Grüne Eventtechnik im Fokus

satis&fy über Nachhaltigkeit auf Events

Die Bereitstellung energieeffizienter Technik steht oftmals im Zentrum der Überlegungen, wenn es um Grüne Events geht. Doch welchen Stellenwert besitzt Nachhaltigkeit tatsächlich in der Branche und welche Lösungen gibt es? Marcus Stadler, Bereichsleiter Eventarchitektur und Leiter CSR bei satis&fy, bezog exklusiv für EVENT PARTNER Stellung. 

Marcus Stadler, satis&fy
Marcus Stadler, Bereichsleiter Eventarchitektur und Leiter CSR bei satis&fy. (Bild: Michael Pasternack/satis&fy)

Ein modernes Wirtschaftsunternehmen kann es sich heute nicht mehr leisten, nicht nachhaltig zu wirtschaften. Wir betrachten Nachhaltigkeit als Teil unserer unternehmerischen Verantwortung. Der Begriff der Nachhaltigkeit umschließt dabei nicht nur die ökologischen, sondern auch alle sozialen Aspekte, die es braucht, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Das heißt: Wir fragen nicht nur nach Ressourcenschonung, sondern auch: Wie geht es unseren Mitarbeitern? Gehen wir respektvoll miteinander um? Werden Mitarbeiter ausreichend an Entscheidungsprozessen beteiligt? Fühlt sich der Mitarbeiter auch in zehn Jahren noch bei uns wohl? Um zu sehen, wo wir stehen, haben wir 2013 eine Gemeinwohlbilanz erstellt, die auf die Gemeinwohlökonomie zurückgeht. Für diese ist das Gemeinwohl Ziel allen wirtschaftlichen Handelns. In großen Teilen stimmen wir dieser zu. Die Gemeinwohlbilanz hat uns geholfen, den Stand unserer Nachhaltigkeitsbestrebungen zu ermitteln, zu messen und uns langfristig daran zu orientieren.

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Hürden bei der Umsetzung solcher nachhaltigen Ziele gibt es viele. Bei uns sind es leider vor allem fehlende Zeit und Verantwortlichkeiten. Es gibt einen Kreis engagierter Mitarbeiter, die das Thema neben ihrem eigentlichen Job bearbeiten. Auch von Seiten der Kunden könnte die Nachfrage nach nachhaltigen Dienstleistungen gern noch mehr werden.

Insgesamt wird in unserer Branche das Thema Nachhaltigkeit vor allem mit der Bereitstellung von energieeffizienter Technik abgehandelt. Das geht uns aber nicht weit genug, denn energieeffizient können mittlerweile die meisten Technikanbieter. Um eine nachhaltige Dienstleistung anzubieten, sollte aber die gesamte Lieferkette auf den Prüfstand gestellt werden, beispielsweise auch für Verbrauchsartikel wie Ersatzleuchtmittel, Holz, Bodenbeläge, Klebebänder, Kunstrasen, Plexiglas, Stoffe und, und, und. Wir sind hier schon ziemlich weit und trotzdem ist der Anteil an ökologischen Produkten noch eher gering, und auch soziale Aspekte werden in der Lieferkette noch zu selten berücksichtigt.

In jedem Rigg hängen mittlerweile fast ausschließlich LED-Lampen. Selbst bei der kameratauglichen Auslichtung von Bühnen wird mittlerweile mit modernen LEDs gearbeitet. Auch bei der Anschaffung neuer Ton- und Videotechnik achten wir auf die Energieeffizienz der Geräte. Wir besitzen LCD-Videodisplays und Laser-Hybrid-Projektoren. Von energiefressendem Equipment haben wir uns fast schon komplett getrennt. Aber, wie gesagt, ist nicht die Technik das Problem, sondern vielmehr aufwändige Bühnen- und Sonderbauten. Diese werden in der Regel nach der Veranstaltung entsorgt; nicht immer fachgerecht. Hier sehen wir viel Potenzial, um Events nachhaltiger zu gestalten.

Unser Material-Park ist mit Abstand einer der Nachhaltigsten in Europa. Wir halten alles bereit, was man zur Umsetzung eines komplett nachhaltigen Events braucht. Daher wollen wir zukünftig auch viel mehr Aufklärungsarbeit, sowohl extern gegenüber unseren Kunden, als auch intern gegenüber unseren Mitarbeitern leisten. Eine Veranstaltung nachhaltig zu gestalten, ist nicht schwer und auch nicht unbedingt teurer, was immer noch vielfach angenommen wird. Uns ist es wichtig, dass unsere Mitarbeiter mit uns an einem Strang ziehen. Daher arbeiten wir daran, das Thema möglichst großflächig zu kommunizieren, um mehr Mittäter zu gewinnen.

Unsere Überlegungen setzen schon in der Planungsphase an. Unsere Maxime lautet: Vermeiden statt kompensieren! Wie sieht beispielsweise ein intelligentes, nachhaltiges und integriertes Veranstaltungsdesign aus? Wie kann Müll beim Bau eines Messestandes oder einer Bühne durch optimierte Planung und sinnvollen Einkauf vermieden werden? Gibt es Organisationen vor Ort, die als Abnehmer von Bühnenbauten, die ansonsten in der Tonne landen, in Frage kommen? Für welche Produkte gibt es umweltfreundliche Alternativen? Wie kann ein Produkt gebaut werden, damit es ganz oder in Teilen wiederverwendbar ist?

Generell ist Nachhaltigkeit immer wirtschaftlicher als Verschwendung und kurzfristiges handeln. Die Frage ist ja nur, wer die Kosten trägt. Wenn es alle tun würden, wäre Nachhaltigkeit tatsächlich auch billiger. Aber Umdenken erfordert erst einmal Mehrarbeit. Schließlich muss man sein gesamtes Handeln auf den Prüfstand stellen, nach Wegen suchen, den Ressourcenverbrauch einzuschränken und vorhandene Ressourcen besser zu nutzen sowie potenziell schädliche Umweltwirkungen zu erkennen. Dafür braucht man Leute, die diese Arbeit schultern und bereit sind, den Weg zu gehen.

Kunden, die Nachhaltigkeit fordern und gezielt an uns herantreten, haben in der Regel kein Problem damit, mehr Geld zu investieren, um ihr Event ökologisch korrekt zu optimieren. Dabei bedeutet ein nachhaltiges Event gar keine Mehrkosten. Meistens sieht es nur am Anfang nach höheren Investitionen aus; auf lange Sicht rechnen sich diese jedoch. Denn Umweltfreundlichkeit bedeutet auch Langlebigkeit.

Lesen Sie noch mehr Meinungen aus der VA-Technik-Branche! Sebastian Niehoff von der POOLgroup, Stefan Puslat von Ambion, Jürgen Künkel von Vantage Global Event Production und Alex Ostermaier (Neumann & Müller) äußersten sich ebenfalls zum Thema grüne Eventtechnik!

 

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