Zur IAA 2021: Die vier Ringe in Mixed Reality

Virtuelles Exponat on air: Innovative Visualisierung von Exponaten

Für die Weltpremiere des Concepts Cars „Grandsphere“ entschied sich die Audi AG für eine gestreamte Pressepräsentation und nutzte dafür die von der Agentur SXCES entwickelte Technologie des „Virtuellen Exponats on air“.

Audi Sxes IAA 2021
Fortschrittliche Vorstellung des Designs mittels virtuellem Exponat (Bild: SXCES Communication)

Zu der erstmals in München stattgefundenen Internationalen Automobilausstellung (IAA Mobility) stand bei Audi erneut die Elektromobilität im Fokus. Die Ingolstädter präsentierten den Audi Grandsphere als Concept Car in der Audi-Erlebniswelt „House of Progress“, wenn auch nur auf der Bühne, nicht zum Anfassen für Besucher. Wenige Tage vor Messebeginn aber wurde die Studie der Luxuslimousine den internationalen Fachjournalisten vorgestellt – mittels des innovativen Digitalformats „Virtuelles Exponat on air“, einer Mixed-Reality-Technologie aus dem Hause SXCES. In einem rund zehnminütigen Film konnte der Grandsphere so auf beeindruckende Weise zum Leben erweckt werden.

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Viele Jahre Zusammenarbeit

Schon seit vielen Jahren entwickelt die Agentur SXCES, u.a. mit Sitz in Hamburg, Kommunikationslösungen für die Presseabteilung des bayrischen Automobilkonzerns und konnte auch für die Pressevorstellung des Grandsphere ein neues Konzept realisieren. Ziel dabei war es, möglichst „hautnah“, wenn auch „nur“ virtuell am Computer entwickelt, die Idee des Concept Cars für die aus ihren (Home-)Offices zugeschalteten Journalisten erlebbar zu machen. Im Fokus war hierbei vor allem das Design des elektrischen Oberklasse-Gleiters.

Zu diesem Zweck wurden drei Audi-Designer im Studio gefilmt, das Auto aber, dessen Features sie begeistert präsentieren, befand sich nicht im Raum. Es wurde in Echtzeit via Mixed Reality in das reale Kamerabild integriert, so dass ein ganzheitlicher Eindruck entstand. „Die Vorteile dieser innovativen Anwendung von Mixed Reality liegen auf der Hand“, so Sebastian Kuhn, Unit-Leiter Virtual Technologies bei SXCES. „Auf Basis der Original-CAD-Daten können wir den Content sehr schnell und flexibel aufbereiten und Details, z.B. in sogenannten Explosionsdarstellungen, zeigen.“

Obwohl die Audi-Designer in einem leeren Studio standen, konnten die Zuschauenden vor den Bildschirmen das Concept Car sehen.
Obwohl die Audi-Designer in einem leeren Studio standen, konnten die Zuschauenden vor den Bildschirmen das Concept Car sehen. (Bild: SXCES Communication)

Einsatz bei Tech Talks und digitalen Sneak Previews

So erleben Zuschauer in dieser Präsentation, wie sich Audi das automatisierte Fahren auf Level 4 in seinem zukünftigen Oberklasse-Modell vorstellt. Passagiere des Grandsphere reisen dabei in einem äußerst geräumigen Innenraum und finden neben edlem Interieur ein vollkommen neues Bedienkonzept, das auf der vollständigen Steuerung durch Berührung, Gesten, Sprache, Handschrifteneingabe sowie Eyetracking basiert. Klassische Displays werden fast komplett durch Projektionen auf die Fläche unterhalb der Windschutzscheibe ersetzt. Das Concept Car hat außerdem ein ein- und ausfahrbares Lenkrad, das beim Fahren im Level-4-Modus hinter einer Klappe versteckt liegt und nur auf Wunsch des Fahrers, das Steuer zu übernehmen, ausgefahren wird.

„Mit dem Audi Grandsphere Concept geben wir einen Ausblick auf das Audi-Design von morgen“, erklärt Marjan Blazevski, zuständig für die Koordination technischer Visualisierung bei Audi. „Das Virtuelle Exponat on air stellt das Design des Concept Cars in fortschrittlicher Weise dar und wird sein Potenzial in Zukunft mittels Visualisierung von konkreten Technologien sicher noch weiter unter Beweis stellen. Dafür sind unterschiedliche Formate wie Tech Talks oder digitale Sneak Previews denkbar.“

Einmaliger Technologie-Mix

Die Ansprache der Zielgruppe internationaler Automobiljournalisten muss hohen Ansprüchen gerecht werden, meint Marjan Blazevski: „Durch den Einsatz der Virtuellen Exponate on air schreiben wir die Digitalisierung unserer Pressekommunikation weiter fort. Denn dies eröffnet uns vollkommen neue Möglichkeiten, Journalisten über unsere Produkte zu informieren.“ Darüber hinaus bietet das Format ein großes Potenzial, Kosten einzusparen, so der Projektleiter, sowohl für die Produktion als auch Transport rund um den Erdball und die damit verbundene Lagerung, Reparatur und etwaige Entsorgung.

„Gegenwärtig ist diese Art der Produktion ein einmaliger Technologie-Mix, der auf der Unreal-Engine des Fortnite-Anbieters Epic Games basiert und von uns mit neuester Tracking-Technologie von Trackmen und Ghostframe kombiniert wurde“, sagt Sebastian Kuhn. Die wesentlichen Design-Merkmale des Grandsphere Concept wurden dabei als visuelle Highlights via Motion Design hervorgehoben, die Linienführung von der Front bis zum Diffusor, die Schultern, Glasflächen an den Seiten und am Dach sowie die neue Lichtsignatur mit 3D-Effekten gezeigt.

Das Virtuelle Exponat on air kombiniert Mixed Reality mit einer Broadcast-Kamera und einer Tracking-Kamera.
Das Virtuelle Exponat on air kombiniert Mixed Reality mit einer Broadcast-Kamera und einer Tracking-Kamera. (Bild: SXCES Communication)

Der Ursprung: Virtuelle Exponate mit der Microsoft HoloLens

Das preisgekrönte virtuelle Exponat von SXCES habe schon 2017 basierend auf der Microsoft HoloLens damit gearbeitet, sich rein virtuell durch komplexe Fahrzeugmodelle zu bewegen, ohne dass bauliche Gegebenheiten die Perspektiven einschränken würden, erklärt Sebastian Kuhn: „Wir können so 3D-Daten in einer Form erlebbar machen, die es bis dato nicht gibt, bei Fahrzeugen quasi unters Blech blicken, Funktionen selbst in geschlossenen Gehäusen darstellen und somit bis ins allerletzte Zahnrädchen vordringen oder visuelle Ebenen hinzufügen.“ Das neue Virtuelle Exponat on air kombiniert Mixed Reality dabei mit einer Broadcast-Kamera und einer Tracking-Kamera so, dass es sich anhand optischer Merkmale im Raum orientieren kann.

Gut vier Monate Zeit hatte das SXCES-Team, um das Briefing von Audi für diese holistische Präsentation des Grandsphere umzusetzen. Ein vollständig digitales Präsentationskonzept, das alle relevanten Informationen didaktisch aufbereitet und gleichzeitig viel Raum lässt für die „Magie“, wie die Designer das Auto entwickelt haben, erläutert Sebastian Kuhn: „Gezielt konnten wir die Highlights des Grandsphere vertiefen, die USPs dieses Concept Cars hervorheben.“ Schließlich betont der Unit-Leiter: „Dieses Format ist noch lange nicht zu Ende erzählt. Denn digitalisierte Exponate eignen sich auch für andere Unternehmen, die ihre Produkte mit entsprechenden CAD-Daten inszenieren möchten.“

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