Kolumne

Die Event-Zora: Im Westen nichts Neues

Auch die Event-Zora war zum Jahresauftakt 2023 bei der Verleihung der BrandEx-Awards in Dortmund vor Ort und suchte vergeblich ein Konzept, das dem Motto „Der Aufbruch“ gerecht geworden wäre.

Die Event-Zora

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Was war das jetzt nur mit dem BrandEx? Ein Aufbruch? Ein Umbruch oder sogar ein Abbruch? Schön war es für mich, Euch alle face-to-face wiederzusehen, bei Bedarf zu umarmen, zu schnacken und zu feiern. Dafür lohnt es sich immer, auch nach Dortmund zu fahren, denn wo sollte man sonst dafür hin? Ins Metaverse auf jeden Fall schon mal nicht, das hat mir die wirkliche interaktive Live-Kommunikation auf Augenhöhe gezeigt. Vielleicht ist diese Hypewelt in Wirklichkeit das Fegefeuer 2.0, in dem unsere armen Seelen als Avatare auf Ewigkeit schmoren. Wenn wir denn mal das Zeitliche segnen wie UNSER Papst, wandert unsere Seele in den Avatar … Okay, ich gebe zu, mich hat ein gerade gängiger Virus gesmasht und ich temperiere noch im oberen Bereich. Daher vielleicht die Visionen.

Ich hatte der BrandEx-Show aber auch im zeitlichen Vorfeld schon entgegengefiebert. Mit dem Event-Zorro – wie Ihr wisst mein Großvater – sind wir die verschiedenen Szenarien durchgegangen. Leider war dann die Realität ernüchternd wie das Putzlicht in Halle 4. Mal ehrlich, eigentlich war es wie immer, nur nicht so voll. Und inspirierende Inhalte gab es nur in den Gläsern der Caterer, aber nicht im Programm: kein Kongressteil, wie er bei den ersten Festivals Usus war. Diese Kritik scheint aber schon vorauseilend angekommen zu sein, denn da wurde bereits Besserung gelobt.

Und eigentlich kann ich Euch und mir schon jede weitere Auslassung ersparen. Die Treibhäusler:innen des aktuellen Jahrgangs haben ihre Finger in die Wunden gelegt, obwohl sie ja noch ziemlich fresh im Business sind: www.treibhaus-kreativkonzeption.de/post/der-aufbruch-eine-anleitung

Deplatzierte Demo

Hey, Aljoscha, Diggah! Danke für Dein Engagement für die Branche und die ZEHNTE Awardshow-Moderation. Aber mal ehrlich, fehlte Dir der Jan Kalbfleisch an der Seite? Ich weiß, Eure Insidertalks habe ich früher mal kritisiert. Aber schulterklopfendes Akquirieren auf offener Bühne gehört nicht mehr ins Jahr 2023. Wie wäre es denn, ab 2024 wirklich Substanzielles und Relevantes über die Projekte zu sagen? Gab es doch mal mit Jurybegründungen.

Ich fand es auch nicht schlimm, dass es während der Zeremonie keine Showacts gab: Die Glitzermenschen am Anfang hätte es wirklich nicht gebraucht. Und die inszenierte Demo für Gold? Häh, im Iran werden die Menschen hingerichtet, dafür dass sie mit ihren echten Botschaften für Freiheit auf die Weltbühne gehen. Und dann schickt Ihr die Gewinner mit selbstgemalten Schildchen und Aussagen wie „Ich will Gold“ auf die Bühne?

Dramaturgie – what?

Zur Dramaturgie noch ein Wort. Beim BrandEx wird inzwischen auch multipel eingereicht, also das gleiche Projekt in zig Kategorien. Folglich sieht man die Teams von den Abräumern wie insglück und onliveline zigmal auf der Bühne, immer zum selben Projekt. Der Art Directors Club hat das Problem schon vor vielen Jahren geschickt gelöst: Erst kommen die Gewinner mit den wenigsten Awards auf die Bühnen. Und dann jeweils die mit mehr Preisen und Punkten. Also fängt es mit einem Bronze an und steigert sich dann zu den fleißigsten Edelmetallsammlern. Das ist dann eine anständige Spannungskurve und nicht so ein anstrengendes Sinusdings.

Mein Vorschlag: Macht es doch zur treibhaus08-Aufgabe, die nächste Show zu konzipieren.

Wen würdet Ihr denn übrigens 2023 für den ZORA AWARD vorschlagen?

Tschüssie

Eure Event-Zora

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Sehr treffsicher – es bestätigt das geflügelte Wort vom Schuster, der die schlechtesten Schuhe trägt. Das trifft auf sehr viele Award-Shows der Vergangenheit zu.
    Habe mich auch eine Weile (wie Matthias Kindler oder Dominik Deubner) daran abgearbeitet.

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