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Expo Event: erstes Stimmungsbild nach der Pandemie

Event Trend Studie Schweiz 2022

Nach der Pandemie treiben Umsatzeinbußen und Fachkräftemangel die Veranstaltungsbranche weiter um: Das zeigt die Event Trend Studie Schweiz 2022, welche u.a. im Auftrag des Branchenverbands Expo Events Swiss LiveCom Association durchgeführt wurde. Die befragten Unternehmen würden trotzdem zuversichtlich in die Zukunft blicken und weiterhin an die starke Kraft der Live-Begegnung glauben. 179 Unternehmen wurden befragt.

Expo Event Event Trend Studie Schweiz 2022(Bild: EXPO EVENT)

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In Zahlen ausgedrückt äußern sich die Folgen der Pandemie laut Stimmungsbild wie folgt: Im Jahr 2020 seien die Umsätze der befragten Unternehmen um über die Hälfte eingebrochen. Eine Vielzahl von Aufträgen sei während der vergangenen zwei Jahre nicht durchgeführt worden – bei Projekten unter 50.000 Franken waren es im Schnitt 50 Projekte pro Unternehmen, bei Projekten über 200.000 Franken je vier. „Unsere Branche hat sich in den vergangenen zwei Jahren infolge der Krise markant verändert. Die Auswirkungen sind nach wie vor groß, der Großteil unserer Mitglieder blickt unterdessen aber mit Zuversicht für das Live-Format nach vorne“, erklärt Daniel Wyss, Vorstandsmitglied von Expo Events Swiss LiveCom Association.

Live bleibt Favorit – hybride Formate holen auf

Die Studie zeigt, dass insbesondere hybride Formate stark an Bedeutung gewonnen haben. Bei 47% der befragten Unternehmen wies diese Veranstaltungsform in den letzten zwei Jahren die stärkste Zuwachsrate auf. Viele Unternehmen haben ihr Geschäftsmodell mit diversen Online-Technologien ergänzt: Am beliebtesten sei dabei das Live-Streaming gewesen. Weitere Technologien waren Audio- und Videoproduktionen sowie Bilder- und Videoportale. Obwohl der Anteil digitaler und hybrider Events stark zugenommen habe, erzielten Offline-Veranstaltungen nach wie vor 56% des Umsatzes. Virtuelle, hybride und andere Event-Formate wie beispielsweise Pop-up-Events oder Corona-konforme Kleinstveranstaltungen mit Zertifikatspflicht machten zwischen 13% und 16% aus. Unabhängig vom Durchführungsmodus erzielten Public- und Mitarbeitenden-Events den größten Teil des Umsatzes. In geringerem Umfang waren Spezialmessen oder Fachkongresse sowie Publikumsmessen oder Generalversammlungen im Umsatzportfolio der letzten zwei Jahre zu finden. Für die nächsten Jahre würden die Unternehmen aber wieder auf das Live-Format zählen: 61% sagen der unmittelbaren Begegnung das größte Wachstum voraus. Auch hier wird das Live-Erlebnis dicht gefolgt von hybriden Lösungen mit 55%.

Ausbildung und Rekrutierung erhalten Aufwind

Bei der Hälfte der Befragten habe sich die Anzahl der Beschäftigten in den letzten zwei Jahren im Schnitt um drei Personen reduziert. Lediglich 12% verbuchten einen Zuwachs an Mitarbeitenden. Die meisten würden nun aber wieder mit einem Wachstum rechnen. Daneben seien Ausbildungs- und Praktikumsplätze ein fester Bestandteil der HR-Strategie der befragten Unternehmen. So gaben 88% an, generell Angebote für Praktikant:innen oder Auszubildende zu haben. Rund ein Drittel bildet aktuell Azubis aus. Als größte Herausforderung in den nächsten Jahren sei der Mangel an Arbeitskräften identifiziert worden. Um der Abwanderung von Fachkräften aktiv entgegenzuwirken, setzen die meisten Befragten auf ihre Attraktivität als Arbeitgeber und investieren in die Ausbildung und Arbeitskultur.

Mit Diversifizierung und Partnerschaft zum Erfolg

43% der Umfrageteilnehmende haben die letzten beiden Jahre genutzt, um neue Geschäftsfelder zu erschließen. Das Spektrum der Diversifizierung sei groß: so wurde unter anderem vermehrt auf Streaming und Consulting gesetzt. Auch hat sich gezeigt, dass Herausforderungen gemeinsam besser zu bewältigen seien – daher arbeiteten zwei Drittel der Befragten mit einem Partner zusammen oder suchten aktiv nach einer Kooperation. Insgesamt sei zudem fast die Hälfte der Unternehmen in der Förderung nachhaltiger Events aktiv engagiert. Dabei machten 46% ihre Auftraggeber auf nachhaltige Events aufmerksam und boten dazu die entsprechenden Dienstleistungen an. Zusätzlich gab es eine Reihe weiterer Maßnahmen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit wie interne Projekte, Verwendung nachhaltiger Materialien oder die Investition in nachhaltige Infrastruktur.

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