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Inspirierende Plattform für die LiveCom-Branche?

Kontroverser Kommentar: Die Causa Clubhouse

Clubhouse hat nicht nur die deutschen App-Charts, sondern auch die Herzen vieler Marketers, Influencer und Politiker:innen im Sturm erobert. Was bietet die App für die Eventbranche? Einschätzungen von Sven Wolgram, facts and fiction, und Alexander Pietschmann, Adam Hall.

Clubhouse(Bild: Anna Habenicht)

Lästige Eintagsfliege, elitäre App für Influencer und Politiker:innen oder doch inspirierende Plattform für die LiveCom-Branche? Die Meinungen zu Clubhouse könnten kaum unterschiedlicher sein. Klar ist, auf Clubhouse passiert gerade einiges. Auch immer mehr „Eventler“ vernetzen sich, laden zu Talks ein und diskutieren spannende Thesen. EVENT PARTNER fragte im Gespräch mit mehreren Kreativdirektor:innen beispielsweise nach der „Inspiration für (digitale) Eventkonzepte“.

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Doch wie attraktiv ist Clubhouse zum Austausch innerhalb der Veranstaltungsbranche wirklich? Welche Mechanismen der Plattform kann man für digitale Events übernehmen? Und ist Clubhouse eher eine Eintagsfliege oder wird sich die App dauerhaft etablieren?

Sven Wolgram, Direktor Politische Kommunikation und Leiter Büro Berlin, facts and fiction

Sven Wolgram
Sven Wolgram (Bild: facts and fiction)

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne – und das gilt auch für neue Social Networks. Das „Mitmachradio“ Clubhouse hat, u. a. durch die Beschränkung des Zugangs über Invites, einen ziemlichen Hype ausgelöst. Und während dort Dorothee Bär, Dunja Halali und Joko Winterscheidt über tagespolitische Themen diskutieren, fragt sich die Branche, wie sich die App im Kontext von Events nutzen lässt.

Bei facts and fiction sind wir spezialisiert auf Veranstaltungen im Kontext des politischen Diskurses, z. B. für Ministerien. Wir wollen Politiker:innen, Expert:innen und Bürger:innen miteinander ins Gespräch bringen. Und da ist Clubhouse aktuell dann auch schon raus: Beschränkung auf iPhones, persönliche Einladungen, mangelnde Datensicherheit und eine unüberwindbare Barriere u. a. für Gehörlose. Das war’s. Auch wenn Politiker:innen die App zurzeit schon für Gesprächsrunden nutzen, so ist es doch unser Ziel, einen Bürger:innendialog so inklusiv wie möglich zu gestalten.

Interessant ist es trotzdem. Kein Video, keine Likes, nur die reine Stimme – durch die Niedrigschwelligkeit des Zugangs entstehen ganz neue Möglichkeiten, mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Deswegen kann ich mir ein Audio-only-Format als Ergänzung zu einer Veranstaltung durchaus vorstellen: Wer zum Beispiel eine Veranstaltung früher verlassen muss, kann auf dem Rückweg in der Bahn noch an einer Paneldiskussion teilnehmen (vorausgesetzt, das Internet in der Bahn lässt das zu). Und auch im Auto, beim Bügeln oder in der Küche kann ich plötzlich sehr einfach an politischer Diskussion teilhaben. Deutschlandfunk zum Mitmachen sozusagen.

Deswegen glaube ich nicht, dass Clubhouse eine Eintagsfliege ist. Das Angebot funktioniert, und irgendjemandem wird schon einfallen, wie man damit auch noch Geld verdienen kann. Die Tatsache, dass Twitter mit „Twitter Spaces“ bereits eine eigene Clubhouse-Interpretation testet, zeigt, wie sehr die App den Nerv der Zeit trifft. Ein bemerkenswerter Vorteil von Spaces: Die Gespräche sollen auf Wunsch transkribiert werden können. Soviel zum Thema Inklusion.


Alexander Pietschmann, CEO Adam Hall Group

Alexander Pietschmann
Alexander Pietschmann (Bild: Adam Hall Group)

Mich persönlich hat Clubhouse voll erwischt. Das Audioonly- Format ist aufgrund der Niedrigschwelligkeit absolut innovativ und hat mich inspiriert, den „We Believe in Live“-Talk zur Zukunft der Eventbranche zu starten (jeden Mittwoch, 20 Uhr). Die Themen reichen von den Nöten der Freelancer bis zu „Impfprivilegien“. Dazu holen wir interessante Menschen aus der Kultur, Veranstaltungswirtschaft und der Wissenschaft auf die virtuelle Bühne und fangen die verschiedensten Stimmen aus der Audience ein. Mich findet ihr auf Clubhouse übrigens als @alexander80 🙂

Die Eventwelt wird gerade auf den Kopf gestellt. Digitale Events sind auf dem Vormarsch. Clubhouse bietet hier etwas Neues, da es zu mehr Partizipation der Mitglieder führen und konstruierten Events mehr Authentizität verleihen kann. Die mögliche Spanne ist groß: vom einfachen Austausch über Brainstorming-Sessions bis hin zu Business-Gesprächen. Entscheidend ist es, die Qualität der Talks hoch zu halten, etwa durch einen guten Moderator als Schnittstelle zwischen Panel und Teilnehmern. Ob Unternehmen auf Clubhouse in Erscheinung treten sollten, hängt von der Relevanz des Auftritts ab. Wer es schafft, die Community einzubeziehen und einen Mehrwert zu schaffen, für den kann Clubhouse im Bereich Eventmarketing ein echtes Add-on sein. Zudem bin ich mir sicher, dass Clubhouse die App mittelfristig als monetäre Vermarktungsplattform vorantreiben wird, zum Beispiel durch Ticketverkäufe für geschlossene und gebrandete Räume.

Bislang hat Clubhouse fast alles richtig gemacht. Perfekt ist die Plattform allerdings noch lange nicht. Falls bei den Themen Datenschutz und Inklusion/Barrierefreiheit noch mehr passiert, hat Clubhouse das Potenzial, B2BKonferenzen und Online-Talks zu kannibalisieren. Als Einzelkämpfer wird es Clubhouse jedoch schwer haben. Nicht zufällig bringt Twitter aktuell seine „Spaces“ an den Start. Langfristig könnte ich mir die Eingliederung in LinkedIn Premium sehr gut vorstellen.

Es mag sein, dass der Clubhouse-Hype durch die Einschränkungen und Lockdowns befeuert wurde. Nichtsdestotrotz ist der Wunsch nach menschlicher Verbindung enorm stark – und dieser unmittelbare Community- Gedanke ist aktuell nirgends so stark zu erleben wie auf Clubhouse. Danach wünsche ich mir aber, wie alle Menschen, echte Begegnungen zurück.

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