Sicherheit auf Veranstaltungen

Früher war alles besser – oder?

Die Event-Zora schwelgt in Erinnerungen an vergangene Zeiten, und die Herausforderungen, die sich spätestens seit dem Angriff auf die Zwillingstürme in New York auch in der Eventbranche bemerkbar machen… 

Die Event Zora

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Ich mache ab jetzt business as usual. Da wollte ich endlich mal eine völlig unpolitische Kolumne schreiben, aber was machen die da in Brüssel? Ich musste zum Event-Zorro, denn nur er konnte mich trösten. Er erzählte mir von den guten alten Zeiten, als der Elchtest die Einführung der A-Klasse überschattete (bitte gegebenenfalls googeln – ich war da auch noch in der Grundschule) oder den ganzen Halligalli-Events mit ordentlich Chaka (auch googeln, das war so ein komischer Holländer), von denen wir ja sooooooo weit entfernt sind.

Aber dann fiel ihm auch der 911 ein – nicht der Launch der neuen Porschebaureihe irgendwo unter der Sonne des Südens, sondern die Flugzeuge in den Twin Towers, in Folge der dritte Irak Krieg und dann schwieg er. Ja, er hatte mir mal von den kurzfristigen Absagen aller Events auf der IAA 2001 erzählt und den ganzen umgerouteten Events und Incentives aus Marokko oder der Türkei im Frühjahr 2003.

Aber irgendwie beschleunigt sich der Wahnsinn, dachte ich so. Was macht eigentlich so eine Stadt wie Paris oder Brüssel, in der viele Unternehmen und Menschen auch von den MICE-Mäusen leben? Wir hatten 2014 eine Tagung in Paris durchgeführt. 2015 das gleiche Ding in Brüssel und im Herbst 2016 sollte es in Istanbul stattfinden. Bisher haben wir wohl einfach nur Glück gehabt, nicht zur falschen Zeit am richtigen Ort zu sein. Oder doch zur richtigen Zeit am falschen Ort?

Apropos, falscher Ort. Was ist eigentlich mit Dresden? Der PEGIDA-Effekt wirkt sich laut einer Studie, die im Januar von Dresden Marketing GmbH (DMG) veröffentlicht wurde, massiv aus. 5,1 % Rückgang durch Absagen bei Privat- und Geschäftsreisen. Gehen jetzt nach Brüssel die Imagewerte wieder nach oben, weil die Wutbürger vermeintlich Rechthaber sind? So einfach wird es hoffentlich nicht sein.

So jetzt reicht es aber, ein anderes Thema zum richtigen oder falschen Ort. BMW feierte live-gestreamt sein 100-Jähriges. Die Münchner Olympiahalle wurde zur VIP-Lounge, die Allianz-Arena zur Holzklasse. Einige Mitarbeiter und Gewerkschafter sahen das wohl so kritisch. Für die Großkopferten gab es live die große Andree-Verleger-Show mit Häppchen, für die Live-Übertragung Currywurst und einen Andreas Bourani, der bestellt „Ein Hoch auf uns“ sang. Da kam dann doch ein wenig Chaka-Feeling auf.

Gar nicht so einfach, so ein großes Jubiläum korrekt zu feiern und es vielen recht zu machen. Bei Bayer hatte man vor drei Jahren Festakt und Mitarbeiterevent zeitlich und inhaltlich getrennt. Ganz schön clever von denen. Um noch mal auf falsche Zeit zu kommen. Leben wir in der falschen Zeit? Wäre ich nicht besser in den 90ern in diese Branche gekommen, als man dort allerorten Gloria Gaynor singen hörte „I will survive“? Na ja, vielleicht taugt das ja nicht nur als Alltime-Branchenhymne, sondern auch als mein letztes Wort für heute: We will survive!

Eure Event-Zora

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