Produkt: Event Partner 03/2019
Event Partner 03/2019
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#BrandEx

Fazit BrandEx 2020: Mission geglückt. Branchentreffpunkt installiert.

Das International Festival of Brand Experience – kurz BrandEx – will sich als neuer Treffpunkt für die Eventbranche zum Jahresauftakt positionieren. Nach einem holprigen Start in 2019 wurde das nachgebesserte Konzept im Folgejahr gut angenommen.

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>> Hier finden Sie alle Gewinner des BrandEx Awards 2020.

Früher hatte jeder Eventagenturmensch diesen einen Tag im November, wenn die FAMAB Awards verliehen wurden, als Must-go-to in seinem Kalender verewigt. Hier traf man mit Kollegen aus der gesamten Republik, feierte die ausgezeichneten Projekte des vergangenen Jahres – und feierte weiter. Sich selbst und die Branche. Ein Agenturmensch hat einigen Anspruch an ein Event, höher, schneller, weiter, oder besser: kurzweiliger, innovativer, kreativer. Da der Abend jedoch durch Sponsorenleistungen gestemmt wurde, entschloss sich der Veranstalter FAMAB, die Verantwortung auf breitere Schultern zu verteilen, und initiierte eine Neuauflage in Kooperation mit der Westfalenhallen Unternehmensgruppe als neuem Veranstalter, dem Studieninstitut für Kommunikation und dem BlachReport.

BrandEx 2020 Colja Dams und Jan Kalbfleisch
Colja Dams (Vok Dams) und Jan Kalbfleisch (FAMAB) im Gespräch auf dem BrandEx 2020 (Bild: Anna Habenicht)

Das neue Konzept sieht jetzt ein ganztägiges Festival vor, gefolgt am Abend von der Award Show und der obligatorischen Party. Der Agenturmensch ist dabei aber auch ein Mensch, der erstmal lernen musste, lernen, dass es bereits tagsüber ein lohnenswertes Programm und die Möglichkeit für jede Menge Networking gibt. Sowie jedes neue Konzept einer gewissen Nachjustierung Bedarf, Verbesserungsvorschläge, die sich die Initiatoren zu Herzen genommen haben. In der zweiten Auflage des BrandEx haben diese beiden Faktoren gut ineinandergewirkt und so war der 14. Januar ein durchaus gelungener Start in das Eventjahr 2020.

Gelungenes neues Raumkonzept

Dem Fakt, dass der Agenturmensch kein Morgenmensch, wurde mit der Verschiebung des Beginns von 9 auf 11 Uhr Rechnung getragen, und so war 2020 nach dem Auftaktfrühstück die Halle 3 der Messe Dortmund gleich gut gefüllt. 80 Speaker auf neun Bühnen warteten auf die Besucher. Das Raumkonzept war überarbeitet worden, ein Teil der Messehalle abgetrennt, die Main Stage befand sich nunmehr seitlich am Rand und wurde, wenn nicht gerade bespielt, abgehängt. Das ließ das Publikum gefühlt in der Mitte des Raumes „zusammenwachsen“, die letztjährige Leere in der Mitte des Raumes, verursacht durch die unbespielte Hauptbühne, wurde geschlossen.

Viele Gestaltungselemente aus dem vergangenen Jahr waren übernommen worden, ein Plus für die Nachhaltigkeit.

BrandEx 2020 Central Area
Die Central Area des BrandEx 2020 (Bild: Anna Habenicht)

Weniger Programm, mehr Qualität

Auch die Anzahl der Programmpunkte hatte eine Überarbeitung erfahren, der Information Overload war beim BrandEx 2020 weniger groß, wenn auch immer noch zu groß, wie viele anmerkten. Man fühlte sich als Besucher im Dilemma, welchen Vortrag man sich anschauen wollte – und entschied sich dann zuweilen doch für den Smalltalk mit dem lange nicht gesehenen Branchenkollegen. Eine weitere Reduktion der Angebotsvielfalt – zugunsten einer höheren Qualität der Vorträge – würde dem Festival nur guttun. Mehr Blick über den Tellerrand, weniger Eigendarstellung.

BrandEx 2020 Arbeitgeber Herzblatt
Beim Arbeitgeber Herzblatt auf dem BrandEx 2020 kämpften unter anderem Anja Osswald (l.), Phocus Brand Contact, Andreas Horbelt, facts and fiction, und Melanie Piorek, Vok Dams, um die Gunst des Nachwuchses. (Bild: Anna Habenicht)

Highlights 2020 waren Prof. Roland Lambrette mit seiner leicht melancholischen Keynote, der das diesjährige Motto „02 | Die Leidenschaft“ aufgriff und die Eventbranche aufforderte, mehr Verantwortung zu übernehmen, nachhaltiger zu agieren. Verantwortungsvolle Kommunikation sei profitabel, so Lambrettes Überzeugung, und damit forderte er die Branche auf, die Communicators for Future zu gründen.

BrandEx 2020 Roland Lambrette
Roland Lambrette auf dem BrandEx 2020 (Bild: Anna Habenicht)

Gut besucht waren auch die Panels, in denen Endkunden mitdiskutierten, hier hätte man gerne mehr als die recht knapp veranschlagten 30 Minuten zugehört. Das Nachwuchsprogramm im Fresh Club wurde allseits positiv erwähnt, dort spürte man die größte Kreativität, Bereitschaft ungewöhnliche Formate auszuprobieren, etwa das Arbeitgeber Herzblatt oder Speeddating auf dem Klo. Get shit done! Anja Backhaus moderierte sympathisch und versiert auf der Main Stage. Standing Ovations erfuhr Cesy Leonard, Chefin des Planungsstabs vom Zentrum für Politische Schönheit, für ihre Aufschlüsselung der Kunstaktion zur Installation der Nachbildung des Holocaust-Mahnmals im Nachbargarten von AfD-Politiker Bernd Höcke. Bitte mehr solcher Programmpunkte!

BrandEx 2020 get shit done(Bild: Anna Habenicht)

Und: Warum eigentlich am klassischen Festival-Format à la Rock am Ring 1995 mit reiner Frontbespaßung festhalten? Für Endkunden macht die Eventbranche Unmögliches möglich, zaubert die verrücktesten Involvement-Formate aus dem Hut. Dann wäre es auch ein echtes Festival im heutigen Sinne.

Kurzweiliges Casino: die Award-Show

Waren tagsüber zum Festival schon doppelt so viele Teilnehmer wie noch 2019 anwesend, konnten sich die Initiatoren zur Award Show am Abend über ausverkaufte 1.000 Plätze freuen. Aus 149 Einreichungen kürte die Jury 51 Gewinner, die in einer der kurzweiligsten Award-Shows seit langem – 1:40 Stunde trotz 18 Minuten verspätetem Beginn – ihre Platzierungen erfuhren, ob Gold, Silber oder Bronze. Aljoscha Höhn, der als Moderator quasi nicht mehr wegzudenken ist, ließ die Slot Machine auf der riesigen Projektionswand rollen. Etwas schade war die Vorhersehbarkeit der Veranstaltung, schön wäre es auch gewesen, wenn sich das Publikum mehr an die eigene Nase gepackt hätte und den Kollegen durch entsprechenden Applaus die gebührende Wertschätzung entgegengebracht hätte.

BrandEx Award 2020 Slot Machine
Eine Slot Machine verkündete 2020 die Gewinner der BrandEx Awards. (Bild: Anna Habenicht)

Aber Verbesserungspotenzial und -ideen wird es wohl immer geben. Das wäre ja sonst auch zu langweilig, perfekter Fortbestand ohne Evolution. Und unsere Branche meckert auch gerne auf einem hohen Niveau 😉

Produkt: Event Partner 02/2019
Event Partner 02/2019
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