Neues von der Event-Zora

Corporate Songs mit Wir-Gefühl?!

Ein Gespenst geht um in Europa. Und dieses Mal ist es der Geist des Untergangs, der sich nicht nur beim Eurovision Song Contest, sondern auch bei den meisten Corporate Songs eingeschlichen hat… 

Die Event Zora

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Der Mai stand im Zeichen der Musik: Der Eurovision Song Contest. Das Event war fein, die Musik sehr unterschiedlich und das Abschneiden des deutschen Acts unsäglich. Der Geist des Untergangs ging um. Armes Manga-Mädchen. Entertainment können andere offensichtlich besser und Ausnahmen wie Lena bestätigen diese Regel. Gerade mal zwei deutsche Siege gab es für unsere ansonsten erfolgreiche Exportnation in den letzten fünf Jahrzehnten. Die Komponisten, die uns mit Songs für Kopenhagen, Wien, Stockholm oder demnächst Kiew beglücken, sind leider Mittelmaß. Nicht schräg genug à la Lordi, aber auch nicht populär à la Schwedens ABBA oder Loreen aus jüngerer Zeit. Und genau dieses Niveau hört man leider auch allzu oft bei Corporate Music oder gar Corporate Songs. Ein Problem der Auftragsmusik, ähnlich unserer letzten ESC-Beiträge: Musik und Text dürfen niemandem wehtun und es muss allen schmecken. Herauskommt akustisches Maggi fix.

Hitparade der Corporate Songs
Immerhin hat es der Song von Siemens, der zur Umbenennung von Healthcare in Siemens Healthineers aufgeführt wurde, in die Financial Times geschafft, als er am 4. Mai in Franken seine Welturaufführung vor den Mitarbeitern hatte. Publikumsinteraktion: Zero, trotz großformatigen Karaoke-Lettern und wildgewordener Spandex-Animateure.

Wie es gehen kann, zeigte Jung von Matt mit „Supergeil“ samt 16.000.000 überwiegend positiven Clicks. Aber das war eine Kampagne mit Eiern und nicht „Schöne neue Welt“.

„Kein Unternehmen schafft es, seine Werte in Musik zu fassen, ohne dass es eine Massenblamage gibt“, schreibt Lucy Kellaway in der FT zu Siemens. Sie titelt: „Der Siemens Healthineers-Song ist ein sich krümmender Spandex-bekleiderter Horror.“ Das Video gab es auf YouTube und hatte über 500.000 kritische Clicks geschafft, samt lustiger Kommentare, bevor es entfernt wurde. Aber wer googelt, der findet den „Healthineers Song“. Also äußerste Vorsicht bei Corporate Songs, erst recht bei Events.

Vielleicht machen wir mal eine Hitparade. Der Air-Berlin-Song aus 2006 gehört unbedingt dazu.

Wie bei Karaoke scheinen die Mitarbeiter vorher gehörig abgefüllt worden zu sein, deshalb wird mitgesungen. Gibt es auch als Live-Video. Viele Unternehmen, wie Lidl oder Henkel, haben dagegen ihre Songs unauffällig verschwinden lassen. Aber die Wirkung ist oft nachhaltig und selbst ein Song aus den 90ern – „Philips was my first love“, anlässlich einer Führungskräftetagung aufgeführt – geistert immer mal wieder durchs Netz. Das nennt man Nachhaltigkeit in der Kommunikation.

Also, ich habe ja nix gegen gute Songs, doch ich kenne keinen Corporate Song, der mich jetzt wirklich anmacht. Auch nicht nach dem fünften Cocktail in einer Karaoke-Bar in Pjöngjang. Aber schickt mir doch mal, was euch so musikalisch dazu einfällt oder auffällt. Vielleicht ein Thema für den nächsten Zora-Award.

OMG, ADC!
So, ganz schnell noch zu einem anderen Großereignis, dem alljährlichen ADCFestival. OMG, die Ausstellung war unfassbar präsentiert! Aus der Hechtsuppe des Vorjahres hat man leider nix gelernt, es war arschkalt in Hamburg. Macht doch die Ausstellung direkt im Dschungel-Camp, dann habt ihr auch gleich Content, der ja das alles bestimmende Thema war. Kätzchen überall, sehr lustig. So wird aus dem einstigen Werber-Raubtier ein braves Verbandskätzchen. Ich dachte immer, das Kreativitätsniveau wirkt sich positiv auf Kommunikation im Raum und Events aus. Bei den prämierten Arbeiten gab es ja ein paar Hoffnungsschimmer. Aber wenn Creativity durch Content ersetzt wird, braucht man euch nicht. Ich will euren Club wieder geil finden, also tut was!

Eure Event-Zora

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