Studie „Einfluss und Wirkung von Mitarbeiterevents in Großunternehmen“

Was Mitarbeiter von Teambuilding und Firmenevents halten

Mitarbeiterevents und Teambuilding-Maßnahmen sind inzwischen ein wesentlicher Bestandteil der internen Unternehmenskommunikation. Eine Studie von Vogelsänger Studios, für die bundesweit 800 Mitarbeiter von Unternehmen mit 500 und mehr Beschäftigten befragt wurden, verdeutlicht, auf welche Bestandteile es bei einem im Sinne der Mitarbeiter erfolgreichen Event ankommt.

Teambuilding(Bild: Pixabay.com)

Die reine Vermittlung von Informationen reicht insbesondere in Großunternehmen nicht mehr aus, um die Beschäftigten zu integrieren, nachhaltig zu motivieren und ihre Leistungsbereitschaft dauerhaft aufrechtzuerhalten. Im Gegensatz zu den eher unpersönlichen Kanälen der internen Kommunikation, wie E-Mail, Newsletter, Mitarbeiterzeitung und Intranet, liegt der Vorteil von Mitarbeiterevents – neben deren hohem symbolischem Wert für die Angestellten – vor allem im persönlichen Kontakt, Dialog und Austausch untereinander sowie mit dem Management. Da der Erfolg eines Events im Wesentlichen von der subjektiven Wahrnehmung und Akzeptanz der Teilnehmer abhängt, ist die Betrachtung der Bedürfnisse und Erwartungen der jeweiligen Zielgruppe besonders entscheidend für den Erfolg einer solchen Veranstaltung.

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Mitarbeiter legen gemäß der von Vogelsänger Studios beauftragten Studie besonderen Wert auf Teambuilding (46%), kulinarische Angebote (44%), auf Party (41%), Show und Entertainment (37%) sowie Informations- und Erfahrungsaustausch (34%). Nach Altersgruppen betrachtet, ergab die Untersuchung zum Teil deutliche Unterschiede. Während für 51% der befragten 25- bis 34-Jährigen Teambuilding wichtig ist, sind es in der Kategorie der 35-Jährigen und älter nur 39%. Dagegen ist für 40% der Altersklasse 35 plus der Austausch von Informationen und Erfahrungen von Bedeutung, was wiederum nur für knapp ein Drittel (31%) der 25- bis 34-Jährigen eine wesentliche Rolle spielt.

Studie Einfluss und Wirkung von Mitarbeiterevents in Großunternehmen

 

Welche Wirkung haben Mitarbeiterevents aus Sicht der Beschäftigten?

Auf die Frage, welchen Einfluss die letzten Mitarbeiterevents auf die Einstellung zum Unternehmen im Allgemeinen gehabt hätten, meinte ein Drittel der Befragten, dass diese sich verbessert habe. Bei 63% ist sie unverändert geblieben und 3% gaben an, die Einstellung zum Unternehmen habe sich verschlechtert. Das Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten hat sich dagegen bei 51% der befragten Mitarbeiter durch die letzten Firmenveranstaltungen verbessert, bei 46% ist es gleichgeblieben und nur bei 3% hat es sich verschlechtert.

Ein gutes Verhältnis zu den Kollegen ist auch das, was den Großteil der Beschäftigten (52%) bei der Arbeit motiviert. Es wurde deutlich häufiger genannt als „eine spannende Tätigkeit“ (39%) oder „ein hohes Gehalt“ (33%), so das Ergebnis einer Jobstudie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, für die deutschlandweit mehr als 2.200 Arbeitnehmer/innen befragt wurden.

Studie Einfluss und Wirkung von Mitarbeiterevents in Großunternehmen

 

„Neben den üblichen Ansprachen, Präsentationen sowie einem Show- und Entertainmentprogramm sollten ausreichend Räume und Gelegenheiten für den persönlichen Austausch geboten werden, mit dem Ziel, das Verhältnis der Kollegen untereinander und zu den Vorgesetzten zu verbessern und mithin die Mitarbeitermotivation zu steigern“, so Christian Tjo, Director Business Development, bei Vogelsänger Studios.

Rückblickend betrachtet, fanden 57% der Befragten die Mitarbeiterevents der letzten zwei Jahre gut beziehungsweise sehr gut. 42% der Beschäftigten wünschen sich der Studie zufolge mehr Firmenevents, 9% weniger und knapp die Hälfte fand die Zahl der Veranstaltungen gut, so wie sie war.

Was war schlecht, was war gut?

Auch wenn 57% der Befragten die letzten Mitarbeiterevents gut oder sehr gut fanden, übten dennoch zwei Drittel von ihnen (67%) Kritik an den Veranstaltungen. Auf die offen gestellte Frage, was die Mitarbeiter an den letzten Firmenevents nicht so gut beziehungsweise schlecht fanden, wurden am häufigsten das Essen, die Organisation und die Location genannt. Außer der Organisation im Allgemeinen wurden auch häufig die Musik, die Länge der Veranstaltung und die Zahl der Teilnehmer kritisiert. Neben unpassender Location wurden wiederholt Parkplatzmangel und zu lange Anfahrtswege beklagt.

Was fanden Mitarbeiter bei den letzten Firmenevents gut beziehungsweise sehr gut? Auf diese ebenfalls offen gestellte Frage wurden mit deutlichem Abstand am häufigsten das Essen sowie der private und berufliche Austausch mit Kollegen und Vorgesetzten angegeben. Weiterhin wurden in den persönlichen Statements das Programm, die Organisation, die Location, das Teambuilding sowie die gute Stimmung beziehungsweise Atmosphäre genannt.

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Das Essen und seine kulturhistorische Bedeutung

Dass das Essen bei Mitarbeiterevents von den befragten Mitarbeitern sowohl bei den positiven aus auch bei den negativen Bewertungen am häufigsten genannt wurde, verdeutlicht die hohe symbolische Bedeutung, die es für die Beschäftigten hat. Bis ins 11. Jahrhundert hinein beispielsweise wurden bindende Vereinbarungen geschlossen, indem man miteinander aß. Bei den Nordgermanen Skandinaviens und den Slawen Osteuropas erhielt sich die archaische Gastfreundschaft im Sinne einer allgemeinen Pflicht, jeden Fremden aufzunehmen, der an die Tür klopfte, bis ins l2. und I3. Jahrhundert.

Auch heute hat ein gemeinsames Essen nichts von seiner Symbolkraft verloren. Vertragsabschlüsse oder bedeutende Verhandlungsergebnisse werden insbesondere auf hoher politischer und wirtschaftlicher Ebene auch weiterhin nicht selten mit einem Bankett zelebriert. Ein gemeinsames Essen schafft Verbindungen und eine Vertrautheit, die ein schriftlich formulierter Vertrag wohl kaum herzustellen vermag.

Für den Erfolg: Erwartungen der Angestellten berücksichtigen

Aus der kulturhistorischen Betrachtung der Bedeutung von Festessen und gemeinsamen Mahlzeiten und mit Blick auf die Antworten der befragten Mitarbeiter sollten sich Unternehmen gegenüber ihrer Belegschaft bei Mitarbeiterevents als Gastgeber verstehen und diese weniger als Kostenfaktor und Pflichtveranstaltung begreifen. Wie die Untersuchung zeigt, verbessern Mitarbeiterevents das Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten sowie die Einstellung zum Unternehmen im Allgemeinen – vorausgesetzt, die Veranstaltungen werden professionell durchgeführt und orientieren sich an den Erwartungen der Angestellten. Die Enttäuschung von Mitarbeitern ist oft groß und wirkt lange nach, wenn bei Firmenveranstaltungen die Location, das Catering oder das Rahmenprogramm nicht den Erwartungen entsprechen.

„Um den Erfolg von Firmenevents sicherzustellen, gilt es also, die Wünsche der Mitarbeiter mit den Zielen des Unternehmens in Einklang zu bringen. Falls nicht bekannt, sollten daher je nach Anforderung, Zielsetzung und Zielgruppe des Events zunächst die Wünsche und Erwartungen der Mitarbeiter ermittelt werden, beispielsweise mithilfe einer qualitativen Fokusgruppenbefragung. Des Weiteren gilt es, bei der Planung und Durchführung die individuellen Charaktereigenschaften des Unternehmens zu berücksichtigen, die durch Branche, Region, Historie und weitere Parameter bestimmt werden. Grundsätzlich gilt auch hier: Qualität, nicht Quantität ist entscheidend für den Erfolg von Mitarbeiterevents“, so Kai Vogelsänger, Mitinhaber und geschäftsführender Gesellschafter von Vogelsänger Studios.


Studiendesign

  • Stichprobe: deutschlandweit, 800 Angestellte in Unternehmen mit 500 oder mehr Beschäftigten
  • Grundgesamtheit: rund 6.500 Unternehmen mit circa 10,5 Millionen sozialversicherungspflichtigen Mitarbeitern (Quelle: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden, September 2017)
  • Untersuchungszeitraum: November/Dezember 2018
  • Durchführendes Institut: Marktforschungsinstitut Appinio, Hamburg
  • Befragungsmethode: Mobile Access Panel, schriftliche Befragung

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