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Auswirkungen von Sars-CoV-2 auf die Eventbranche

Coronavirus: Welche Gründe führen zu Messe-Absagen?

Nachdem das Coronavirus auch in Europa angekommen zu sein scheint und auch bei uns Städte und Regionen abgeriegelt werden, entschließen sich viele Messeveranstalter zur kurzfristigen Absage ihrer Veranstaltungen. Wir zeigen, welche Faktoren eine Messe-Absage wahrscheinlich machen.

Messebesuch-Messe-Messeausfall-Stop(Bild: Anna Habenicht, Pixabay)

Der Mobile World Congress in Barcelona, Spanien, der für Ende Februar 2020 angesetzt gewesen war, war die erste, große, europäische Messe, die dem Coronavirus zum „Opfer“ gefallen ist. Weitere folgten: Die Messe Frankfurt verschob die für Anfang März geplante Light + Building, Weltleitmesse für Licht und Gebäudetechnik, auf September; die zweijährig stattfindende Internationale Eisenwarenmesse, weltweit wichtigste Innovations- und Geschäftsplattform der Hartwarenbranche, wurde seitens der Koelnmesse gar um ein Jahr nach hinten verlegt. Die Schweiz geht einen ganz drastischen Schritt und verbietet bis Mitte März Events mit mehr als 1.000 Besuchern komplett. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden dies nicht die letzten Messen und Veranstaltungen sein. Für die Eventbranche und ihre zahlreichen im Messegeschäft engagierten Player ein Genickschlag, der, sollte, die Coronakrise länger andauern, finanzielle wie personelle, wenn nicht gar existenzielle Konsequenzen nach sich ziehen wird.

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Ausstelleranteil aus gefährdeten Regionen

Zum letztendlich finalen Schritt, der Absage einer Messe, führen immer mehrere Faktoren. Ein gewichtiger Grund ist stets der Anteil der Aussteller aus stark gefährdeten Coronavirus-Gebieten an der Gesamtzahl der ausstellenden Unternehmen. Da für chinesische Bürger als Ursprungsland des Coronavirus sowie Land mit den höchsten Fallzahlen beispielsweise zurzeit besondere Reiserestriktionen gelten, haben diese oft gar keine andere Möglichkeit, als ihre Messepräsenz zu stornieren. So kommt etwa knapp die Hälfte der Aussteller der Eisenwarenmesse – 1.200 von 3.000 – aus China.

Mehrstufige Gesundheitsprüfungen

Eine weitere wichtige Position hinsichtlich der Verlegung oder Stornierung von Messen nehmen die Gesundheitsämter ein. Das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt verlangt aktuell eine mehrstufige gesundheitliche Prüfung von Messegästen aus den vom Robert-Koch-Institut definierten Risikogebieten, die durch die Messe Frankfurt nur mit unverhältnismäßigem Aufwand realisiert werden könne, so die Pressemeldung der Frankfurter Messeveranstalter.

Diese Prüfung sieht vor, dass zwei Tage vor Beginn der Veranstaltung die chinesischen Gäste in Frankfurt kontaktiert, befragt und zu einem freiwilligen Test gebeten werden müssen. Ein in der Tat kostspieliges und zeitintensives Verfahren, das jedoch zur Sicherheit aller hier lebenden Bürger beitragen soll. Wie lange diese Vorgabe seitens des Gesundheitsamtes aufrechterhalten werden soll, hängt dabei von zwei Kriterien ab: zum einen davon, welche und wie viele Länder und Regionen das Robert-Koch-Institut (RKI) als Risikogebiete einstuft, zum anderen von den sogenannten Aussteigekarten.

Was sind Risikogebiete und Aussteigekarten?

Laut Website des RKI definieren sich Risikogebiete als Gebiete, in denen eine fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch vermutet werden kann. Um dies festzulegen, verwendet das Robert-Koch-Institut verschiedene Indikatoren (u.a. Erkrankungshäufigkeit, Dynamik der Fallzahlen). Aktuell (Stand 28.02.2020) als Risikogebiete ausgewiesen werden:

– in China: Provinz Hubei (inkl. Stadt Wuhan) und die Städte Wenzhou, Hangzhou, Ningbo, Taizhou in der Provinz Zhejiang

im Iran: Provinz Ghom

in Italien: Provinz Lodi in der Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien

in Südkorea: Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang).

Darüber hinaus werden Reisende aus China, Südkorea, Japan, dem Iran und Italien momentan mittels „Fluggast-Aussteigekarten“ zur Selbstauskunft gebeten. Dies soll laut Gesundheitsminister Jens Spahn und Innenminister Horst Seehofer auch für den Schiffsverkehr sowie im grenzüberschreitenden Zug- und Busverkehr gelten. Auf einem zweiseitigen Formular müssen jene Bürger verpflichtend ihre Personalien angeben sowie wahrheitsgemäß drei Fragen beantworten, ob sie oder Mitreisende Krankheitssymptome wie Fieber, Husten oder Atemnot aufweisen und entweder Kontakt mit einem COVID-19-Fall hatten, Kontakt zu einer Person aus einem Risikogebiet hatten oder sich selbst im Risikogebiet aufgehalten haben.

Solange die obengenannten Faktoren – die Ausweisung der derzeitigen Anzahl an Risikogebieten sowie die Verpflichtung von Aussteigekarten für Flugreisende – Bestand haben, wolle das Frankfurter Gesundheitsamt etwa an dem mehrstufigen Verfahren zur Sicherheit der Bevölkerung festhalten. Andere Gesundheitsämter mögen die jeweilige Lage vor Ort anders beurteilen, dies ist lokal unterschiedlich.

Im Messegeschäft Involvierte sollten sich daher frühzeitig und dauerhaft über die lokalen Gegebenheiten und Vorschriften am jeweiligen Messestandort sowie die Aussteller- und Besucherstrukturen informieren, um selbst einschätzen zu können, wie wahrscheinlich eine Veranstaltungsabsage in der aktuellen Coronakrise ist.

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Warum findet die Beauty Messe Düsseldorf statt!?

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    1. Die Messe ist abgesagt. Alle Hausmessen von Düsseldorf sind abgesagt worden.

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  2. Angesichts der akt Corona – Entwicklungen u. Ausbreitung und der bereits vollzogenen Messe – Absagen ist es absolut unverständlich, dass die Internorga – Messe in HH noch nicht abgesagt ist !
    KB , Mülheim

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  3. Hängt die Leipziger Buchmesse am seidenen Faden?

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  4. Es ist absolut nicht nachvollziehbar waruim die INTERNORGA Messe in Hamburg nich abgesagt wird. Gerade in Hamburg gibt es bereits infizierte und sehr viele Messebesucher. Es wäre sehr wichtig für alle Beteiligte die Messe abzusagen und Vernünftig zu sein!

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    1. Würde bereits abgesagt

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  5. Gibt es für so etwas als Veranstalter eine Versicherung?

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    1. Sehr geehrte Frau Polkowski,

      ich kann Ihnen hier den Artikel unserer Experten für Recht und Versicherung, Thomas Waetke und Christian Raith, zu höherer Gewalt empfehlen: https://www.event-partner.de/business/coronavirus-und-unwetter-hoehere-gewalt-in-recht-und-versicherung/

      Viele Grüße aus der EVENT-PARTNER-Redaktion

      Anna Habenicht

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  6. Fußball wohl weniger infektiös, Borussenduell am Samstag mit 54.000 Zuschauern in der Nähe von Heinsberg kein Problem. Ist halt auch wichtiger als die Messen.

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  7. Und warum werden die Fußballspiele nicht abgesagt . Morgen , die Bayern und 80000 Zuschauer

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