffung, Abfallmanagement, Wasser, Kommunikation, Gastgeschenke und soziale Aspekte.

Hat man solche Handlungsfelder für die eigene Veranstaltung oder das eigene Unternehmen identifiziert, so gilt es zunächst, Ziele für jeden Bereich zu formulieren. Das kann beim Catering beispielsweise sein, weniger Nahrungsmittel wegzuwerfen oder die CO2-Bilanz zu verbessern, während bei der Location auf umfassende Barrierefreiheit geachtet werden kann. In Sachen Mobilität dagegen könnte zur Vermeidung von Emissionen eine möglichst hohe Anzahl an ÖPNV-Anreisen sowohl unter Mitarbeitern als auch Gästen angestrebt werden.

checkliste(Bild: Pexels)

Ziele festlegen und messbar konkretisieren

Im Einzelnen sollten die Ziele schließlich noch konkretisiert werden, sodass sie verständlich und erreichbar sind und ihre Erfüllung messbar ist. Hierbei helfen Kennzahlen oder Indikatoren. So ist es beim Wasserverbrauch beispielsweise sinnvoll, wenn möglich eigene Daten aus der Vergangenheit oder Musterdaten vergleichbarer Veranstaltungen zu Rate zu ziehen. Damit kann ein konkreter Wert festgelegt werden, der bei der anstehenden Veranstaltung nicht überschritten werden soll, oder eine Kennzahl für die angestrebte Einsparung. Bei weniger gut quantifizierbaren Handlungsfeldern wie der Kommunikation könnte man sich vornehmen, möglichst vielseitige Informationswege und – bei Bedarf – viele Sprachen anzubieten, um Inklusion und Integration von Gruppen mit Einschränkungen oder Menschen unterschiedlicher Herkunft zu fördern.

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Mehr regionale und saisonale Produkte, weniger Abfall und Energieverbrauch

Für die Verpflegung bieten sich als Messzahlen Mindestanteile regionaler, saisonaler oder zertifizierter Produkte an. Auch das Angebot an vegetarischen und veganen Alternativen kann als Zielgröße quantifiziert werden. Der Erfolg der Abfallvermeidungsstrategien lässt sich beispielsweise anhand der Abfallmenge pro Teilnehmer, der Anzahl von genutzten Recyclingbehältern oder auch dem Grad der Müllverschmutzung am Veranstaltungsort erfassen. In Sachen Energie hingegen kann nicht nur der Verbrauch pro Teilnehmer, sondern auch der Anteil an Geräten der höchsten Effizienzklasse oder an LED-Lampen betrachtet werden. Eine andere Kennzahl kann hier außerdem der Prozentsatz des Ökostroms am Gesamtstrom sein.

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Recycling-Mülltrennung(Bild: Pixabay)

Soziale Teilhabe und Mitarbeiterzufriedenheit

Die sozialen Aspekte einer Veranstaltung können u.a. an der Zusammensetzung der Besucher, wie dem Anteil an Familien, Senioren oder Menschen mit Behinderung betrachtet werden. Besonders empfiehlt es sich hier, auch die Zufriedenheit dieser Gruppen zu erfassen und auszuwerten. Ebenso relevant ist zudem die Erfassung des Anteils und der Zufriedenheit von freiwilligen Helfern oder externem Personal.

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Einfache und kreative Maßnahmen zur Umsetzung finden

Mit den selbstgesetzten Zielen im Blick geht es nun an die Erarbeitung spezifischer Umsetzungsmaßnahmen. Um beispielsweise bei der Mobilität Emissionen einzusparen und möglichst viele Teilnehmer zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zu bewegen, setzen viele Veranstalter bereits auf Kooperationen mit den Nahverkehrsunternehmen und bieten Kombitickets zur Veranstaltung an. Hierfür ist die Auswahl einer gut erreichbaren Location und eine umfassende Kommunikation der Anreisemöglichkeiten wichtig. Zusätzlich kann man jedoch auch eine Mobilitätsplattform einrichten, auf der sich Mitarbeiter und Besucher zu Fahrgemeinschaften zusammenfinden können.

Um sowohl sozial als auch ökologisch nachhaltig zu wirtschaften, sollte bei der Auswahl der Zulieferer und bei der Verpflegung auf regionale und lokale Anbieter zurückgegriffen werden. Ebenfalls wichtig ist jedoch, dass auch die Arbeitsbedingungen bei den Subunternehmern unter die Lupe genommen werden. Dieses Thema ist bekanntermaßen in der Veranstaltungsbranche seit jeher ein sensibles, doch wer wirklich Wert auf die Nachhaltigkeit seines Events legt, muss auch bei Bezahlung und Arbeitszeiten dazu stehen und seine Geschäftspartner entsprechend auswählen.

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Barrierefreiheit(Bild: Pixabay)

Die Umgebung einbeziehen

Eine sozialverträgliche Veranstaltung zeichnet sich außerdem dadurch aus, dass nicht nur die aktiv Beteiligten, sondern auch Nachbarn und Anlieger berücksichtigt werden. Über die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben hinaus kann man hier auf die Betroffenen zugehen, indem man beispielsweise vergünstigte Tickets für direkte Nachbarn anbietet oder frühzeitig und umfassend über Ort und Dauer der Veranstaltung und zu erwartende Beeinträchtigungen informiert. Insbesondere bei Sperrungen einzelner Zufahrtswege sollten zudem unkomplizierte Alternativen angeboten werden. Was den Lärm angeht, so kann schon ein kostenloses Paar Ohrstöpsel pro Briefkasten die geplagten Anlieger friedlicher stimmen und Streit vermeiden.

Maßnahmen zur Abfallvermeidung beginnen schon bei der Auswahl der Materialien. So sollte die Kommunikation überwiegend digital laufen und für die wirklich notwendigen Drucksachen Recyclingpapier doppeltseitig genutzt werden. Gastgeschenke und Werbeartikel aus Naturmaterialien oder mit hohem recyclebaren Anteil werden ebenfalls immer beliebter. Um eine sozialadäquate Herstellung zu gewährleisten, bieten sich Produkte von Behindertenwerkstätten und anderen sozialen Projekten an. Damit die Give-aways nicht dennoch zur Wegwerfware werden, sollte man zudem versuchen, mehrfach verwendbare Gegenstände mit dezentem Design zu wählen, wie Rucksäcke und Taschen von guter Qualität.

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Finanzierung der Maßnahmen

Viele faire, regionale oder zertifizierte Produkte bringen allerdings den Nachteil mit sich, deutlich teurer zu sein als ihre Alternativen. Um also die nachhaltige Veranstaltung auch finanzierbar zu machen, sind kreative Lösungen gefragt. Eine Möglichkeit ist, dabei auf Sponsoring durch regionale Unternehmen zurückzugreifen. Für ihren Beitrag zur Veranstaltung bekommen die Partner im Gegenzug eine Plattform und die Möglichkeit, sich als Förderer von Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu positionieren. So wird die Wirtschaft vor Ort gestärkt und sichtbar in das Geschehen eingebunden.

Umfragen in der Bevölkerung ergeben außerdem immer wieder, dass die Menschen grundsätzlich bereit sind, für nachhaltige Produkte mehr Geld auszugeben. Diese Bereitschaft kann mit geschickter Kommunikation dazu genutzt werden, die Veranstaltung grüner und sozialer zu gestalten, beispielsweise indem auf alternative Finanzierungswege wie Crowdfunding zurückgegriffen wird.

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Geldscheine(Bild: Pixabay)

Einen Verantwortlichen bestimmen

Um all diese Aktivitäten in eine Strategie zu fassen, empfiehlt sich die Ernennung eines einzelnen Nachhaltigkeitsbeauftragten. Er oder sie achtet bei der gesamten Planung und Umsetzung darauf, dass die Aktivitäten mit der Nachhaltigkeitsstrategie im Einklang stehen, und macht gegebenenfalls Änderungsvorschläge. Dieser Person kommt anschließend auch die Evaluation der Maßnahmen zu.

Hier werden zum einen die gesetzten Ziele und Kennzahlen betrachtet und zum anderen ausgewertet, aus welchen Gründen einige besser oder schlechter erreicht wurden. Diese Daten können dann wieder für die Planung der nächsten Veranstaltung herangezogen werden und sich so das gesamte Unternehmen Schritt für Schritt in Richtung einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie bewegen.

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Die wichtigste Strategie (noch vor den anderen genannten) ist, Nachhaltigkeit im eigenen Kerngeschäft zu verankern.

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