Prominente definieren

Promis erklären: Was ist ein Event?

Sicher, für jeden Live-Kommunikationsstrategen ist „das Event“ so geläufig wie die Butter auf der Frühstücksstulle – an solche theoretisch-philosophischen Fragen wird im Alltagstrott kein Gedanke verschwendet. Insbesondere nach 20 Jahren im Geschäft. Doch für andere Personenkreise beantwortet sich diese Frage teils völlig unterschiedlich, siehe unsere Umfrage unter Prominenten aller Couleur. Lassen wir uns also inspirieren!

Prof. Dr. Lutz Becker
Prof. Dr. Lutz Becker

Events sind ein vorstrukturierter Rahmen für Kommunikationen. Dann stellt sich die Frage, wie die Struktur aussieht und welche Kommunikationen dort stattfinden…
Prof. Dr. Lutz Becker, Studiendekan des Master-Studiengangs Sustainable Marketing & Leadership an der Hochschule Fresenius, Köln

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Manni Breuckmann
Manni Breuckmann

Was ein „Event“ ist? Keine Ahnung. Türkischer Vorname? Tut mir echt leid, ich weiß es nicht.
Manni Breuckmann, Präsident der Liga gegen Anglizismen, Sektion Düsseldorf

 

Otmar Demharter
Otmar Demharter

Was ein Event wirklich ausmacht, ist nicht die Dimension, sondern der sinnstiftende Inhalt, verpackt in eine Gestaltung, die aufgrund ihrer Dramaturgie durchgehend fesselnd ist und final die Erwartungen der Zielgruppe übertrifft. Event ist die Kunst der Inszenierung einer gelungenen Mischung aus Information und Emotion, die eine Botschaft in Herz und Hirn der Rezipienten nachhaltig verankert.
Otmar Demharter, Autor und Regisseur

 

Rainer Langhans
Rainer Langhans (Bild: Rainer Knäpper/Lizenz Freie Kunst)

Ein Event ist eine neuere Bezeichnung eines körperlichen Zusammentreffens von Menschen zu einem Anlass.
Rainer Langhans, Kulturschaffender und Mitbewohner Kommune I

 

Garrelt Duin
Garrelt Duin (Bild: Hojabr Riahi)

Ein Event ist eine Veranstaltung, die durch professionelle Inszenierung eine Idee fassbar macht und bei der Zielgruppe im Idealfall Begeisterung für die Sache weckt.
Garrelt Duin, Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen

 

Björn Engholm
Björn Engholm (Bild: GNU Free Documentation License/Stuart Mentiply/Wolfsburg )

Ein Event ist ein Ereignis. Nicht irgendeines, sondern ein besonderes. Ein „Eräugnis“, ein sinnliches Erlebnis, etwas Auf- und Anregendes, Unverwechselbares. Nichts aus der Retorte. Was auch heißt, dass nicht jedes Event diesen Namen verdient…
Björn Engholm, Dipl. Pol. im Ruhestand und Kunstfreund

 

Für mich ist Event, was man früher mal ein Ereignis genannt hat.
Gabriele Fischer, Chefredakteurin brand eins

 

Dunja Hayali
Dunja Hayali

Das schönste Event ist für mich, wenn Freunde zum Essen kommen. Reden, essen, trinken, lachen, weinen, streiten, philosophieren…
Dunja Hayali, Moderatorin

 

Dieter Kosslick
Dieter Kosslick (Bild: Berlinale 2015/Ali Ghandtschi)

Ein Event ist, wenn Meryl Streep kommt, und zwei Events sind es, wenn auch noch George Clooney kommt.
Dieter Kosslick, Direktor der Internationalen Filmfestspiele Berlin

 

Roland Lambrette

Roland Lambrette °

Ich kann mich über viele Jahre daran erinnern – vielleicht ein Leben lang. Ich habe es gemeinsam mit anderen Menschen erlebt. Ich hatte Gänsehaut, vielleicht gab es Tränen, auf jeden Fall Momente großer Freude. Ich habe dabei etwas gelernt, etwas mitgenommen, das mit meinem Leben zu tun hat. Ich kann anderen davon erzählen. Es hatte Bedeutung. Es wurde für mich zu einem echten Erlebnis. Unser Anspruch, unsere Herangehensweise ist es, die gestalterischen, dramaturgischen und inszenatorischen Mittel so einzusetzen, dass ein Ereignis in diesem Sinne entstehen kann. Von mir aus kann man das dann auch „Event“ nennen.
Prof. Roland Lambrette, Atelier Markgraph

 

Nelson Müller
Nelson Müller

Ein gutes Event ist für mich die positive Stimulierung aller Sinne.
Nelson Müller, Sternekoch und Sänger

 

Prof. Dr. Christoph Stölzl
Prof. Dr. Christoph Stölzl (Bild: HfM Weimar/Peter Michaelis)

Ein „Event“ ist nichts anderes als ein kulturelles „Ereignis“, wobei der Begriff der Kultur hier ganz weit ausgespannt wird, vom WM-Endspiel, wo Millionen medial dabei sind, bis zum Debüt eines Singer-Songwriters im Off-Theater vor 100 Zuschauern. Auch Bob Dylan hat mal so angefangen, von den Beatles im Liverpooler Cavern Club ganz zu schweigen. Zum Event wird die Sache, wenn man entweder das Glück hat, dabei gewesen zu sein – und dann hinterher den minder Glücklichen davon vorschwärmen kann. Oder aber das Pech, das Ereignis verpasst zu haben. „Business as usual“ wird nie zum Event, nicht im Sport, nicht in der Hochkultur. Wir Kulturmenschen haben die Pflicht, alles, was wir tun, veranstalten, erfinden zum „Ereignis“ werden zu lassen: „Wer nicht eine Million Leser erwartet, sollte keine Zeile schreiben“ (Goethe).
Prof. Dr. Christoph Stölzl, Präsident der Hochschule für Musik Franz Liszt, Weimar

 

Hans-Joachim Roedelius
Hans-Joachim Roedelius

Ein Event ist ein festliches Ereignis, also inhaltlich und äußerlich mehr als „nur“ ein einzelnes Konzert, oder eine Lesung … Eine deutsche Entsprechung wäre zum Beispiel ein Fest.
Hans-Joachim Roedelius, Musikpionier

 

Su Vössing
Su Vössing (Bild: Burkhard Vössing)

Für mich ist ein Event eine ganz besondere, spektakuläre und im bes ten Fall eine unvergessliche Veranstaltung. Ein begrenztes Ereignis, an dem eine Gruppe von Menschen teilnimmt und in Kommunikation steht.
Su Vössing, Deutschlands erste Sterneköchin

 

Rainer Maria Kardinal Woelki
Rainer Maria Kardinal Woelki (Bild: Erzbistum Köln/Robert Boecker)

Wir Menschen brauchen außergewöhnliche Ereignisse in unserem Leben. Ein Event ist ein solches Ereignis (lat. eventus), das in einer Gemeinschaft erlebt wird. Es ist wichtig, dass wir Events eben nicht nur als Marketing erleben. Marken und Konsum dürfen nicht die einzigen Orientierungspunkte unseres Lebens sein. Sondern wir müssen Events im Freundeskreis, der Familie oder in der Kirche erleben. Nur durch diese Begegnungen mit anderen Menschen oder Gott ermöglichen Events auch die ein Leben tragende Sinnstiftung. Deswegen bietet auch die Kirche moderne Events, wie den Weltjugendtag.
Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof Köln

 

Robert Reschkowski
Robert Reschkowski (Bild: Erika Richter-Reschkowski)

Event ist das „Unvorhersehbare“. Das Folgende lässt sich nicht aus dem Vorherigen schließen. Als Performer ziele ich aktional genau auf diese Ereignisqualitäten. Event ist für mich eine Ereignis-Trance, sie bannt die Aufmerksamkeit, vermittelt äußerste Präsenz und macht jeden Staunen, der sich im Ereignisfeld befindet.
Robert Reschkowski, Performancekünstler und Coach

 

Natürlich haben wir auch bei unserem ganz eigenen EVENT PARTNER-Promi nachgefragt: 


Die Event-Zora

Definitionsversuch Eins: Event, Event ein Lichtlein brennt. Ich soll nicht so albern sein, sagt die Chefin. Definitionsversuch Zwei: Direkte Wirtschaftskommunikation findet in der Eckkneipe statt, Marketing-Events in der Regel im Saale vor einem Live-Publikum, das sich nicht wehren kann – weil eingeladen – und das Kunde und Agentur für dümmer halten, als es ist. Ich soll positiver schreiben, sagt die Chefin. Definitionsversuch Drei: Eine oder mehrere Marketingbotschaften werden für eine definierte Zielgruppe in Raum und Zeit als kollektives Geschehen live und synchron erlebbar. Ich soll das korrekt zitieren, mahnt meine Chefin, sonst ginge es mir wie dem Guttenberg. No risk, no fun!
Event-Zora, Praktikantin 2.0

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Bei einer Podiumsdiskussion in Berlin 1991 fasste Impresario Matthias Hoffmann auf die Frage: Was denn ein Event sei?

    Dies wie folgt zusammen:

    Ein Event ist ein außergewöhnliches Ereignis an einem außergewöhnlichen Ort.

    *Zitat 1991 Podiumsdiskussion auf der Messe Berlin Matthias hoffmann Erfinder der 3 Tenöre Welttournee u.a.

    Auf diesen Kommentar antworten
  2. Bei allem Respekt: Was bitte ist denn das: “Präsident der Liga gegen Anglizismen, Sektion Düsseldorf”?

    Auf diesen Kommentar antworten

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