Nachhaltige Lösung durch Heißluftrückgewinnung für die Live-Kommunikationsbranche

Die Event-Zora zur Live-Kommunikation

Jetzt hätte ich doch fast den Redaktionsschluss verpasst. Nicht, weil ich wieder ein paar Pitch-Nachtschichten hinter mir habe oder fünf schlaflose Messeaufbautage, sondern weil ich in an einer nachhaltigen Lösung für unsere Branche arbeite und damit gleich noch die Welt rette. Es ist außerdem ein ganz neues Businessmodell. Details verrate ich nicht, weil ich nämlich gerade am Patent arbeite.

Event Zora

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Unsere Branche produziert live, gedruckt und digital einfach so viel heiße Luft, dass man die Energieprobleme von Heute und Morgen löst, wenn man diese Energie zurückgewinnt. Ich sage nur Kraft-Verbal-Kupplung. Der Vorteil gegenüber Wind und Sonne ist, dass die heiße Luft ganzjährig und recht regelmäßig produziert wird und sowohl in Textform als auch digital ohne Verluste gespeichert werden kann.

Gesamtenergetisch war das Branchenjahr deutlich besser als das Solarjahr 2014. Erinnert Ihr Euch an den Januar? Da gab es reichlich alten Dampf in neuen Röhren aus München. Das gleichnamige Manifest wurde von einer auserwählten Schar von Live-Kommunikationsspezialisten (allein die letzten 55 Zeichen bringen schon wieder 55 Kilojoule) erarbeitet und vorgestellt. Man könnte es so zusammenfassen: Außer drei nicht gerade neuen Thesen nichts gewesen. Nach guten neun Monaten kommt jetzt ein Hinweis auf einen geplanten Kongress. Mich beschleicht das Gefühl, dass die drei Initiatoren nicht nur altruistisch die Branche voranbringen, sondern auch ein eigenes Businessmodell damit etablieren wollen. Ich sage mal: Drei Fragezeichen.

Dann kamen reichlich Pressemeldungen aus ganz Deutschland. Auch PR-Heißluft-Kleinvieh macht bekanntlich rhetorischen Mist und damit Energie. Eigentlich habe ich ja aus Köln und einer Großstadt, die mit W beginnt (damit ich nicht immer auf dem Marktführer rumhacke), einige Heißluft-Studien erwartet. Erstaunlicherweise kam aber nichts. Warum eigentlich? Sind die Erkenntnisse ausgegangen?

Im Spätsommer sprang der Verband für die Direkte Wirtschaftskommunikation in die Bresche – warum denke ich da immer an den DEHOGA? Was früher noch Event-Klima Studie hieß, wird zum „Research“. Was ist jetzt eigentlich der Unterschied? Für den Anglizismus gibt es übrigens schon 90 Kilojoule und der Titel „Die Zukunft des Marketing“ bringt nach der Umwandlung satte 581 Kilojoule. Schade, dass die FAMAB-Studie noch nicht komplett veröffentlicht wurde, aber ich vermute, da steckt in allen Phrasen noch reichlich Energie. Die Relevanz wird sich selbst verliehen. Folgen wird es – wie immer – keine geben. Gottseidank kommt mein Verfahren jetzt ins Spiel, um wenigstens eine energetisch nachhaltige Wirkung des Researchs zu erzielen. Und bei den prognostizierten unrosigen Aussichten für die Live-Kommunikation ist ein zweites Standbein für Agenturen und Dienstleister mit der Energieproduktion doch vielversprechend.

Und übrigens, meine kleine Kolumne gibt allein 3.044 Kilojoule. Vielleicht bekomme ich ja dann wenigstens den Deutschen Nachhaltigkeitspreis.

 

Tschüssie

Eure Event-Zora

 

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Verehrte Zora,

    nachträglich erst einmal herzlich willkommen in der Event-Branche. Schöne, spitze Feder. Macht Spaß, macht Lust auf mehr.

    Beim letzen Mal haben Sie allerdings ein paar Kalorien unnötig verbraucht. Der guten Ordnung halber müssen daher schnell ein paar Dinge auf die Goldwaage gelegt werden.

    Unser Münchner Manifest war als Auftakt zu einem längst überfälligen Branchen-Kongress gedacht.
    Der hätte im Juni 2015 in Berlin stattfinden sollen. Wir haben viel Zeit hineingesteckt, hatten ein unkonventionelles Konzept, spitze Themen, sogar ein fertiges Corporate Design und viel Goodwill von potenziellen Sponsoren. Und jeder der von unserem Ansatz erfuhr, war begeistert.

    Da wir so ein Projekt als drei „Privatpersonen“ nicht stemmen können, haben wir einen Veranstalter gesucht – und dann kam die große Panne. Die hat mittlerweile ihren Geschäftsbetrieb quasi eingestellt, nicht aber ohne uns vorher wegen eines Formfehlers bei unserer Kündigung auf Schadenersatz im hübsch 6-stelligen Bereich zu verklagen.

    Anders als Sie angenommen haben, wollten wir mit dieser Konferenz nie Geld verdienen, aber so draufzahlen nun auch wieder nicht. Schwamm drüber. Allerdings ist uns nun aus sicher nachvollziehbaren Gründen die Lust vergangen nochmal eine Million Kalorien zu verbrennen und uns weiter altruistisch für einen Branchenkongress zu engagieren. Jetzt darf mal jemand anderes dran.

    Mit den besten Grüßen, Ihre drei Muskeltiere Kindler, Rübner, Schmachtenberg.

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