Neumann&Müller betreut das Deutsche Haus bei Olympia 2016

Medien- und veranstaltungstechnische Aufrüstung mit Neumann&Müller

Sportler, Journalisten, Zuschauer und Sponsoren treffen sich neben den Wettkämpfen der Olympischen und Paralympischen Spiele traditionsgemäß im Deutschen Haus. Das ist auch bei den letztjährigen Sommerspielen im brasilianischen Rio de Janeiro nicht anders. Die benötigte Medientechnik wurde von Neumann&Müller besorgt und bekam dabei tierische Unterstützung.

Barra Blue Beach Point
(Bild: Peter Bauza/DOSB/Picture Alliance)

Robin Agarwal wehrt ab: „Bloß keine Anekdoten! Den Kollegen von ARD und ZDF ist bei der Anlieferung des Equipments ein ganzer Container geklaut worden. Der Fahrer wurde mit vorgehaltener Waffe zum Anhalten gezwungen und weg waren die Räuber mit dem kompletten LKW mitsamt der Fracht.“ Auch ohne derartige Abenteuereinlagen hatte der Projektleiter von Neumann&Müller Veranstaltungstechnik mit der medien- und veranstaltungstechnischen Aufrüstung des Deutschen Hauses genug zu tun. Anders als bei den vorangegangenen Olympischen Spielen sollte das Deutsche Haus nicht sichtbar mit deutscher Spitzentechnik prunken. Vielmehr galt es, das Flair der vom DOSB ausgesuchten Location möglichst unverfälscht zu erhalten. Als geeigneten Ort hatten die Verantwortlichen den Barra Blue Beach Point auserkoren, einen Beach Club direkt am Strand, mitten im Naturschutzgebiet „Recreio“ gelegen. Viel Holz, hohe helle Fenster und ein Strohdach sorgen hier für eine entspannte Ferienstimmung. Das Olympische Dorf ist ungefähr 20 Minuten entfernt. Der Strandclub wurde vor zehn Jahren als Freizeiteinrichtung und Versorgungspunkt für den Strand gebaut. Das Haus dient auch als Anlaufstelle für die Bewohner in der näher gelegenen Umgebung.

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Ein lauschiger Strandclub als Deutsches Haus
Dieser Ort sollte nun zur Kommunikationsplattform für Sportler, Medien und Unternehmen umgewandelt werden. Für N&M hieß das, als erneuter „Lizenz-Partner der Deutschen Olympiamannschaft“ den Beach Club so herzurichten, dass er für Pressekonferenzen genutzt werden konnte. Außerdem sollte im Jubel- und Medaillenfall Platz zu Begrüßung und Beifall für erfolgreiche Sportler und für Ansprachen und Ehrungen vorhanden sein. Daneben galt es, den Besuchern zu ermöglichen, die sportlichen Wettkämpfe live auf Bildschirmen mitzuverfolgen.

Nachdem das gesamte technische Equipment nach Erledigung der Zollformalitäten bereits Ende Juni per Container auf die Reise nach Brasilien geschickt worden war, folgte Ende Juli die N&M-Mannschaft. Die Crew hatte nun zehn Tage Zeit, um aus einem verträumten Strandhaus das deutsche olympische Medienzentrum zu machen. Um für die verschiedenen Erfordernisse die passenden räumlichen Voraussetzungen zu bieten, wurden sämtliche Bereiche des Hauses genutzt. So gab es etwa eine Hospitality Area zur Bewirtung der Gäste und einen separaten Pressekonferenzraum.

Beleuchtungskonzept für den Dschungel
Das Beleuchtungskonzept für den Dschungel unterstrich die Atmosphäre des Ortes. (Bild: Neumann & Müller)

Der Charme des Beach Clubs sollte unbedingt erhalten bleiben, daher reichte es bei weitem nicht aus, bloß ein paar Kabel zu ziehen. Tatsächlich erwies es sich als Königsdisziplin, die geeigneten Kabelwege zu finden, ohne den optischen Eindruck des Hauses zu beeinträchtigen. Denn die komplizierte Bespielung der Displays mit den unterschied- lichs ten Inhalten erforderte eine sehr aufwändige Speisung. Dabei durfte es bei der Signalverteilung keine Fehler geben. Insgesamt muss ten 50 Displays aus verschiedensten Quellen angesteuert werden. Da die Bildschirme vom Erdgeschoss bis in den zweiten Stock verteilt waren, wurde das komplette Haus verkabelt. Die Aufgabe wurde durch die Vielzahl der einlaufenden Signale etwa von Kamerateams an Wettkampfstätten nicht einfacher. Um sämtliches Bildmaterial auf den Bildschirmen einheitlich darzustellen, arbeiteten die N&M-Techniker mit eigenen Kodierungsverfahren, mit deren Hilfe die anspruchsvolle Datenaufbereitung bewerkstelligt werden konnte.

Mit dem Abspielen einlaufender Bilder war es nicht getan. Für den Fall der Siegerehrung eines deutschen Medaillengewinners hatte sich das Team um Agarwal zusätzliche Showelemente ausgedacht. Mit Hilfe von Watchout, einem Multiscreen-Präsentationsverfahren, konnten so Motive aus unterschiedlichsten Quellen zu einer Show gebündelt werden. Dabei steuerte N&M auch alle Bildschirme je nach Wahl an.

Komplizierte Signalstruktur
Zur Multimediaversorgung gehörte daneben die Errichtung einer funktionierenden, belastbaren WLAN-Infrastruktur. Die musste gleichzeitig mehrere Gruppen mit ganz verschiedenen Nutzungsanforderungen versorgen können, von anwesenden Journalisten über normale Besucher bis zu Wirtschaftspartnern und Politikern. Die N&M-Techniker richteten zu diesem Zweck acht Hochleistungs-Access-Points ein. Die Zugangspunkte deckten den kompletten Bereich ab und waren dabei in verschiedene Login-Gruppen mit zugeteilter Bandbreite unterteilt. Um den störungsfreien Betriebsablauf zu sichern, wurde das kabellose Netzwerk per Fernwartung aus der N&M-Filiale München überwacht.

Neben dem eigentlichen Haus steht auch eine Reihe von Anbauten, um die sich zwei Terrassen zur Lagunenseite anschließen. Auf der anderen Seite, zum Meer gelegen, gibt es einen Pool und eine Freifläche bis zum Strand. Das ganze Ensemble ist von dichtem Dschungel um geben, der mit einer effektvollen Beleuchtung in das Gesamtkonzept des Deutschen Hauses mit einbezogen wurde. Dabei war es gar nicht so einfach, die nötigen Installationen im fast undurchdringbaren Dickicht zu erledigen. Am Ende konnte mit den umsichtig gesetzten Lichtern eine ästhetische Tiefenwirkung produziert werden. Dass der Bewuchs Teil des umgebenden Naturschutzgebietes ist, brachte für das N&M-Team keine Behinderungen mit sich. Schließlich wurde durch die Arbeiten der Veranstaltungstechniker kein einziges Blatt gekrümmt, sondern nur mit Licht in Szene gesetzt.

Wasserschwein
Aufmerksame Wasserschweine fanden immer wieder den Weg zum Deutschen Haus. (Bild: Neumann & Müller)

Offensichtlich fand das auch eine Reihe von neugierigen Capybaras so interessant, dass die Tiere immer wieder aus dem Dschungeldickicht auftauchten, um vorbeizuschauen. Ein bisschen, so Robin Agarwal, hätte es so ausgesehen, als ob die Wasserschweine nach dem Rechten schauen wollten. Die tierische Security sorgte offensichtlich für Schutz, das N&M-Team musste jedenfalls keine Diebstähle an der Ausrüstung beklagen.

Das medientechnische Konzept, das N&M für das Deutsche Haus entworfen und umgesetzt hat, kann sich nach dem Ende der Olympischen Spiele am 20. August ein zweites Mal beweisen. Wenn am 7. September die Paralympischen Sommerspiele beginnen, öffnet auch das Deutsche Haus wieder, bis zum 18. September als Anlaufstelle für die Sportler, Fans und Sponsoren.

 

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