Location-Konzept des Caterers aus Mainfranken

FR Catering: Die 89er Location-Liste

Zusätzlich zum etablierten 7-Punkte-Programm setzt FR Catering ab sofort auf eine 89er Location-Liste – was genau es damit auf sich hat, erläuterte FR-Geschäftsführer Farroch Radjeh in einem Gespräch mit EVENT PARTNER.

Event-Location Hofgut von Huenersdorff

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Wir würden noch viel mehr Veranstaltungen mit Ihnen machen, wenn Sie uns zusätzlich eigene Locations anbieten könnten! – Vermutlich ahnte Esra Alef, Business Unit Manager der White Label Events GmbH, während der Unterhaltung mit Farroch Radjeh nicht, dass diese Anmerkung den letzten Anstoß zu einem Veränderungsprozess geben sollte, der dessen Catering-Unternehmen seit Mitte des Jahres zusätzliche Horizonte eröffnet.

Farroch Radjeh ist Gründer, Geschäftsführer sowie „Gesicht“ der vielfach ausgezeichneten FR Event- und MesseCatering GmbH und in der Event-Branche weithin bekannt – jenseits von Qualität, Verlässlichkeit und Kontinuität nicht zuletzt auch durch sein beinahe gebetsmühlenartig vorgetragenes Credo, niemals eigene Locations betreiben zu wollen. „Meine Philosophie war schon immer, mich auf das zu konzentrieren, wovon ich wirklich etwas verstehe“, sagt Farroch Radjeh mit Nachdruck. „Ich gehöre zu den wenigen Caterern in Deutschland, die keine eigenen Locations betreiben. Ich besitze auch kein Restaurant, ich unterhalte kein Hotel und leite keinen Golfclub. Dafür machen wir mit FR Catering das, was wir machen, wirklich gut: Event- und Messe-Catering in der Direkten Wirtschaftskommunikation!“

Zeitzeichen

Dass FR Catering sich nun doch des Location-Themas – wenngleich in eigenständiger Form – annimmt, hängt nicht zuletzt mit der Marktentwicklung der vergangenen Jahre zusammen: „Als ich mit FR Catering angefangen habe, waren meine Wettbewerber ausschließlich Caterer, die keine eigenen Locations unterhielten“, erinnert sich Radjeh, dessen beruflicher Werdegang in der Hotelbranche begann. „Heute ist es dagegen so, dass viele Locations fest mit einem Catering-Unternehmen verbunden sind, was für den Endkunden nicht in jedem Fall sofort ersichtlich ist: Er fragt bei uns wegen des Caterings für seine Veranstaltung an, wir erstellen ein Angebot, und erst dann kommt plötzlich heraus, dass wir aufgrund anderweitiger Vereinbarungen als Anbieter in der betreffenden Location überhaupt nicht tätig werden können!

“Bezüglich der Unternehmensgröße bin und bleibe ich ein kleiner Caterer, der keine quantitativen, sondern ausschließlich qualitative Ziele verfolgt.”
Farroch Radjeh 

Leider haben wir solche Situationen in letzter Zeit häufiger erlebt, denn viele Caterer streben über die Liaison mit Locations eine gewisse Sicherheit an – es gibt Kollegen, die ganz offenkundig das Ziel verfolgen, eine wachsende Zahl von Locations ihr Eigen zu nennen.“ Dass die Location bei der Planung von Events ein primäres Entscheidungskriterium ist, zweifelt der erfahrene Catering-Profi nicht an: „Wenn die Location zu den Zielen der Veranstaltung passt, nimmt der Kunde in der Regel jedwedes Drumherum in Kauf.“ Farroch Radjeh schätzt einen fairen Wettbewerb, in dem sich die Anbieter durch Qualität profilieren müssen und nicht auf einer Monopolstellung ausruhen können. Die passende rhetorische Frage: „Wenn beispielsweise eine Veranstaltung in einer nicht fest gebundenen Location stattfindet und parallel dazu ein weiterer Event in der eigenen Location des Caterers anberaumt ist – wo wird er wohl sein A-Team hinschicken, damit er künftig weiterhin empfohlen wird?

Location-Kompetenz

Foto Hamburger Automuseum
Das Automuseum PROTOTYP in der Hamburger
Speicherstadt

Sein Eigen nennt Radjeh weiterhin keine Location. Neu bei FR Catering ist allerdings die vertraglich untermauerte Kooperation mit vielen Catering-freien Locations im gesamten Bundesgebiet. Die Entscheidung, die bisherige Ausrichtung von FR Catering zu verbreitern, fiel bereits im Frühjahr 2012: „Ab diesem Zeitpunkt begann ich, mich im Markt nach qualifizierten Leuten umzuschauen, die für mich im Rahmen der Recherche tätig werden können“, berichtet Farroch Radjeh. „Schließlich habe ich zwei branchenaffine Freelancer gefunden, die sich der Aufgabe engagiert und mit sehr guten Ergebnissen angenommen haben.“ Resultat der Anstrengungen ist eine Liste mit insgesamt 89 kooperationswilligen Locations.

Die Deutschlandkarte hat Farroch Radjeh in diesem Zusammenhang in acht strategisch sinnvolle Bereiche segmentiert. Selbstverständlich wurde auf unterschiedliche Location-Größen geachtet, so dass passende Angebote für Veranstaltungen mit nur wenigen Gästen bis hin zu mehreren tausend Personen unterbreitet werden können. Alle Event-relevanten Eckdaten der Locations wurden erfasst, weshalb Kundenanfragen bis ins Detail kompetent beantwortet werden können. Das Angebot ist umfangreich und beinhaltet Locations für jeden Geschmack und jedes Vorhaben: Vom schicken Loft über Museen, Theater, Filmstudios, Kongresszentren, Industriegebäude und Schlösser bis hin zu Hallenbad, Flughafen und Kloster. Sogar ein ehemaliges Möbelhaus ist in der breit gefächerten Kollektion zu finden; Details sind bei FR Catering (www.frcatering.de) zu erfragen.

Bilster Berg Drive Resort
Die neu eröffnete private Rennstrecke „Bilster Berg Drive Resort“

„Es ist ein dynamischer Prozess, der niemals enden wird“, antwortet Farroch Radjeh auf die obligatorische Frage nach künftigen Aktualisierungen. „Ich werde die Liste jedes Jahr anpassen und vervollständigen lassen, und es ist durchaus möglich, dass eine Location wieder aus der Listung genommen wird, wenn sie sich rückblickend als nicht geeignet erweisen sollte.“ Neben in der Event-Szene weithin bekannten Veranstaltungsorten wird die Liste nach Radjehs Worten „stets auch ein paar unverbrauchte Geheimtipps“ beinhalten. Logistische Herausforderungen nimmt der erfahrene Caterer dabei gerne an: „Für den Fall der Fälle besitzen wir mobile Küchen – wir brauchen im Prinzip nur Starkstrom und Wasser“, so Radjeh.

Transparenz

Mit den Locations hat FR Catering einen Kooperationsvertrag geschlossen: „Die Betreiber sollen FR Catering gar nicht explizit weiterempfehlen – sie sollen mir lediglich erlauben, dass ich ihre Location potenziellen Kunden vorschlagen darf“, erklärt Farroch Radjeh und erlaubt sich einen kurzen Seitenhieb auf bekannte Branchengepflogenheiten: „Ich lebe nicht von Rückvergütungen. Wenn ein Kunde mich nach einer Licht- und Tontechnikfirma oder einem Zeltbauer fragt, kann ich ihm selbstverständlich jemanden empfehlen – die Preise werden dann aber transparent durchgereicht, denn davon lebe ich nicht! Sollte ein Kunde mich wirklich einmal mit einem riesigen Berg von Anfragen zu Netzwerkleistungen überschütten, stelle ich ihm offen Projektierungskosten in Rechnung.“

Um seine Worte zu unterstreichen, zeigt Farroch Radjeh den Kooperationsvertrag, in dem unter §2 Folgendes festgehalten ist: „Wenn zwischen dem von FR Catering vermittelten Kunden und der Location ein Vertrag zu Stande kommt, so erwartet FR Catering für die Vermittlung weder eine Vermittlungsprovision noch eine Rückvergütung, Vergünstigung oder sonstige Leistung. Falls die Location in solchen Fällen üblicherweise Vermittlungsprovisionen oder ähnliche Zahlungen gewährt, bittet FR Catering die Location, solche Leistungen in Form von Preisnachlässen an den vermittelten Kunden weiterzugeben.“

Qualität statt Quantität

„An der Philosophie von FR Catering hat sich durch die 89er Location-Liste nichts geändert – ich suche lediglich eine Brücke zwischen meinen unantastbaren Prinzipien und der Tatsache, dass uns ein Markt wegbrechen würde, wenn wir nichts unternehmen“, so Farroch Radjeh. „Das, was unsere Köche produzieren, ist sein Geld wert – eine gute Leistung kostet nun einmal Geld! Ich suche Kunden, die diese Tatsache anerkennen und die nicht nur an einem möglichst billigen Angebot interessiert sind. Mit dieser Philosophie fahre ich gut, und ich werde mein Geschäft niemals anders handhaben!“

Mit der neuen 89er Location-Liste begibt sich FR Catering seit dem 3. Juli 2013 aktiv in die Öffentlichkeit. In einem ersten Schritt wurde eine Mail an 338 ausgewählte Kunden verschickt – innerhalb einer Woche gingen 43 interessierte Rückmeldungen ein, was einer sehr guten Rücklaufquote entspricht. Farroch Radjeh geht es nach eigenem Bekunden nicht darum, ad hoc zusätzliches Geschäft zu generieren: „Bezüglich der Unternehmensgröße bin und bleibe ich ein kleiner Caterer, der keine quantitativen, sondern ausschließlich qualitative Ziele verfolgt!“, sagt Radjeh bescheiden. „Selbstverständlich muss ich Geld verdienen, um diesen Weg weiter verfolgen und meine Mitarbeiter anständig bezahlen zu können – es nutzt mir allerdings nichts, einen zweistelligen Millionenumsatz zu machen, wenn ich am Jahresende damit keinen Profit erziele. Mir genügt ein deutlich kleinerer Umsatz, bei dem ich am Ende des Jahres wirklich Geld verdiene. Ein quantitatives Wachstum ist nicht mein Ziel, weil ich sonst mein gesamtes Unternehmen neu definieren müsste – ich kann und will keine 17 Veranstaltungen am gleichen Tag betreuen, weil ich dabei vermutlich komplett den Überblick verlieren würde. Ich halte meine Firma lieber im wahrsten Sinn des Wortes überschaubar.“

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