Öfter mal das Licht ausschalten!

Nachhaltigkeitsmanagement für Events

Wie steht die Eventbranche zur Nachhaltigkeit und grünen Events und welche Lösungen gibt es bereits? Jürgen Künkel, Geschäftsführer von Vantage Global Event Production, sprach mit unserem EVENT PARTNER-Autor Harald Heckendorf darüber, wie man den CO2-Footprint von Events kompensieren kann. 

Jürgen Künkel
Jürgen Künkel, Geschäftsführer von Vantage Global Event Production (Bild: Michael Kuhlmann/Vantage)

Nachhaltigkeit und verantwortungsbewusster Umgang geht uns alle an und ist damit ein wichtiger Bestandteil unseres täglichen Handelns. Intern kompensieren wir, Vantage Global Event Production, unseren CO2-Footprint mit der Non-Profit-Organistaion „myclimate“. Auf Projektebene verfolgen wir mit unseren Kunden unterschiedliche Ansätze.

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Wir haben gute Erfolge im Bereich Bühnenbau, wo wir seit einigen Jahren auf wiederverwendbare, textile Architekturen setzen. Im Grafikbereich gibt es mittlerweile viele Recycling-Möglichkeiten. In der Regel sind Investitionskosten und Verfügbarkeiten von nachhaltigen Produkten eine Hürde. Technikfirmen müssen in entsprechendes Equipment investieren. Grafikproduzenten müssen ihren Produktionsablauf anpassen, was mit hohen Kosten verbunden ist. Für uns als Planungsagentur und Einkäufer sind die Hürden nicht besonders groß. Allerdings ist es schon eine Milchmädchenrechnung, ob ich eine recycelbare Grafik von Düsseldorf nach Rom schicke und zurück, oder vor Ort zum Einmalgebrauch produziere.

Nachhaltigkeit hat viele Facetten. Wir selbst setzen eher auf ortsansässige Dienstleister und Webcast-Technologien. Immer mehr Kunden bedienen sich unseres Virtual Meeting Angebots, damit die Teilnehmer nicht für jedes Meeting um die halbe Welt fliegen müssen. Im wissenschaftlichen Bereich hat das großen Zuspruch. Die Digitalisierung hat der nachhaltigen Entwicklung einen großen Mehrwert verschafft. Wir sind davon überzeugt, dass sogenannte Hybrid Meetings, also Live-Meetings im Verbund mit Webcast-Anbindung, mehr und mehr zum Standard werden.

Weiter erleben wir seit einigen Jahren einen anhaltenden Trend zu “Paperless Meetings”. Sämtliche Broschüren und Hand-outs werden vor Ort elektronisch bereitgestellt. Entweder mit Hilfe von Event-Apps oder durch QR-Code-Downloads, die es ermöglichen, die Dokumente direkt in die eigene Mailbox zu senden. Das spart ordentlich Produktionskosten von Materialen, die meistens sowieso im großen Stil in der Mülltonne landen.

Budget, Zeitrahmen, Verfügbarkeit und lokale Ressourcen sind bei globalen Meetings die entscheidenden Parameter hinsichtlich der Nachhaltigkeit. Generell ist die Bereitschaft, für Nachhaltigkeit auch mehr zu zahlen, vorhanden – aber natürlich: money matters. Nachhaltigkeit im hier beschriebenen Rahmen muss allerdings nicht immer teurer sein. Außerdem bieten technische Lösungen meist einen Mehrwert durch zusätzlich nutzbare Funktionen. Und am Ende sind nachhaltige Planungen oft auch ein Vernunftentscheid, der keine Freigaben und Budget benötigt. Es beginnt schon dabei, das Lichtsystem auf dem Messestand früher auszuschalten. Das kostet gar nichts und hat einen riesigen Effekt.

Auch Stefan Puslat von Ambion, Alex Ostermaier von N&M Veranstaltungstechnik, Marcus Stadler von satis&fy und Sebastian Niehoff von der POOLgroup kommentierten den Stellenwert der Nachhaltigkeit in der Eventbranche. 

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