Neue Nachhaltigkeitsstudie der Global Business Travel Association

So werden Geschäftsreisen grüner

Geschäftsreisen bringen Menschen zusammen und fördern das Wirtschaftswachstum innerhalb und über nationalen Grenzen hinweg. Damit dies so bleibt, muss die Branche jedoch sicherstellen, dass die Menschen effektiv persönlich in Kontakt treten und dabei einen Blick auf die Nachhaltigkeit werfen. Die GBTA-Studie liefert Einblicke.

Geschäftsmann, Flughafen, Flugzeug(Bild: Shutterstock / Peshkova)

Ein Großteil der globalen Business Travel Industrie hat nachhaltigen Dienstreisen bereits Priorität zugeschrieben. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Verringerung des ökologischen Fußabdrucks und der Reduzierung von Emissionen. Doch reicht dies aus? Die Global Business Travel Association (GBTA) hat sich auf eine Nachhaltigkeitsreise begeben und zusammen mit dem Beratungsunternehmen Grayling die umfangreiche Studie „The State of Sustainability in the Global Business Travel Sector“ veröffentlicht.

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Die Studie zeigt, dass höhere Kosten, begrenzte Daten und ein mangelnder Zugang zu transparenten Informationen die größten Hindernisse auf dem Weg zu nachhaltigeren Geschäftsreisen darstellen. Ein Wandel in der Branchenkultur sowie harmonisierte Standards gelten hingegen als wichtige Voraussetzungen. Zusammenarbeit und Partnerschaften werden für den Übergang zur Nachhaltigkeit von großer und entscheidender Bedeutung sein.

Grüne Investitionen antreiben

„Es geht nicht mehr um die Frage, ob wir nachhaltige Maßnahmen für Geschäftsreisen ergreifen sollten, sondern darum, wie wir unsere Ambitionen in die Tat umsetzen“, äußert sich Delphine Millot, Senior Vice President, Sustainability, die im Januar 2022 zur GBTA kam, um das Nachhaltigkeitsprogramm des Verbandes zu leiten. „Investitionen in nachhaltige Lösungen müssen heute Teil unseres Plans sein, um sicherzustellen, dass wir auch morgen noch Menschen miteinander verbinden und geschäftlich reisen können.“ Ziel sei es außerdem, die Einführung sauberer Technologien zusammen mit externen Stakeholdern, einschließlich der Regierungen, zu beschleunigen.

Die Studie

Für den ersten Teil der Studie befragte die GBTA von Januar bis März 2022 insgesamt 762 internationale Branchenexperten aus vier Regionen zu ihren Ansichten und Anforderungen in Bezug auf die bestmögliche Integration von Nachhaltigkeit in Geschäftsreiseprogrammen. Europa, Nordamerika sowie Lateinamerika und Asien-Pazifik zählen zu den befragten Regionen. Mit der Branchenumfrage sollte unter anderem ermittelt werden, wie GBTA seine Mitglieder und Stakeholder am besten mit Maßnahmen zur Nachhaltigkeit unterstützen, aber auch über Chancen und Herausforderungen informieren kann.

Der zweite Teil der Studie validierte diese Ergebnisse mit den Ansichten von 100 relevanten externen Interessengruppen, darunter politische Entscheidungsträger:innen, Thinktanks, gemeinnützige und internationale Organisationen, um das Verständnis für die Wahrnehmung des Sektors von außen zu verbessern.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • 89% der Befragten aus der Branche geben an, dass Nachhaltigkeit bereits eine Priorität für ihr Unternehmen ist.
  • 80% der globalen Geschäftsreisebranche geben an, über ein Nachhaltigkeitsteam und/oder ein Nachhaltigkeitsprogramm zu verfügen.
  • Unabhängig von der Region geben die befragten Einkäufer:innen und Anbieter von Reisen an, dass ein besserer Schutz des Planeten Priorität hat: Asien-Pazifik (99 %), Europa (97 %), Lateinamerika (91 %), Nordamerika (84 %).
  • Nur 14 % der Befragten sagen aus, dass die Branche in Bezug auf Nachhaltigkeit bereits große Fortschritte gemacht hat. 76 % der Reiseeinkäufer:innen haben jedoch bereits Nachhaltigkeitsziele in ihre Reiserichtlinien aufgenommen oder planen, dies zu tun.
  • Mehr als die Hälfte der Befragten messen und dokumentieren bereits die ökologischen Auswirkungen ihrer Geschäftsreiseaktivitäten.
  • Zu den größten Hindernissen auf dem Weg zu nachhaltigeren Praktiken im Bereich des Geschäftsreisemanagements gehören für die Fachleute der Branche die höheren Kosten (82%) sowie der Mangel an transparenten Informationen und Daten (63%).
  • Zu den wichtigsten Faktoren gehören die Förderung eines Wandels in der Branchenkultur (63 %) und ein besserer Zugang zu Nachhaltigkeitsdaten (63 %).
  • Die befragten Branchenvertreter:innen geben an, dass energieeffiziente Unterkünfte (81%), Anbieter mit Nachhaltigkeitszertifizierung (78%) und Flüge mit nachhaltigem Treibstoff (73%) die wirkungsvollsten Maßnahmen für nachhaltige Geschäftsreiseprogramme sind.
  • Wenn es um nachhaltige Reisestrategien geht, bestehen die größten Unterschiede zwischen Reiseeinkäufer:innen und -anbietern (sowie zwischen den Regionen) in den Bereichen Multimodalität und Häufigkeit der Reisen. Sieben von zehn der Einkäufer:innen befürworten die Empfehlung oder Vorgabe, weniger zu reisen, während 60% der Anbieter diese pauschale Verringerung des Reiseaufkommens nicht begrüßen.
  • Regional gesehen sind die Europäer viel eher dafür, dass eine geringere Reisetätigkeit empfohlen oder sogar vorgeschrieben wird, und heißen sechsmal häufiger als Nordamerikaner gut, dass multimodale Reisemöglichkeiten vorgeschrieben werden.
  • Die Mehrzahl der externe Stakeholder sehen höhere Kosten als größtes Hindernis für die Nachhaltigkeit des Sektors an. Knapp zwei Drittel nennen mangelndes Interesse seitens einiger Branchenakteure.
  • Branchenfremde (41%) sehen längere Reisezeiten eher als Hindernis an als Befragte aus der Branche (32%).
  • Die überwiegende Mehrheit der externen Befragten sieht in der Bevorzugung von Routen mit dem kleinsten CO2-Fußabdruck eine große Chance, etwas zu bewirken.

>> Der vollständige Forschungsbericht „The State of Sustainability in the Global Business Travel Sector“ der GBTA kann hier heruntergeladen werden: www.gbta.org/the-state-of-sustainability.

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