Interview mit Lenn Kudrjawizki, Felix Neumann und Stefan Lohmann

Nachhaltige Showacts: So agiert das Berlin Show Orchestra

Wie kann ein Showact für mehr Nachhaltigkeit bei Events sorgen? Wir haben mit den Köpfen hinter dem Berlin Show Orchestra gesprochen.

Berlin Show Orchestra(Bild: Ben Pakalski)

Multikulturell und nachhaltig aufgestellt setzt sich das Berlin Show Orchestra für mehr Sustainability in der Entertainment-Branche ein. Gegründet wurde das Orchester 2015 vom Musiker, Schauspieler und Regisseur Lenn Kudrjawizki, dem Musical Director Felix Neumann, der Geigerin und Konzertmeisterin Nora Kudrjawizki sowie dem Artist Relations Manager und Talent Buyer Stefan Lohmann.

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Welche Einflussmöglichkeiten hat man als Showact auf die Nachhaltigkeit der Veranstaltung, für die man gebucht wurde?

Lenn Kudrjawizki: Wir sind keine Veranstalter und wir sind nicht U2 oder Seeed. Wir verstehen uns als Dienstleister unserer Kunden. Und insofern können wir nur mit gutem Beispiel vorangehen und inspirierend tätig sein, indem wir darüber sprechen, was wir machen und wie wir das machen und unsere Kunden fragen, ob sie mithelfen wollen, nachhaltiger zu agieren.

Felix Neumann: Mit dieser Vorgehensweise erhoffen wir uns, einen positiven Impact auf unsere Kunden auszuüben. Was uns selbst betrifft, können wir natürlich bestimmen, wie wir arbeiten, und das machen wir eben so nachhaltig und klimafreundlich wie möglich.

Wie schafft ihr es als Berlin Show Orchestra konkret, nachhaltig zu handeln, und was hat sich dadurch in eurer Arbeit verändert?

Stefan Lohmann: Im Prinzip hat sich alles verändert und auf der anderen Seite hat sich gar nichts verändert. Denn Nachhaltigkeit ist bei uns die Grundlage für alles. Wenn wir etwas kaufen, dann wird geprüft welches Produkt oder welcher Service nachhaltig ist und unseren Ansprüchen genügt. Wenn wir reisen, dann suchen wir die nachhaltigste verfügbare Variante aus. Das kann auch das Flugzeug sein, wenn es keine andere Möglichkeit gibt – aber meistens ist es die Bahn oder das gemietete Elektro-Auto. Aber im Prinzip machen wir alles wie immer, nur das wir jetzt immer die nachhaltigste Lösung suchen statt die billigste. Das Interessante daran ist, dass das insgesamt nicht zu höheren Kosten führt, sondern zu einer wirtschaftlichen Optimierung. Zum Beispiel weil die Produkte länger halten und nachhaltige Services besser sind. Nachhaltigkeit ist also nicht ein Problem für uns, sondern wirkt wie ein gutes Managementsystem.

Wie können sich Showacts der Thematik Nachhaltigkeit nähern? Wie gelingt der Start der Nachhaltigkeitsreise?

Lohmann: Dafür habe ich den kostenlosen Sustainability Rider mit Checkliste geschrieben. Der komprimierte Leitfaden für nachhaltigere Veranstaltungen bietet einen guten Überblick über die Handlungsfelder und Lösungen. Mit der Checkliste kann im Prinzip jeder Veranstaltungen nachhaltiger und klimaneutral gestalten. Der Rider wurde von ISO- und EMAS-Expert:innen überprüft und zahlt so ziemlich auf alle Sustainable Development Goals der UN ein. Zusätzlich ist jeder eingeladen, bei der 16-Steps-Initiative mitzumachen. Wir wollen gemeinsam mit der Branche Schritt für Schritt in Richtung Klimaneutralität bis 2025 gehen.

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