Zusatzqualifikationen als Karrierepush  

Weiterbildungsmöglichkeiten für die Eventbranche

Generell gibt es heutzutage in der immer komplexer gewordenen Welt der Eventtechnik und der betrieblichen Organisation eine große Bandbreite an passgenauen und notwendigen Lehrgängen, Zusatzqualifikationen, Seminaren und Weiterbildungen für alle Fachbereiche und in Unternehmerthemen. Die wichtigsten, interessantesten, Rechtskonformität herstellenden und weiterführenden davon stellen wir in diesem Artikel vor. Darüber hinaus bieten die bekannten Bildungsträger eine große Zahl weiterer Seminare und Workshops an, die oft auch In-Haus zu buchen sind. 

Education(Bild: Pixabay.com)

Mitte der 70er Jahre begann unsere Branche in Deutschland zu entstehen. Die ersten Kollegen bastelten Beschallungs- und Beleuchtungsanlagen noch selber und die ersten Festivals wurden durchgeführt. Alle, die damals ihren Fuß in die Eventwelt, bzw. die Welt der mobilen Veranstaltungstechnik setzten, mussten sich ihr Wissen um die Technik entweder selber beibringen oder hatten teilweise schon eine klassische Ausbildung in verwandten Gewerken, wie z.B. dem Radio- und Fernsehtechniker absolviert.  Und schon Nietzsche kannte wohl die Eventbranche: „Die Bildung wird täglich geringer, weil die Hast größer wird“. Vom „jungen Mann zum Mitreisen“ bis zum 1998 erstmals angebotenen und heute etablierten Ausbildungsberuf „Fachkraft für Veranstaltungstechnik und der darauf aufbauenden Meister-Fortbildung war es ein langer Weg.

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Wissenstransfer und Förderprogramme wahrnehmen

So wie sich die Branche immer weiterentwickelt, wird auch die Ausbildung immer wieder auf notwendige Inhalte oder Verbesserungsmöglichkeiten überprüft und angepasst. Abgerundet wird das Thema Ausbildung durch permanenten Wissenserhalt verbunden mit fachlichem und kollegialem Austausch bei Kongressen, wie z.B. der Prolight & Sound im April in Frankfurt, der zweitägigen Fachtagung Veranstaltungssicherheit, die im November 2018 in ihrem 5. Jahr in Hamburg zu Gast ist oder anderen Branchenevents mit Vortragsprogramm.

Board(Bild: Pixabay.com)

Auf der Suche nach Kostenminimierung sollte nicht vergessen werden, dass viele der Weiterbildungen durch Förderprogramme, wie z.B. die Bildungsprämie, Bildungsurlaub oder Förderprogramme der Bundesländer mit in der Regel 50% der Lehrgangsgebühr gefördert werden. Die Weiterbildungswünsche der Mitarbeiter, bzw. der unternehmensweite Bedarf an Qualifizierung und Weiterbildung sollte rechtzeitig und regelmäßig zusammen mit den Beschäftigten ermittelt werden. Hilfreich dabei ist das Aufstellen einer Weiterbildungsmatrix, nachdem das Unternehmen den Bedarf bei den Mitarbeitern ermittelt hat. Erfahrungsgemäß haben Weiterbildungen den positiven Nebeneffekt, dass sich die Mitarbeiter stärker mit dem Unternehmen identifizieren und zufriedener sind oder bleiben. So sorgt ein ausgebildeter und zufriedener Mitarbeiter für ein starkes und gesundes Unternehmen im Sinne von echter sozialer Nachhaltigkeit. //

Zertifikatslehrgänge für Besucher- und Veranstaltungssicherheit

Im letzten Jahr wurde die Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik aufgewertet, indem nun die vollständigen Inhalte der Qualifizierung zur Elektrofachkraft für Veranstaltungstechnik (EFK) enthalten sind und im Ausbildungsbetrieb eine EFK vorhanden sein muss, um die Inhalte, wie z.B. Prüfung der elektrischen Betriebsmittel, Wartungen und Prüfung der Speisepunkte in fremden Häusern fachlich korrekt an den Azubi zu bringen.

Für die Meister, die sich weiterentwickeln wollen, werden mittlerweile zwei Zertifikatslehrgänge angeboten, die speziell im Bereich Besucher- und Veranstaltungssicherheit ein Mehr an Wissen bringen. Dabei handelt es sich um den „Fachmeister für Veranstaltungssicherheit TÜV/DPVT“, der bei der DEAplus in Hannover angeboten wird, und den „Fachplaner und Leiter Besuchersicherheit“ der technischen Hochschule Köln, die sogar eine universitäre Bildung bietet.

Fachplaner | -in und Leiter | -in Besuchersicherheit

Zertifikatslehrgang an der TH Köln

Je stärker sich die Veranstaltungsbranche professionalisiert, desto höher ist die Nachfrage nach spezialisierten Fachkräften. Besonders die Sicherheit von Eventbesuchern wird noch viel zu oft vernachlässigt – auch weil es an Personen mit entsprechenden Fachkenntnissen zur Planung und Durchführung von Veranstaltungen unter Beachtung branchenrelevanter Vorschriften mangelt.

Der berufsbegleitende Zertifikatslehrgang der TH Köln qualifiziert zum/zur Fachplaner/-in und Leiter/-in Besuchersicherheit und befähigt die Absolventen Planungs- und Leitungsverantwortung für Sicherheitskonzepte auf Veranstaltungen zu über-nehmen.

Ingenieur-, wirtschafts- und geisteswissenschaftliche Module ermöglichen die notwendige interdisziplinäre Auseinandersetzung mit der Besuchersicherheit und beleuchten gleichermaßen die sicherheitstechnisch involvierten Gewerke.

Der Lehrgang umfasst 15 Präsenztage, die zwischen Oktober 2018 und Juni 2019 an der TH Köln und der Event-Akademie Baden-Baden stattfinden. Die Absolventen erhalten ein Hochschulzertifikat.

Qualifikationen für Messebauer

Auch für die eher im Messebau tätigen bieten sich Qualifikationen mit wertvollen Informationen. So propagiert der FAMAB die Qualifizierung von Messebauern in 98 Stunden zum „sachkundigen Messebautechniker“, bei dem ebenfalls die für einen Messebauer absolut notwendigen Basiskenntnisse im Elektrobereich unterrichtet werden. Nach Bestehen des Kurses kann der Messebautechniker auch als „Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten im Messebau“ eingesetzt werden. Dabei ist allerdings zu beachten, dass die bereits vorgestellte EFK für Veranstaltungstechnik mit 276 reinen Ausbildungsstunden ein deutlich größeres Ausbildungspensum absolvieren muss und erweiterte Fähigkeiten besitzt. Ebenfalls über den FAMAB wird der „Projektleiter Messe und Event“ angeboten, bei dem sich Projektleiter oder ambitionierte Messebauer entsprechend mit erweitertem Grundlagenwissen ausstatten können.

Zusatzqualifikationen für Rigging und Strom

Die in unserer Branche zwei wichtigsten technischen Zusatzqualifikationen betreffen zum einen das Rigging, bzw. die „Sachkunde für Veranstaltungsrigging“ nach dem SQQ2 der „Interessengemeinschaft der Veranstaltungswirtschaft“ (igvw) und zum anderen den Strom mit der „Elektrofachkraft für Veranstaltungstechnik“ nach igvw SQQ1. Besonders wichtig für alle Auftraggeber ist, dass es sich bei beiden Gewerken um Qualifikationen zur rechtskonformen Ausübung, bzw. Beauftragung dieser Tätigkeiten handelt und dort jeweils unerlässlich sind. Wie fast alle Kurse sind auch diese modular aufgebaut, damit die Praktiker, die sich weiterbilden wollen, nicht zu lange aus dem Alltagsgeschäft aussteigen müssen. So beträgt die Ausbildungsdauer der EFK 276 Stunden und die in drei sogenannten Leveln zu erlangende Rigging-Qualifikation 386 Stunden reine Lehrgangszeit. Eine weitere technische und notwendige Qualifikation ist die des Laserschutzbeauftragten, der dafür verantwortlich ist, dass eine geplante Lasershow im wahrsten Sinne des Wortes nicht ins Auge geht.

Seminar(Bild: Pixabay.com)

Schulungen für Locationbetreiber

Für alle Locationbetreiber interessant und wichtig ist der Lehrgang zur „Aufsicht führenden Person“, mit dem geeignete Mitarbeiter gemäß der Versammlungsstättenverordnung geschult werden, damit sie unter Leitung und Aufsicht einer Bühnenfachkraft statt dieser, kleinere und überschaubare Veranstaltungen betreuen dürfen.

Weiterbildung der Berufsgenossenschaften

Eine andere, selten genutzte Möglichkeit der Weiterbildung bieten die Berufsgenossenschaften als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung. Im Rahmen ihrer Aufgabe der Unfall-Prävention und Information bieten alle BGen ein breites Spektrum qualitativ hochwertiger Seminare, die zudem noch kostenlos sind, bzw. kann sich hier das Unternehmen die gezahlten Beiträge zur Unfallversicherung wenigstens teilweise zurückholen. Allen BGen gemeinsam ist, dass die neuen Programme für das Folgejahr im Oktober erscheinen und die Kurse so schnell wie möglich gebucht werden sollten. Angeboten werden natürlich Seminare zur Aus- und Weiterbildung von Fachkräften für Arbeitssicherheit, die in jedem Unternehmen bestellt werden müssen, ebenso wie die zur Schulung der Sicherheitsbeauftragten.

Weitere Angebote umfassen, von BG zu BG unterschiedlich, Sachkunde-Ausbildungen im Kurzseminar zu Gefahrstoffen, Leiterprüfern, Gerüst- und Zeltbauern, Maschinensicherheit oder Verkehrssicherheitstrainings, manchmal nicht nur für PKW, sondern auch für Transporter. Weitere Seminare sind speziell konzipiert für den Unternehmer oder seine Führungskräfte, z.B. zur Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen, Unterweisungstechniken zu Sozial- und Führungstechniken oder Arbeitsschutzmanagementsystemen. Für Unternehmer, die die Arbeitsfähigkeit ihrer Belegschaft erhalten und fördern möchten, werden außerdem Seminare über betriebliches Eingliederungsmanagement oder auch zum betrieblichen Gesundheitsmanager angeboten.

Steps
Die Karriereleiter nach oben – mit Zusatzqualifikationen. (Bild: Pixabay.com)

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Klingt hier alles sehr technisch! Ich starte morgen mein Studium an der FH St.Pölten (Österreich): Masterlehrgang Eventmanagement, wo man nach 4 Semestern mit MSc abschließt. Eine rundum Ausbildung, die alle relevanten Themenbereiche abdeckt.

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