Recruiting-Tipps

Wie gewinnt man Mitarbeitende (in der Eventbranche)?

Im zweiten Teil unserer Reihe „Employer Branding“ geht es insbesondere um die Frage „Wie gelingt es Unternehmen im Rahmen der Arbeitgebermarkenbildung, Mitarbeitende zu gewinnen?“ Neue, aber auch bewährte Wege bringen uns dem Ziel der erfolgreichen Personalgewinnung näher.

Puzzleteile mit Personen drauf(Bild: Shutterstock / tomertu)

Auf Basis einer gewählten Employer-Branding-Strategie steht nun die erfolgreiche Mitarbeitergewinnung im Fokus. Wir beleuchten einige Mittel zum Zweck mit ihren Dos and Don’ts: die Karrierewebsite, die klassische Stellenanzeige, die Social-Media-Möglichkeiten und den Aspekt Messen.

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Karrierewebsite

Sie ist der Dreh- und Angelpunkt beim Thema Mitarbeitergewinnung – die Karrierewebsite. Um die Wichtigkeit des Personals zu unterstreichen, wird diese spezielle Seite meist als Unterrubrik der Unternehmenswebsite geführt. Im Zentrum steht die Arbeitgebermarke als Aushängeschild, um neue Mitarbeitende zu werben. Die inhaltlichen Unternehmensinformationen und Stellenangebote sollten zielgerichtet, transparent und möglichst passgenau sein. Aktualität und Dynamik haben einen hohen Stellenwert bei den Nutzer:innen, wobei der Bewerbungsprozess so schnell und intuitiv wie möglich gestaltet sein sollte. Eine Bewerbung via Video, Messenger oder über wenige Klicks nimmt die Hürden für eine Anfrage. Die Interaktion mit dem Anbieter, beispielsweise über Chatbots, oder auch Möglichkeiten einer Suchfunktion, Merkliste sowie einer Suchhistorie können hohe Absprungraten verhindern.

Die Erwartungen der Nutzer:innen an die digitalen Medien sind hoch, und Faktoren wie einfache Navigation, Übersichtlichkeit, Funktionalität oder Mobile- und SEO-Optimierung gehören auf der Karrierewebsite zum Standard. Zunehmend wichtig werden die künstliche Intelligenz (KI) und das smarte, semantische Suchen zum Thema.


„Employer Branding ist ein Prozess, kein Personalmarketing. Planen Sie dafür Zeit und Ressourcen ein und vor allem: Schlagen Sie mutige und kreative Wege bei der Personalgewinnung ein.“

Sabine Vockrodt, Owner of HR Solutions Ebner Media Group


Stellenanzeige

Zur klassischen Stellenanzeige gibt es keine Alternative. Doch inhaltlich bietet die Stellenanzeige viele Stolpersteine. Mit zehn Tipps für „Die optimale Stellenanzeige“ aus dem JOBNETWORK der Ebner Media Group sollten sich diese aus dem Weg räumen lassen:

  1. Anzeige gut strukturieren
  2. Bild als emotionalen Einstieg platzieren
  3. Aufgabenbeschreibung klar und deutlich formulieren
  4. konkrete Angaben bei Benefits
  5. aus Bewerbersicht formulieren
  6. Unternehmen authentisch beschreiben
  7. gängige Jobbezeichnungen verwenden
  8. klare Begriffe beim Anforderungsprofil verwenden
  9. einfaches Bewerbungsverfahren ermöglichen
  10. Call-to-action mit Kontaktperson

Hinweis

Details zu den zehn Tipps und die beispielhafte Gestaltung einer Stellenanzeige finden Interessierte im kostenlosen Whitepaper. Einfach zum Newsletter „Good Morning HR“ anmelden und runterladen.


Raus in die Welt

Für die Verbreitung der Stellenanzeige steht die Unternehmenswebsite bzw. die Karrierewebsite bei den Unternehmen derzeit an erster Stelle, gefolgt von Internet-Stellenbörsen und der Agentur für Arbeit. Mitarbeiterempfehlungen und Karrierenetzwerke nehmen an Bedeutung zu, dann erst folgen Soziale Netzwerkplattformen oder Printmedien. Als Stellenbörsen bieten sich zum einen die großen Generalisten (z.B. stepstone.de, indeed.de) oder lokale Web-Portale (z.B. meinestadt.de, jobsintown.de) an. Zum anderen gibt es Branchenportale für die MICE-, Hospitality- und Eventbranche (z.B. eventmanager.de, pregas.de/category/jobs). Andere Wege führen über Fachmagazine (z.B. jobs.leatcon.com, jobsterne.de), Branchenverbände (z.B. dehoga) oder auch über Branchenportale der Generalisten (z.B. hotelcareer.de). Teilweise sind die Portale und Websites miteinander verwoben, auch um eine größere Reichweite zu bieten.

Der Vorteil von branchenspezifischen Angeboten liegt nicht in der Menge, sondern in der Passgenauigkeit des Angebots. Der Zugang von Unternehmen zu den Profis und potenziellen Bewerber:innen ist gezielter möglich als bei den Generalisten. Und auch für Bewerber:innen ist es nahezu ein „Muss“ sich auf den Branchenportalen des eigenen Fachgebiets umzusehen, um erfolgreich zu sein.


Über LEaT Jobs

Die Brand LEaT versteht sich als übergreifende Branchenplattform, die mit ihren verschiedenen Säulen den Zusammenhalt, den Austausch und das Networking der Entertainment- und Eventbranche nachhaltig stärkt. Innerhalb des LEaT Universums, zu dem neben LEaT Jobs auch die LEaT con, die LEaT con X und die LEaT academy gehören, will LEaT Jobs dem Thema Nachwuchs- und Fachkräftemangel in der Branche begegnen und als Stellenmarkt der Entertainment-Industrie personelle Hilfestellung leisten.

LEaT Jobs hebt sich von anderen Stellenmärkten der Branche ab, da hier die Zielgruppen der führenden Fachmarken PRODUCTION PARTNER, EVENT PARTNER, PROFESSIONAL SYSTEM und FILM&TV KAMERA vereint werden. Durch den Zusammenschluss erhöht sich die Reichweite von LEaT Jobs um ein Vielfaches und garantiert damit höchste Sichtbarkeit für eine Stellenanzeige aus den Bereichen Event, Veranstaltungstechnik, AV-Systemintegration, Filmproduktion und Entertainment.


Social Media

Ist man auf der Suche nach neuen Bewerber:innen in den sozialen Medien unterwegs, sind Authentizität, persönlicher Kontakt und klare Regeln wichtig. Sie unterstreichen das Arbeitgeber-Image sowie die Glaubwürdigkeit des Angebots. Auch mit kleinen Budgets kann man dort eine Arbeitgebermarke schaffen und erfolgreich bei der Personalgewinnung sein. Bei der Auswahl des „richtigen“ Kanals spielt die Recherche und Festlegung der Zielgruppe im Vorfeld des Social-Media-Engagements eine wichtige Rolle. Im Rahmen des Employer Branding sind die Möglichkeiten der Mitarbeitergewinnung dort vielschichtig. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Kanäle von Facebook, Google Netzwerke, (Branchen-)Blogs, TikTok, LinkedIn oder Xing über Instagram, kununu, WhatsApp, YouTube, Vimeo, Twitter, Flicker und viele mehr. In den sozialen Netzwerken treffen Unternehmen oftmals auf eine wechselbereite Zielgruppe, was auch das Abwerben von Mitarbeitenden erleichtert.


„Der zentrale Erfolgsfaktor für erfolgreiches Employer Branding stellt ein Fahrplan dar, der festlegt, wie man sinnvolle Maßnahmen mit den notwendigen Mitarbeitenden und finanziellen Ressourcen umsetzt.“

Lothar Winnen, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats im degefest e.V. und Leiter des Masterstudiengangs Strategische Live Kommunikation an der TH Mittelhessen

Lothar Winnen
Lothar Winnen (Bild: Lothar Winnen)

Messen

Messen unterstützen das Unternehmen bei der Mitarbeitergewinnung und werden als sinnvolle Maßnahme angesehen. Allerdings sind reine Job-Messen für die MICE, Hospitality- und Eventbranche nicht besonders relevant. Erfolgversprechend sind Branchenmessen für die Gewinnung von Fachpersonal oder auch lokale Messen für die Azubi-Gewinnung. Aber auch Veranstaltungen bieten sich in der Eventbranche an, um Kontakte zu knüpfen und die Arbeitgebermarke zu vertreten. Im Vorfeld muss allerdings klar herausgearbeitet werden, welche potenziellen Interessenten man antreffen kann und ob diese mit den eigenen Wünschen übereinstimmen. Ist man auf der Messe mit einem eigenen Stand vertreten, sind die Mitarbeitenden und/oder Vertreter:innen aus dem HR meist die ersten Ansprechpartner:innen am Info-Point. Hierfür ist ein Briefing der Mitarbeitenden über die Arbeitgebermarke, die Vakanzen und Bewerbungsabläufe sinnvoll. Statt reiner Werbung am Stand sind persönliche Kontakte, Fachgespräche und positive Erfahrungsberichte über die Aufgaben und die Kultur seitens der Unternehmensvertreter:innen wertvoll für neue Bewerber:innen und ein weiterhin positives Arbeitgeber-Image.

Und was noch?

Es gibt darüber hinaus noch viele weitere Aspekte zur erfolgreichen Mitarbeitergewinnung, und nicht unbedingt ist ein großes Budget notwendig. Echtes Bildmaterial der eigenen Mitarbeitenden und aus dem Unternehmen sind beispielsweise ein wichtiger Bestandteil eines authentischen Images. Auch eigene Videos, Advertorials oder beispielsweise Azubi-Blogs können die Arbeitgebermarke stärken und als weiteres Instrument im Marketing-Mix dienen. Oftmals lohnt es, eine:n Texter:in oder Kreativen für die Inhalte zu beauftragen, der/die präzise schreiben und kreative Ideen umsetzen kann. Auch technisch müssen relevante Web-Funktionen vorhanden sein und dabei Link- oder PDF-Wüsten vermieden werden. Die Nutzung von Netzwerken, die Zusammenarbeit mit Hochschulen im Personalwesen und Empfehlungen der eigenen, stolzen Mitarbeitenden nehmen an Bedeutung zu und werden durch ein positives Employer Branding gestützt. Egal, ob in den Sozialen Medien, auf Messen oder im Privaten, Mitarbeiterempfehlungen haben eine hohe Glaubwürdigkeit.

Die erfolgreiche Mitarbeitergewinnung ist eine zentrale Managementaufgabe, um Fachkräfte und Azubis zu erreichen, die auf der Suche nach einem neuen und/oder besseren Arbeitsplatz sind. Das Zusammenspiel u.a. aus kreativen Ideen, multipler Präsenz auf unterschiedlichen Kanälen sowie einem transparenten und professionellen Markenbild macht erfolgreiche Arbeitgeber aus. Eine große Rolle bei der Umsetzung im HR spielt, dass sowohl die Ressourcen als auch das Budget auf Basis der Employer-Branding-Strategie durch ein Top-Down-Management geschaffen werden.

Sind die Mitarbeitenden an Bord, geht es darum, sie zu halten – über die Ideen und Möglichkeiten dazu lesen Sie im dritten Teil unserer Employer-Branding-Reihe.

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