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Parc Expo Exterieurs

Neuer Komplex für den Geschäftstourismus in Straßburg

Fünf Jahre nach der Entscheidung für den Entwurf von Kengo Kuma & Associates nimmt das neue Messegelände in Straßburg mit der Eröffnung der 90. Auflage der Straßburger Europamesse (2. bis 11. September) Anfang September 2022 offiziell seinen Betrieb auf.

Parc Expo Exterieur Straßburg
Parc Expo Exterieur (Bild: Bartosch Salmanski)

Mit einer Gesamtfläche von fast 24.000m² und einem Investitionsvolumen von rund 120 Mio. Euro soll dieser neue Standort für die Organisation nationaler und internationaler Kongresse und Veranstaltungen die Position Straßburgs als eine der „führenden europäischen Destinationen für den Geschäftstourismus“ weiter festigen. Der neue Komplex biete der Destination die Möglichkeit, ihr Veranstaltungsvolumen bis 2025 um 30% bis 50% zu erhöhen. Das Gebäude befindet sich nur einige Gehminuten von den europäischen Institutionen und dem neuen internationalen Geschäftsviertel Archipel entfernt.

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Der Eurometropole, die das Projekt mit 60 Mio. Euro finanziert hat, und Strasbourg events, dem Betreiber des Veranstaltungskomplexes, biete Straßburg damit einen Rahmen, der dem Status der europäischen Hauptstadt als Destination für alle Arten von Veranstaltungen gerecht werde. Er entspreche den ökologischen, wirtschaftlichen, ästhetischen und städtebaulichen Zielen, die von der Kommune festgelegt wurden.

„Nach zwei Jahren Gesundheitskrise, die die Tourismus- und Wirtschaftsaktivität alles andere als verschont hat, und pünktlich zur 90. Ausgabe der Europäischen Messe kommt dieses neue Messezentrum wie gerufen, um die Kongress- und Veranstaltungsbranche zu unterstützen und zu fördern“, berichtet Pia Imbs, Präsidentin der Eurometropole Straßburg. „Durch die Ausrichtung von Großveranstaltungen und die Unterstützung der lokalen Tourismusakteure stärkt es unbestreitbar den nationalen und europäischen Status der Eurometropole Straßburg. Dieses neue Messezentrum zeigt auf perfekte Weise, wie eine festlich geprägte, internationale Ambition architektonisch und kulturell zum Ausdruck gebracht werden kann. Und dank des Einsatzes von erneuerbaren Energien und Materialien wie Holz, die sich perfekt in die Umgebung einfügen, erfüllt es auf beispielhafte Art und Weise die neuen Anforderungen in Sachen Energieeffizienz und Energieeinsparung.“

Design und Architektur

Dank der Modularität der Räume und Flächen plant die Betreibergesellschaft des Parc des Expositions – die Strasbourg events, eine Tochtergesellschaft der Unternehmensgruppe GL events, der der Betrieb von der Eurometropole Straßburg durch Vertrag zur Übertragung öffentlicher Aufgaben anvertraut wurde (bis zum 31.12.2036) – neue Formate und Nutzungsformen. Das neue Messegelände bietet fünf modulare Hallen auf 24.000m², dazuzurechnen sind diverse Nebenräume sowie Außenbereiche.

Die modulierbaren multifunktionalen Räume:

  • ein geschlossener Bereich mit 6.086m² und ein offener Bereich mit 14.000m² (die Hallen 2, 3 und 4 können zusammen genutzt werden) und drei einzelne Bereiche mit mehr als 4.000m² die privat genutzt werden können
  • Das Längsschiff mit 2351m², 9,35m Dachhöhe und 84m Länge
  • Der Außenvorplatz mit 7000m² ermöglicht die Errichtung von provisorischen Strukturen, Restaurants, Bars, Imbissständen usw.
  • Eine Lounge mit 100m² und ein Veranstaltungsbereich mit 480m²
  • Eine 68m² große Terrasse mit Panoramablick über die Stadt
  • Ein Parkhaus mit 900 Stellplätzen, das 2023 fertiggestellt werden soll, sowie eine 16.000m² große Logistikfläche im Außenbereich werden das Projekt vervollständigen

„Mit diesem neuen Messezentrum eröffnen sich neue Perspektiven für den Straßburger Geschäftstourismus, der ganz auf die Zukunft und auf Europa ausgerichtet ist. Strasbourg events ist fest entschlossen, aktiv und gemäß der Tradition des Miteinanders zur Ausstrahlung der Stadt und der Region beizutragen“, sagt Oliver Ginon von GL Events. „Der neue Veranstaltungskomplex verleiht dem Geschäftstourismusangebot von Straßburg als einer bei Eventveranstaltern beliebten europäischen Destination eine ganz neue Dimension. Die neue Anlage mit ökologischem, ökonomischem, ästhetischem und urbanistischem Anspruch sollte es ermöglichen, bis 2025 mehr als 30% zusätzliche Veranstaltungen auszutragen, und stellt damit einen Gewinn für eine gesamte Branche in der Region und ein ganzes Ökosystem aus kleinen und mittleren Unternehmen dar. Es ist mir eine große Freude, heute zur offiziellen Eröffnung des neuen Messezentrums von Straßburg hier an Ihrer Seite zu stehen!“

Parc Expo Exterieurs Innenbereich Straßburg
Parc Expo Exterieurs Innenbereich (Bild: Bartosch Salmanski)

Zielsetzungen und Umweltkonzepte

Die neue Anlage sei auf Basis strenger Umweltkriterien entworfen worden und sei so konzipiert, dass sie sich in ihre unmittelbare Umgebung einfügt. Aufgrund der Errichtung des Baus auf ungenutzten Brachflächen konnte eine weitere Zersiedelung vermieden werden, wobei insbesondere ein enger Bezug zur Natur priorisiert wurde: Eine Holzstruktur von 2400m² schützt das Gebäude vor der Sonne, Kühlung durch Geocooling, natürliche Belüftung und die mit 5000m² größte in der Region Grand Est auf einem Gebäude installierte Photovoltaikanlage.

„Die privilegierte Lage des Messegeländes im Norden der europäischen Hauptstadt bietet uns die Möglichkeit, ein neues, repräsentatives Bild der Stadt zu gestalten“, erklärt das Team von Kengo Kuma.

Die ökologischen, ökonomischen, ästhetischen und städtebaulichen Zielsetzungen des Projekts von Kengo Kuma & Associates sollten die zuvor formulierten Kriterien erfüllen: Finanzielle Vereinbarkeit mit dem Gesamtbudget und die Garantie der Einhaltung der Ausführungsfristen bei gleichzeitiger Gewährleistung einer unanfechtbaren technischen, ästhetischen, funktionalen und innovativen Qualität.

Das neue Messegelände füge sich in die Dynamik der Eurometropole Straßburg und stehe im Einklang mit den Herausforderungen ihres Klimaschutzplans, der folgende Ziele für das Jahr 2030 festlegt:

  • Verringerung des Energieverbrauchs um 30%
  • Reduzierung der Treibhausgase um 40%
  • Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien im Energiemix um 30%

Die thermische Leistung des Projekts entspreche der geltenden Wärmeschutzverordnung (RT 2012), obwohl es aufgrund seiner spezifischen Nutzung nicht den Vorschriften unterliegt und somit in die Kategorie der Gebäude fällt, die abweichenden Bestimmungen unterliegen.

Um den ökologischen Herausforderungen gerecht zu werden und die Umweltauswirkungen des Projekts zu begrenzen und zugleich den Komfort der Besucher:innen zu gewährleisten, wurde das Projekt gemäß den folgenden Energie- und Umweltrichtlinien konzipiert:

  • Heizung auf der Grundlage erneuerbarer Energien mit Anschluss an das lokale Biomasse-Fernwärmenetz (87%)
  • Verwendung von 2400m³ Holz für Struktur, Verkleidungen und Isolierung
  • Natürliche Belüftung in der Nacht als Alternative zur mechanischen Belüftung durch spezielle Lüftungsöffnungen in den Fassaden der Hallen und im Dach
  • Zusätzlich Kühlung der Hallen durch Geocooling mit Tiefengrundwasser (- 50m)
  • Teilweise Rückgewinnung von Regenwasser
  • Leistungsstarkes thermisches Gebäudedesign durch verstärkte Isolierung in Fassade und Dach
  • Installation einer Photovoltaikanlage über eine Fläche von 5000m²

Schlüsselzahlen

  • 74 000m² Veranstaltungsfläche
  • ein zum Außenbereich offenes Längsschiff mit einer Höhe von 12m
  • 900 Parkplätze bis 2023
  • + 7 000m² Ausstellungsfläche auf dem Außenvorplatz
  • Gastronomiebereiche für bis zu 5.000 Personen
  • 3 Auditorien
  • 23 Breakout-Säle
  • 6 Hallen

ICCA Ranking 2017 (International Congress and Convention Association):

  • 148. Platz im internationalen Vergleich
  • 83. Platz im europäischen Vergleich
  • 8. Platz im nationalen Vergleich

Der Bau wurde durch die finanzielle Beteiligung der Partner des Dreijahresvertrags 2018-2020 „Straßburg – Europäische Hauptstadt“ in Höhe von insgesamt 30,3 Mio. € ermöglicht:

  • Staat (3,8 Mio. €)
  • Departement Bas-Rhin (6,5 Mio. €)
  • Region Grand Est (10 Mio. €)
  • Stadt Straßburg (10 Mio. €)
  • Die Restfinanzierung in Höhe von 60 Mio. € wurde von der Eurometropole Straßburg übernommen.

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