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Konferenzdolmetschen

Mitglieder des VKD nutzten die Pandemie zur Entwicklung digitaler Dolmetschleistungen

Im Rahmen der Covid-19-Pandemie trat im Frühjahr 2020 der erste Lockdown in Kraft und damit standen sämtliche Konferenzdolmetscher:innen vor einer großen Herausforderung, denn viele Konferenzen und Veranstaltungen in Präsenz wurden abgesagt. Was tun, fragten sich einige Mitglieder des Verbands der Konferenzdolmetscher (VKD) im Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) e. V. – und berieten sich in einer fachlichen Runde. Das Ziel: das Schnüren von Angebotspaketen für Online- und Hybridveranstaltungen.

Mit den Online- und Hybridformaten hat sich das Berufsbild der Konferenzdolmetscher:innen verändert, denn das technische Know-how wird immer wichtiger.
Mit den Online- und Hybridformaten hat sich das Berufsbild der Konferenzdolmetscher:innen verändert, denn das technische Know-how wird immer wichtiger. (Bild: Tanja Hammel, Prisma Language Solutions GmbH)

„Nachdem der erste Schock des Lockdowns überwunden war, ist schnell deutlich geworden: Irgendwie müssen ja alle weiterhin miteinander sprechen“, erinnert sich Diplom-Dolmetscherin und VKD-Mitglied Sonja Willner, die zusammen mit zwei Kolleginnen die BadenDolmetscher GbR leitet. Dass der Lockdown die zwischenmenschliche Kommunikation dabei auf die digitale Ebene heben wird, war der Dolmetscherin für Deutsch und Englisch schnell klar. „Die Frage nach digitalen Dolmetschangeboten würde kommen. Und dafür brauchten wir Antworten.“

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Zusammen mit den Kolleg:innen von Adam & Ortiz sowie Prisma Language Solutions machte sich Sonja Willner auf die Suche nach passenden Lösungen für Online- und Hybridveranstaltungen. „Wir haben uns über Wochen durch diverse Dolmetschplattformen gearbeitet, sie getestet und evaluiert, welche Plattformen und Abrechnungsmodelle zu welchen Anwendungsfällen und Kundentypen passen“, erinnert sie sich. Zudem wurde in moderne Technik investiert, mit der sich auch remote, also aus der Ferne, sicher und zuverlässig dolmetschen lässt. Dabei werden die Dolmetscher:innen von außen zu einer Veranstaltung per Audio- und/oder Videoübertragung hinzugeschaltet. Zuhörer:innen können die gewünschte Sprache zusammen mit dem Bild streamen.

„Heute verfügen wir alle nicht nur über die sprachliche Kompetenz, sondern auch über das technische Know-how sowie das Equipment, um unseren Kunden zuverlässige und sichere Lösungen für Online- und Hybridveranstaltungen anbieten zu können“, so Sonja Willner. Der Service beginnt dabei schon weit im Vorfeld der Veranstaltung: „Bereits in der Planungsphase beraten wir unsere Kunden in technischen und datenschutzrechtlichen Fragen.“

Die Mitgliedschaft im VKD war für Sonja Willner gerade in Zeiten der Krise ein Gewinn: „Sie bot mir die Möglichkeit, mein Netzwerk schnell um fachlich kompetente Dolmetscher:innen zu erweitern, die vor denselben Herausforderungen standen wie ich. Wir alle hätten sicherlich auf die Covid-19-Pandemie verzichten können. Aber jede Krise birgt auch ihre Chancen. Und die haben wir genutzt.“

>> Interessierte finden auf www.vkd.bdue.de die Leitlinie, eine Checkliste, ein Video und Tipps für digitale Veranstaltungen mit Dolmetscher:innen.

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