Kommentar & Meditationsübung

Erfolgsfaktor Mensch – wir haben es in der Hand

Einen Moment bitte! … Bevor Du gleich weiterliest, würde ich Dich gerne bitten, vom Bildschirm aufzublicken, um zu sehen wo Du Dich befindest, wie Du sitzt oder stehst und wie Du Dich in diesem Moment fühlst.

Drum Cafe Teambuilding(Bild: Tetsuro Chirahada / Drum Cafe)

Danke! … Vielleicht war Dein Gefühlszustand auch davon geprägt, warum Du hier geduzt wirst. Es geht mir darum, Verbundenheit als ein menschliches Grundbedürfnis herauszustellen und die Fähigkeit zur Verbundenheit mit sich und seiner Umgebung als Schlüsselqualifikation zu positionieren. Das „Sie“ ist eine künstlich geschaffene Methode, Hierarchien aufrecht und Menschen auf Abstand zu halten. Das „Sie“ ist schwer vereinbar mit tiefer Verbundenheit und daher hier das „Du“.

Anzeige

Was Du mit dieser Übung kennengelernt hast, ist ein ganz natürlicher Übergang zweier Bewusstseinszustände. Der eine heißt Fokus. Wir brauchen ihn z.B. bei der Lektüre eines Magazins oder beim Bearbeiten der Nachrichten am Handy. Nichts an diesem Zustand ist falsch. Vielmehr ist es eine Qualität, Aufgaben konzentriert zu bearbeiten und Störungen auszublenden. Den anderen Zustand können wir Präsenz nennen. Also das Ausrichten unserer Sinne nach unserer Umgebung und damit Wahrnehmen dessen, was ist. Auch das ist eine Qualität. Fokus bringt uns in Verbindung mit der Sache oder uns selbst. Präsenz bringt uns in Verbindung und Interaktion mit der Welt da draußen. Die Kunst ist es, sich nach freiem Willen und Bedarf zwischen solchen Bewusstseinszuständen hin und her zu bewegen.

Je mehr wir von außen getrieben werden, desto mehr geht uns diese Kunst verloren. Als die Evolution uns die Erkenntnis schenkte, beschränkte sich das nicht auf Gut und Böse. Seitdem sind wir in der Lage, unsere äußere Situation subtil zu erfassen und ins Verhältnis zu Erfahrung und Zukunft zu setzen. Plötzlich erscheint des Nachbars Wiese grüner. Dem Baum ist sein Standort egal, doch für uns entsteht Stress. Denn wir kümmern uns damit von Kindesbeinen an unverhältnismäßig mehr um unsere äußerlich relevanten Attribute wie Aussehen, Wissen und Fähigkeiten als um unser Innenleben. Damit meine ich gesammelte Emotionen und vor allem unsere „persönlichen Überzeugungen“ und Werte, die leider oft mehr Ergebnis generationenübergreifender Prägung sind, als uns klar ist. Unserem Innenleben wird wenig Aufmerksamkeit geschenkt und so wirkt es umso mehr im Verborgenen.

Matthias Jackel
Matthias Jackel (Bild: Mario Andreya / Drum Cafe)

Innere Balance und äußerer Wandel

Und genau hier setzt Verbundenheit an. Indem Du Dich darin übst, Verbundenheit mit Dir und Deinem Unterbewusstsein herzustellen und Verbundenheit mit Mensch und Natur zu pflegen, erhältst Du zwei mächtige Quellen für innere Balance als Antwort auf äußeren Wandel. Für diese Übung dienlich sind alle kontemplativen Techniken, die Dich ins Hier und Jetzt versetzen und gewahr werden lassen. Weil uns dieses Wissen im Herzen innewohnt, sind z.B. Qi Gong, Tai-Chi, Yoga, Meditation, Achtsamkeit und grundsätzlich das Thema Spiritualität im täglichen Leben angekommen. Wofür man vor zehn Jahren noch aus dem Management-Meeting geworfen wurde, wird heute im gemeinsamen Retreat offen diskutiert. Das ist wunderbar. Denn hier findet ein Prozess statt, den wichtigsten Erfolgsfaktor für unsere Zukunft zu entwickeln: den Menschen und sein Miteinander. Während wir auf unsere Errungenschaften blicken, hat parallel schon immer eine viel wichtigere Entwicklung des Menschen auf ethischer Ebene stattgefunden: Die Qualität dessen, wie wir miteinander und der Welt umgehen. Ohne diese parallele Entwicklung auf ein nächstes Level zu heben, wird uns die Welt, die wir erschaffen, in noch größere soziale, ökologische und ökonomische Schwierigkeiten bringen als schon heute spürbar.

Ich möchte hier nicht darüber reflektieren, wie wir mit Drum Cafe den Teilnehmern ein Referenzerlebnis für Gemeinschaft auf Basis von Kooperation statt Angst bieten, sowie mit unserer Academy tiefe Verbundenheit und universales Bewusstsein fördern. Wenn wir gemeinsam diesen Prozess aufgreifen, kann daraus eine transformative Kraft entstehen. Und genau das war mir Grund, es hier zu thematisieren.

Events, die Verbundenheit erzeugen

Wo sonst kommen mehr Menschen zusammen als auf Events? Wo sonst haben wir mehr Gelegenheit, Menschen zu berühren, statt nur zu unterhalten? Unterhaltung kommt etymologisch von unten halten. Doch da unten entsteht kein Leuchten. Wenn die Teilnehmer in der Veranstaltung in Verbindung mit dem Moment und den Menschen gehen, entstehen solche Kräfte wie Kooperation, Interesse, Mut, Teamspirit und Kreativität – das Thema dieser Ausgabe – ganz von alleine. Verbundenheit in den Menschen zu erzeugen, ist die Priorität von Drum Cafe und sollte Priorität aller werden.

Zum Autor:

Matthias Jackel ist Autor, Musiker, Keynote-Speaker und einer der Gründer von Drum Cafe. In eine Musikerfamilie geboren und als Schlagzeuger aktiv, entdeckte er nach Ingenieurstudium und Jahren in internationalen Managementpositionen Rhythmus als Werkzeug der Personalentwicklung. Er hat mit fast einer Millionen Teilnehmern interaktive Musikveranstaltungen durchgeführt und die Erfahrung der dabei entstandenen tiefen Verbundenheit der Menschen in seinem Buch „The Connection Phenomenon – The art of doing what you need, not what you want“ international veröffentlicht.

[9799]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren