Eventsicherheit

Grundlagen der Veranstaltungssicherheit: Stay alert – not alarmed

Aus Sicht der Besuchersicherheit blicken wir manchmal etwas neidisch auf das riesige Konvolut an professionellen Vorschriften, die die Veranstaltungstechnik und die sich hierauf beziehenden Unfallverhütungsvorschriften bieten und die – bei Einhaltung – ein profundes Maß an Sicherheit in diesem Bereich gewährleisten. In der Veranstaltungsbranche müssen sich Veranstalter noch selbst behelfen. Durch gute Organisation können jedoch grundsätzliche Sicherheitsvorkehrungen einfach in den Veranstaltungsablauf integriert werden – beispielsweise durch die Erstellung eines Safety Papers.

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Mit einfachen Hilfsmitteln kann die Sicherheit einer Veranstaltung erhöht werden: Beispielsweise durch die Erstellung eines Safety Papers. (Bild: Pixabay.com)

 

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  1. Sicherheitsbroschüre für Veranstaltungspersonal
  2. Prozedere und Abläufe einhalten
  3. Erste Schritte Richtung Sicherheit
  4. Safety Paper: Wesentliche zu vermittelnde Inhalte
  5. Was sind sichere Bereiche?

 

Sicherheitsbroschüre für Veranstaltungspersonal

Eine „Sicherheitsbroschüre für Tourpersonal“ ist ein erster Schritt auf dem Weg zu einer sichereren Veranstaltung. Und nein – wir sind nicht hysterisch und es mangelt uns auch nicht an sonstigen Themen. Wir akzeptieren nur einfach, dass sich die Welt da draußen verändert hat und dass die detaillierte Vorbereitung, die ganz selbstverständlich in Form von Ablauf-/Licht- und Produktionsplänen existiert, auch auf das Thema „Sicherheit“ ausgeweitet werden kann und eine momentan noch existierende Lücke zwischen Besuchersicherheit und (nicht-technischer) Sicherheit des Produktionspersonals geschlossen werden sollte.

Mit Papieren ist das immer so eine Sache: Bekommen ist nicht gelesen, gelesen nicht verstanden, verstanden nicht implementiert – es ist also von zentraler Bedeutung, dass das „Sicherheitspapier“ in einen Kontext gesetzt wird – entweder durch eine persönliche Vorstellung oder zumindest durch eine zielgerechte Ansprache und Einleitung.

Eine Tourproduktion ist in ihrer Größe und in ihrer Komplexität immer eine Herausforderung für alle Beteiligten. Sei es das Material, die Vielzahl der Beteiligten oder die immer neuen örtlichen Gegebenheiten, an die es sich anzupassen gilt. Neben der Gewährleistung der Sicherheit der Besucher geht es natürlich auch um die Sicherheit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die eine sorgsame Planung, aufeinander abgestimmte Maßnahmen sowie die Kontrolle der Umsetzung dieser Maßnahmen braucht. Die wichtigste Ressource sind aber die Menschen, die in den verschiedensten Positionen im Rahmen der Produktion arbeiten, den Betrieb aufrechterhalten, begleiten und unterstützen.

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Oberste Priorität: Einen Überblick verschaffen. (Bild: Pixabay.com)

Leider ist in dieser Welt aber nicht alles immer gut. Neben den normalen Gefährdungen – wie zum Beispiel einem Brand – bleibt auch die Veranstaltungswelt nicht von Anschlägen verschont. Im Hinblick auf präventive Maßnahmen als auch für den Fall, dass etwas passieren sollte – was wir nicht hoffen – sollen daher einige wichtige Informationen vermittelt werden. Grundsätzlich geht man natürlich nicht davon aus, dass die Produktion oder die Venues, in denen man spielt, besonders gefährdet sind. Bei diesen Maßnahmen geht es aber auch nicht um Ängstlichkeit, sondern um Bewusstsein und entsprechende Aufmerksamkeit. Die Briten haben dazu einen schönen Spruch: Stay alert, not alarmed. Aufmerksam sein – nicht alarmiert (und schon gar nicht ängstlich) sein – das gilt für alle an der Tour Beteiligten. Zudem können einfache Vorbereitungen und simple Routinen auch in anderen unerwarteten Situationen helfen.

Prozedere und Abläufe einhalten

Wer die Sicherheit auf seiner Veranstaltung verbessern möchte, muss nach erfolgreicher Absprache der sicherheitsrelevanten Prozedere diese Abläufe auch einhalten. Dazu gehört zum einen aufmerksam zu sein und zum anderen Auffälligkeiten zu erkennen und zu melden. Um das tun zu können, muss die Normallage bekannt sein. Dies ist umso einfacher, je besser die Strukturierung innerhalb der Organisation ist. Hierzu gehören die Kenntnis der Zeitpläne genauso wie Akkreditierungs- oder Kennzeichnungsroutinen wie beispielsweise die Kennzeichnung aller zur Tour gehörigen Cases, Materialien und Taschen. Benötigt werden keine ausgetüftelten Handlungsstrategien: Ein einfacher und dafür aber zuverlässiger Plan ist alles, was nötig ist. Je weniger Handlungsschritte, desto einfacher die Umsetzung.

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Sicherheitsbesprechungen sind ein Muss für das Veranstaltungspersonal. (Bild: Pixabay.com)

Auch die Teilnahme an Sicherheitsbesprechungen ist ein Muss, um die Sicherheitsabläufe nicht zu torpedieren. Zwischen dem Auf- und Abbau und diversen Besprechungen muss Zeit für eine Sicherheitsbesprechung sein. Nicht, um Angst zu schüren, sondern, um Aufmerksamkeit und Bewusstsein zu schärfen – nur so können die Sicherheitsbemühungen unterstützt werden.

Gerade im Tourgeschäft wird man der ewigen Sicherheitsprozedere jedoch schnell müde: Immer die gleichen Akkreditierungsabläufe, immer das gleiche Warten auf Taschenkontrollen, zum hundertsten Mal muss der Pass vorgezeigt werden. Anstatt sich darüber aufzuregen, gilt es, den Kräften das Arbeiten zu erleichtern und Prozedere nicht noch durch unnötige Diskussionen oder gar Verweigerungen zu verlangsamen. Dazu gehört auch, nichts zu tun, was die Sicherheitsbemühungen des Venues konterkariert, wie beispielsweise Türen zu blockieren oder Pässe weiter zu geben.

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Auch außerhalb des Venues sollte man sich über wichtige Anlaufpunkte informieren. (Bild: Pixabay.com)

Einfach, aber effektiv: Erste Schritte Richtung Sicherheit

Die Sicherheitsbemühungen lassen sich durch einfache Hilfsmittel unterstützen, deren Erstellung bei der Produktion liegt. Zu den wichtigsten Hilfsmitteln gehören:

 

  • Kompakte Pläne zur Räumung sowie den Ein- und Ausgängen des Venues
  • Übersichtliche Informationen zur Meldung und Alarmierung im Notfall
  • Marker für das Markieren von Türen (Ölkreide / Magnettafen / Signalklebeband)
  • Westen mit entsprechenden Aufschriften: Räumungshelfer, Räumungsleiter etc.
  • Übersicht über das Produktionspersonal / Anwesenheitsliste
  • Trillerpfeife
  • Taschenlampe

Es ist nicht immer leicht, das Thema Sicherheit in die Produktionsabläufe einzubinden – zu hoch ist der Zeitdruck, die Menge der Beteiligten Personen, die Vorbehalte gegen das Thema. Wichtig ist an dieser Stelle, Akzeptanz zu schaffen. Nicht immer eine leichte Aufgabe, möglicherweise aber eine überlebensnotwendige.

Safety Paper: Wesentliche zu vermittelnde Inhalte

  • Überblick verschaffen: Safety Paper, Venuepläne, Unterweisungsunterlagen, Betriebs- / Organisationsinterne Handlungsanweisungen, Flucht- & Rettungswegepläne des Venues etc.
  • Erkundung des direktes Arbeits- und Verantwortungsumfeldes
  • Identifizierung der eigenen Position / des eigenen Verantwortungsbereichs im Venue
  • Identifizierung der nächstgelegenen sicherheitsrelevanten Einrichtungen (Feuerlöscher, Alarmierungseinrichtungen, Notausgänge, Aufenthaltsort Ansprechpartner)
  • Festlegung und Identifizierung „besonderer“ Orte: Sammelort, sichere Orte, Verstecke
  • Überblick über die externe Infrastruktur (z.B. der Weg zu den Nahverkehrsstationen)
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Sicherheitsvorkehrungen sollen keine Angst schüren, sondern Bewusstsein schaffen. (Bild: Pixabay.com)

 

Was sind sichere Bereiche?

Aus vergangenen Ereignissen hat man gelernt, wie wichtig ein Ort zum Verstecken sein kann. Es ist daher wichtig, bereits während des Aufbaus darauf zu achten, welche Möglichkeiten existieren – entweder im Venue oder auch innerhalb der Produktion. Jedes Venue ist anders genauso wie die sicheren Orte und die Wege dahin. Es ist daher wichtig, dass der Überblick über die Umgebung genauso Teil der normalen Arbeitsroutine wird, wie das Festlegen individueller Sammelpunkte. Dies können je nach Lage beispielsweise die Dressing Rooms oder auch der Tourbus. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, nicht nur zu klären, wie man rein kommt, sondern auch, wie man bei Bedarf wieder hinaus kommt.

 

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