Risikofreudig oder sicherheitsbewusst?

Pro & Contra: Pop-Up vs. feste Locations

Die einen präferieren die infrastrukturelle Sicherheit fester Locations mit ihren in unmittelbarer Umgebung verfügbaren Parkplätzen und Sanitäranlagen, andere sehen die Zukunft in mobilen Pop-Up Locations, die sich durch ihre einzigartige Flexibilität auszeichnen. Grund genug sich des Themas einmal näher anzunehmen!

Flexibilität und Risiken gehen bei den PopUp-Stores Hand in Hand.
Flexibilität und Risiken gehen bei den PopUp-Stores Hand in Hand. (Bild: Beeftea Group)

Wenn man früher über temporäre Event-Locations sprach, waren das zumeist Zelte oder Leichtbauhallen. Immer öfter trifft man jedoch auch auf Pop-up-Locations, bei denen quasi eine freundliche Hausbesetzung stattfindet. Währenddessen buhlen Tausende von unterschiedlichen Locations in aller Herren und Damen Länder um die Gunst der Eventagenturen, der Kunst und ihrer Industriekunden. Vom klassischen Hotel, dem Konferenzzentrum und der Mehrzweckhalle bis zum Club oder namhaften Museum: Fast nichts, was es nicht gäbe.

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Locations bieten feste Vorgaben, aber auch Sicherheit.
Locations bieten feste Vorgaben, aber auch Sicherheit. (Bild: Pexels.com)

Andreas Grunszky, Gründer, Geschäftsführer und Inhaber der Beeftea Group betreibt seit der Einstellung des Flugverkehrs neben dem üblichen Agenturgewerbe einen ausgewachsenen Hangar in Tempelhof. Claus Fischer, Geschäftsführer Voss+Fischer, liebt dagegen Pop-up und hat mit solchen Pop-up-Events auch schon Preise wie den Famab-Award 2016 und den German Design Award gewonnen.enn man früher über temporäre Event-Locations sprach, waren das zumeist Zelte oder Leichtbauhallen. Immer öfter trifft man jedoch auch auf Pop-up-Locations, bei denen quasi eine freundliche Hausbesetzung stattfindet. Währenddessen buhlen Tausende von unterschiedlichen Locations in aller Herren und Damen Länder um die Gunst der Eventagenturen, der Kunst und ihrer Industriekunden. Vom klassischen Hotel, dem Konferenzzentrum und der Mehrzweckhalle bis zum Club oder namhaften Museum: Fast nichts, was es nicht gäbe.

 

Ich liebe Pop-up

Claus Fischer, Geschäftsführer Voss+Fischer, Frankfurt a.M.:

Der Raum als fiktiver Rahmen, frei von Vorgaben und Beschränkungen, viel mehr nur eine Hülle, gleichsam einer Bühne, welche darauf wartet, neue Geschichten zu erzählen. Dies ist für mich die Freiheit, die uns die temporäre Architektur ermöglicht. Wobei der Begriff auch gleich jene zeitliche Komponente beinhaltet, die hierfür eine wesentliche Rolle spielt. Ein besonderes Format, welches hierfür immer attraktiver wird, sind Pop-up-Stores. Zugegebener weise nicht neu, aber dennoch überraschend und ein Format, das immer neue Möglichkeiten eröffnet.

Claus Fischer, Geschäftsführer Voss+Fischer, Frankfurt a.M.
Claus Fischer, Geschäftsführer Voss+Fischer, Frankfurt a.M. (Bild: Martin Joppen / Voss+Fischer)

Mit einem solchen Pop-up-Konzept in verschieden deutschen Großstädten, haben wir z.B. das Range Rover Evoque Cabriolet eingeführt. Hierfür waren wir in den beliebtesten und einkaufstärksten Straßen, in denen man mit einem konventionellen Format keine Platzierung bekommen würde und es meistens auch keine Event-Locations zu mieten gibt. So konnte in jeder Stadt der Raum flexibel gestaltet und bespielt werden. Die vorhandene Hülle wurde bewusst auch nur als solche genutzt und bei der Raumgestaltung nicht berücksichtigt. Hierbei fokussierte sich die Inszenierung ganz auf die zu erzählende Geschichte, auf das Produkt und seine Welt und wurde nicht von bestehender Architektur und Einrichtung gelenkt.

Mit Pop-up-stores ist man mitten drin, in jeder Stadt überraschend neu, bis zum letzten Moment flexibel in der Bespielung. Ein Format welches aber auch Mut braucht da man oft während der Planung noch nicht weiß, welche Flächen man für diesen kurzen Zeitraum anmieten kann. Aber das macht Pop-up-Konzepte ebenso besonders.

 

Für Abenteuerlustige

Andreas Grunszky, Geschäftsführer und Inhaber Beeftea Group, Berlin:

Als Eventmanager ist man stets auf der Suche nach der ultimativen Eventlocation. Neben den regulären Bedingungen wie Größe, Ausstattung, Lage, Charakter besteht oft seitens der Kunden der Wunsch nach etwas Neuem, gänzlich Unverbrauchtem. Die ultimative Location, wo bisher noch keine andere Veranstaltung stattgefunden hat.

Zunächst spricht für die Pop-up-Location der Charme des Neuen und noch nie Dagewesenen. Wer träumt nicht davon, etwas als Erster zu besitzen oder zu benutzen? Was für eine Pop-up-Location spricht, ist der Charme der Jungfräulichkeit. Doch hat man sich für eine Pop-up-Location entschieden, kommen eine Menge Arbeit und Unsicherheitsfaktoren auf den Eventmanager zu: Zunächst gilt es, die Popup-Location bei den Behörden baurechtlich genehmigt zu bekommen. Themen wie Statik, Entfluchtung, Lärm- und Brandschutz kosten dem technischen Planungsbüro eine Menge schlaflose Nächte. Und eine echte Sicherheit gibt es erst mit einer Genehmigung zur Versammlungsstätte. Diese wird oft erst kurz vor Veranstaltungsbeginn erteilt. Hinzu kommen Themen wie Energieversorgung, Heizung, Toiletten etc. Dinge, die in der Regel bei einer regulären Location bereits vorhanden und (ganz wichtig) genehmigt sind.

Andreas Grunszky, Geschäftsführer und Inhaber Beeftea Group, Berlin
Andreas Grunszky, Geschäftsführer und Inhaber Beeftea Group, Berlin (Bild: Beeftea Group)

Mein Fazit: Suchen Sie ein wirkliches Abenteuer? Und scheuen die Arbeit, das Kosten- und Genehmigungsrisiko nicht, dann steht der Pop-up-Location nichts im Wege – vorausgesetzt Ihr Kunde hat ebenso gute Nerven sowie den Mut und das Budget, die Mehrkosten einer regulären Location dem Vorzug zu geben. Es gibt genügend reizvolle und extravagante Locations, die einen ruhiger schlafen lassen.

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