Veranstaltungstechnik von Light Event

Mitmach-Chorfest zur KirchenMusikWoche 2018

Der vermutlich größte Chor, den Köln jemals gehört hat, kam im Juni anlässlich der KirchenMusikWoche in der Lanxess Arena zusammen. Die technische Veranstaltungsumsetzung der Light Event Veranstaltungstechnik GmbH erreichte beachtliche Dimensionen und ließ keine Wünsche offen.

KirchenMusikWoche 2018
Vom Parkett bis zum obersten Rang wurde engagiert mitgesungen. (Bild: Jörg Küster)

Vom 16. bis zum 23. Juni 2018 fand im Erzbistum Köln die KirchenMusikWoche 2018 statt. Die Veranstaltungsreihe würdigt die Bedeutung von Musik im Gemeindeleben und wird darüber hinaus als besonderer Dank an Menschen verstanden, die sich im kirchlichen Kontext haupt- wie ehrenamtlich musikalisch engagieren. Zum Programm der KirchenMusikWoche 2018, mit der auch das 150-jährige Jubiläum des Diözesan-Cäcilien-Verbandes gefeiert wurde, gehörten Gottesdienste in den Seelsorgebereichen des Erzbistums, Orgelkonzerte, ein Fachsymposium sowie eine Themenwoche im Domforum.

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Ein vieltausendstimmiges Halleluja!

Nach einer von Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki im Kölner Dom zelebrierten Messe bildete am 23. Juni ein großes Mitmach-Chorfest den grandiosen Abschluss der KirchenMusikWoche 2018: In der Lanxess Arena teilten sich die Lobpreis-Senkrechtstarter Könige&Priester, die „Alten Bekannten“ als Nachfolgeformation der Wise Guys, „Ruhama“ (das Urgestein des Neuen Geistlichen Liedes) sowie diverse weitere Künstler die Bühne.

Die musikalische Begleitung übernahmen das Neue Rheinische Kammerorchester Köln (NRKO) in symphonischer Besetzung, die Studiomusikprofis von „Pandora´s Box“ und ein so genannter Ansing-Chor, dessen Mitglieder aus dem Einzugsbereich des Erzbistums zusammengestellt worden waren.

KirchenMusikWoche 2018
Mitmachen war angesagt: Der Ansing-Chor webte kontinuierlich ein „Heute sind wir alle Interpret(inn)en“-Band zwischen Publikum und Bühne – die Chormitglieder hatte sich für legere Alltagskleidung und nicht für festliche schwarze Outfits entschieden hatten. (Bild: Jörg Küster)

Beachtliche 14.600 Tickets wurden von in der Region ansässigen (Kirchen-)Chorsängern erworben – die im Innenraum bestuhlte Lanxess Arena war ausverkauft, und passend zum gewünschten Mitmach-Charakter erklangen ab 16 Uhr zehntausendstimmig Chormusik-Highlights von Komponisten wie Händel, Widor, Schubert und Rutter. Die meisten Teilnehmer hatten sich mithilfe eines im Vorfeld verteilten Programm- und Notenhefts auf den Event vorbereitet. Es wurden Gospels und Neue Geistliche Lieder, aber auch christliche Pop- und Rocksongs in eigens geschriebenen Arrangements intoniert.

„Im strahlenden Scheinwerferlicht stehen heute nicht nur die Künstler auf der Bühne, sondern wir alle als zigtausendköpfiger Arenachor“, betonte Erzdiözesan-Kirchenmusikdirektor Professor Richard Mailänder, der auf der Bühne eine humoristisch-musikalischen Einlage am Casio-Keyboard zum Besten gab.

Light Event: Mehr als nur Licht …

Mit der aufwändigen technischen Umsetzung des Events war die Kölner Light Event Veranstaltungstechnik GmbH unter Federführung von Projektleiter Sven Pülmanns befasst. Als technischer Generaldienstleister war Light Event für Beleuchtung, Beschallung, Videotechnik und Intercom zuständig. Die Kölner Veranstaltungstechnikspezialisten hatten sich in einer Ausschreibung gegen namhafte Mitbewerber durchgesetzt.

Bernd Reichert_KirchenMusikWoche 2018
Bernd Reichert war im Auftrag des Erzbistums Köln mit der Technischen Leitung des Groß-Events betraut. (Bild: Jörg Küster)

Zu den besonderen Herausforderungen zählte der Umstand, dass nach einem Aufbautag am Mittwoch und einem Probentag am Donnerstag große Teile des technischen Equipments demontiert und aus der Halle geschafft werden mussten: Freitags fand ein Konzert von Bryan Adams in der Kölner Arena statt, und die US-amerikanische Produktion wollte aus nachvollziehbaren Gründen ihr eigenes Bühnenbild sowie ihre mitgeführte Technik verwenden. Unmittelbar nach dem Ende des Adams-Konzerts übernahm Light Event mitten in der Nacht erneut die Halle, um am Samstagnachmittag spielbereit für das große Mitmach-Chorfest zu sein.

Technik in XXL

Unter technischen Aspekten waren diverse Besonderheiten zu berücksichtigen. Bernd Reichert, der im Auftrag des Erzbistums Köln mit der Technischen Leitung des Groß-Events betraut war, erläuterte: „Es muss nicht nur die Bühne, sondern die gesamte Halle ausgeleuchtet werden, weil die rund 15.000 Sängerinnen und -sänger ihre mitgebrachten Notenhefte lesen wollen – immerhin haben sich die mitmachenden Chorgemeinschaften ein halbes Jahr lang auf den heutigen Tag vorbereitet.“

KirchenMusikWoche 2018
In vorderster Reihe mit dabei: Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki (Bild: Jörg Küster)

Da der Zeitrahmen knapp bemessen war, kamen für die Publikumsausleuchtung zahlreiche Movinglights zum Einsatz, die sich ferngesteuert auf die gewünschten Positionen fahren ließen. Um die Dimension zu verdeutlichen: Von insgesamt 196 Washlights hingen 110 Lampen oberhalb des Publikumsbereichs!

Zwischen der Bühne und dem hinteren Oberrang ist in der Lanxess Arena eine Distanz von 120 Metern zu überbrücken, was ohne geeignete Maßnahmen dazu führen würde, dass im rückwärtigen Teil der Halle singende Teilnehmer bedingt durch die Laufzeit des Schalls ernsthafte Timing- und Intonationsschwierigkeiten gehabt hätten. Um in allen Bereichen von Deutschlands größter Veranstaltungshalle per Lautsprecherwiedergabe genügend Direktschallanteile wiederzugeben, setzte Light Event auf bewährte Lautsprecher von d&b audiotechnik. Weiterhin kam die fest in der Arena installierte Tonanlage zum Zuge. Audioseitig waren beim Mitmach-Chorfest insgesamt 164 (!) Input-Signale zu verwalten, weshalb der FOH-Platz mit gleich zwei großen Tonpulten bestückt war, welche die Signalflut unter sich aufteilten. Eine dritte Konsole war für das Monitoring auf der Bühne zuständig.

KirchenMusikWoche 2018
In vorderster Reihe mit dabei: Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki (Bild: Jörg Küster)

In einem Seitenrang hatte Light Event auf einem Balkon eine umfangreich ausgestattete Videoregie eingerichtet. Die Bildmischung wurde live ins Internet gestreamt. Rückspielungen in die Halle waren auf drei oberhalb der Bühne montierten Leinwänden zu sehen. Zwölf Kameras befanden sich im Einsatz. Für den späteren Einsatz in sozialen Netzwerken fand eine separate Aufzeichnung mit zusätzlichen Krankameras statt, deren Signale in der Postproduction mit Augmented-Reality-Elementen überlagert wurden, was insbesondere jüngere Zielgruppen ansprechen dürfte.

Klaus Schmitt, Geschäftsführer der Light Event Veranstaltungstechnik GmbH, kommentierte: „Wir freuen uns, als technischer Generaldienstleister zum Erfolg dieses außergewöhnlichen Events beitragen zu können. Für eine kirchliche Veranstaltung ist der Aufwand außergewöhnlich hoch, aber die durchweg positiven, vielfach sogar emotionalen Reaktionen zeigen, dass das Konzept aufgegangen ist.“

Showtime für alle

Wer bei dem von der katholischen Kirche ausgerichteten Groß-Event ein rigides Zeremoniell in Anlehnung an einen Gottesdienst erwartet hatte, wurde positiv überrascht: Die restlos ausverkaufte Veranstaltung wirkte angenehm entspannt, und falls es dem Erzbistum Köln ein Anliegen gewesen sein sollte, sich als moderne Gemeinde mit fester Verwurzelung in der heutigen Zeit zu präsentieren, darf man den Verantwortlichen gratulieren und dem Mitmach-Chorfest das Prädikat „Sehr sympathisch!“ zusprechen.

Anteil an der gelösten Atmosphäre hatte fraglos die gelungene Auswahl musikalischer Beiträge, unter denen für jeden Geschmack etwas zu finden war. Zu den zahlreichen Highlights gehörte ein umjubelter Auftritt der stimmlich auf ganzer Linie begeisternden King´s Singers. Die Bläck Fööss überzeugten mit vielstimmigen Gesangsarrangements und einer Extraportion Kölner Lokalkolorit. Praise&Worship-Protagonist Lothar Kosse bescherte mit seinem Titel „Näher zu Dir“ vielen Gästen den popmusikalischen Ohrwurm des Abends. Der Ansing-Chor mit schätzungsweise 85 Erwachsenen (sowie 175 Kindern bei einem speziellen Programmblock) webte kontinuierlich ein „Heute sind wir alle Interpret(inn)en“-Band zwischen Publikum und Bühne, zumal sich die Chormitglieder für legere Alltagskleidung und nicht für festliche schwarze Outfits entschieden hatten.

KirchenMusikWoche 2018
Erzdiözesan-Kirchenmusikdirektor Professor Richard Mailänder lieferte auf der Bühne eine humoristisch-musikalische Einlage am Casio-Keyboard. (Bild: Jörg Küster)

Das beinahe sechsstündige, von Melanie Wielens professionell moderierte Programm war flüssig choreografiert und ließ für die fast 15.000 Gesangsbegeisterten aller Altersstufen keine Langeweile aufkommen – das „Involvement“ war außerordentlich hoch, und vom Parkett bis zum obersten Rang wurde engagiert mitgesungen.

Durch eine geschickte Einrichtung der Beschallungsanlage blieben die im Vorfeld von einzelnen Mitgliedern des Produktionsteams befürchteten Timing-Probleme aus – die zahlreichen Lautsprecher übten ihre das Chorgeschehen ordnende Funktion zielsicher aus. Das Licht erfüllte die ihm zugedachte Aufgabe perfekt – stimmig und stimmungsvoll, ohne unnötige Effekthascherei. Wer als Gast seine Brille nicht vergessen oder ungünstigerweise auf den obersten Rangplätzen direkt unter dem Arenadach Platz genommen hatte, konnte dem musikalischen Geschehen in seinem Programm- und Notenheft problemlos folgen.

Sängerfest der Superlative

„Musik der Kirche zieht Menschen in ihren Bann und stiftet froh machende Gemeinschaft“, lautete der Leitsatz der KirchenMusikWoche 2018, und die Abschlussveranstaltung in der Lanxess Arena stellte diese Aussage eindrucksvoll unter Beweis: Das vermutlich größte Hallen-Chorkonzert, das Bistum und Stadt bislang erlebt haben, war ein voller Erfolg, und Erzdiözesan-Kirchenmusikdirektor Mailänder äußerte sich höchst zufrieden: „Wir haben gemeinsam bewiesen, wie lebendig Musik im Allgemeinen und Kirchenmusik im Besonderen sein kann – auch und gerade heute!“

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