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Kommentar zum Manifest Restart des Forums Veranstaltungswirtschaft

Das Motto des Forums Veranstaltungswirtschaft*: Veranstaltungen werden zum sichersten Raum, so Prof. Jens Michow, Präsident des BDKV. Dazu hat die Allianz ein Manifest Restart vorgelegt, dessen Kernbestandteil eine Genehmigungsmatrix ist. Ein Kommentar von Martina Courth, Chefredakteurin EVENT PARTNER. 

Genehmigungsmatrix-Ausschnitt
Genehmigungsmatrix-Ausschnitt (Bild: Forum Veranstaltungswirtschaft)

Anhand der Genehmigungsmatrix sollen Veranstalter selbst wählen können, in welcher Risikostufe, unter welchen allgemeinen und besonderen Infektionsschutz- und Hygienemaßnahmen und mit welchen Kapazitäten sie eine Veranstaltung durchführen wollen. Eine Anmeldung des geplanten Events bei den Behörden solle weiterhin nötig sein, aber bis zu einer gewissen, nicht weiter benannten Grenze sollen Veranstaltungen demnach keiner Genehmigung bedürfen. Die Behörde könne sich auf die Kontrolle beschränken, erklärt Marten Pauls von Campo Event Engineering, der maßgeblich an der Ausarbeitung der Matrix beteiligt war.

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>> Hier die Genehmigungsmatrix zur Ansicht

Rahmenbedingungen und Kostenübernahme durch den Staat

Als Rahmenbedingungen für die Wiederaufnahme des Veranstaltungsbetriebs fordert das Manifest die Ausrichtung zulässiger Teilnehmerzahlen (und notwendiger Maßnahmen) an der Kapazität sowie den baulichen Voraussetzungen von Spielstätten, am jeweiligen Veranstaltungsformat und der Zulassung von Testverfahren. Daneben sei eine bundesweit einheitliche Umsetzung hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit des Neustarts vonnöten. Hinsichtlich der Kosten für die Umsetzung des vorgelegten Konzeptes setzt das Forum auf die Unterstützung von Bund und Ländern, die einen wirtschaftlichen Ausgleich reduzierter Kapazitäten, die Übernahme von Testkosten ebenso wie die Erstattung bei Verlegungen und Ausfällen gewährleisten sollen. Ganz nach der Devise: Förderung von Veranstaltungen vor Förderung von Stillstand.

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Martina Courth (Bild: EMG)

Realistische Werte in der Genehmigungsmatrix?

Das Manifest selbst wurde im Vorfeld – im Gegensatz zum Vorgehen anderer Strategiepapiere – nicht mit Verantwortlichen aus dem politischen Umfeld abgestimmt. Man habe einen anderen Ansatz gewählt und mit Veranstaltungsexperten:innen ein Konzept ausgearbeitet, legt Michow dar. Es sei gut, dass es viele Konzepte gäbe, wenn dann aus allen das Beste herausgefiltert werde. Fraglich, wie realistisch die in der Genehmigungsmatrix gewählten Werte tatsächlich sind – wer würde denn bei einem Inzidenzwert zwischen 100 und 200 nur mit den Maßnahmen AHA + L, besondere Kontakterfassung, Infektionsschutz- und Hygienekonzept sowie Hygieneverantwortliche:r vor Ort tatsächlich eine Hallenauslastung von 25% genehmigen? Das scheint doch etwas weltfremd, was die aktuelle Haltung politischer Akteure, aber auch die Sorge vor Ansteckung seitens der Bevölkerung angeht.

„Wir sind Teil der Lösung und nicht das Problem“, bekräftigt Karsten Schölermann von der LIVEKOMM energisch. Hier ist ihm die Zustimmung der anzunehmen kompletten Eventbranche sicher. Insofern ist das Manifest Restart des Forums Veranstaltungswirtschaft ein gutes Diskussionspapier, wenn auch bestimmt nicht der finale Wurf.


* Im Forum Veranstaltungswirtschaft versammeln sich die Verbände BDKV (Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft e.V.), EVVC (Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren e.V.), der ISDV (Interessengemeinschaft der selbständigen Dienstleisterinnen und Dienstleister in der Veranstaltungswirtschaft), LIVEKOMM (Verband der Musikspielstätten in Deutschland e.V.) und VPLT (Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik e.V.).

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Dem Statement “Förderung von Veranstaltungen vor Förderung von Stillstand” kann ich nur beipflichten! Zumindest ist diese Genehmigungsmatrix ein Ansatz in die richtige Richtung und bedanke mich beim Forum Veranstaltungs-wirtschaft für die Initiative ! Ob die Verantwortlichen in der Politik das auch so sehen? Fakt ist, dass nahezu das komplette Veranstaltungsgeschäft brach liegt und viele KMU´s dieses jetzt 1 Jahr andauernde Verbot nicht durchhalten werden (egal ob Messeveranstalter, Bühnen, Künstler, Tourneeagenturen usw.) und das ist eine Schande! Zumal die von den Politikern lautstark propagierten Hilfsmaßnahmen, Überbrückungshilfen, Novemberhilfe und andere Programm usw. nicht bei den Betroffenen ankommen bzw. die Bedingungen in den Anträgen für ganz viele o.g. Betriebe nicht anwendbar sind.

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