Nach Golde drängt...

Die Event Zora über Insolvenzen und zweite Chancen

Der alte Freiherr von Goethe brachte es schon auf den Punkt. Glaubt man dem aktuellen FAMAB Research, gehen wir goldenen Zeiten der Live-Kommunikation entgegen: mehr Bedeutung und mehr Etats.

Die Event Zora

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Egal, welchen Namen das Kind aus Rheda-Wiedenbrück hat oder in der Vergangenheit hatte, es ging in den Umfrageergebnissen seit 20 Jahren eigentlich immer nur bergauf. Wahrscheinlich so steil, dass der eine oder andere Player abgehängt wurde oder wird. Hmm, dachte ich. Da kenne ich doch so die eine oder andere Story von Pleiten in unserer Branche. Da ist zum Beispiel meine Berliner Bekannte, die es recht kalt bei Hardenberg Consultum erwischt hat (Die Hardenberg Consultum GmbH ist ein Zusammenschluss von Consultum Communications und Hardenberg Concept – oder Raider heißt jetzt Twix). Um es klar zu sagen, die Gräfin Isa von Hardenberg ist raus und das Sagen hat Ex-Bild-Mann Hans Erich Bilges. Gründe für die wirtschaftliche Bauchlandung? Vielleicht passte einfach nicht zusammen, was zusammengehören sollte.

Um es mal klar zu sagen, eine Insolvenz ist nicht zwingend ehrenrührig. Es muss sich also niemand deswegen erschießen, wie einst der Sektfabrikant Krull, oder sogar bei einem mysteriösen Flugzeugabsturz ums Leben kommen. Nein, jeder hat mindestens eine zweite Chance verdient. Man sagt, Abraham Lincoln habe vier Mal die Hand gehoben, bevor er sie beim fünften Mal für den Schwur auf die Bibel und Amerika hob. Und auch der jetzige republikanische Kandidat mit der Hamsterfrisur tat es wie einst der Befreier von der Sklaverei – was wohl deren einzige Gemeinsamkeit sein dürfte und hoffentlich bleibt. Der eine war einer der wichtigsten Präsidenten, und der andere bleibt hoffentlich nur ein Kandidat.

Zurück zum Thema. Ich habe da mal recherchiert, genau genommen den Event-Zorro gefragt. Na, da sprudelte es doch gleich heraus. MKG, schon lange vergessen, 2005 On Air, da hatte es die Wiesbadener erwischt. Wie es hieß, hatten sie zu viel in Pitches investiert. Aber, aus der Pleite – sorry, Insolvenz – gingen neue Player hervor. Eine bis heute erfolgreiche Kreativagentur, eine Personalberatung … Ich betone, das hier ist nicht zwingend eine Hall of Shame: 2009 gemadi, 2010 Munich One, 2011 kogag und max.sense, 2016 Hardenberg Consultum. Aber da gab es auch die einen oder anderen Dienstleister wie MICE AG, intergerma, Sirius Showequipment AG unter Wolfgang „Schabbach“ Neumann … Oder aktuell Kalle Krause. Da wird dann manchmal über Jahre taktiert, prozessiert und schließlich ist außer Spesen für Anwälte und Gerichte nix gewesen. Leidtragende in diesem Fall: unter anderem Technikdienstleister N&M sowie die Ersteller des vorliegenden Blättchens. Letztere haben sogar bis kurz vor dem Aus noch ein wohlschmeckendes Osterlamm in Teigform als Zeichen der guten Geschäftsbeziehung zugestellt bekommen. Und Erstere gerade erst einen Prozess gegen die Firma mit der schönen Alliteration gewonnen. Wie plötzlich so eine Insolvenz auch immer aus dem Nichts aufploppt…

Da ich nicht in BWL promoviere und auch nicht Wolf Rübner bin, kann und werde ich jetzt auch keine genaue Analyse liefern, warum wer wann wie und mit wem Pleite ging. Nicht meine Kompetenz. Aber noch eines aus der Sicht einer überarbeiteten, unterbezahlten und motivierten Mitarbeiterin: Wir sind im Worst Case ja auch Gläubiger. Und ja, „Gläubiger haben ein besseres Gedächtnis als die Schuldner“, stellte schon der Blitzableiter-Erfinder Benjamin Franklin fest. Wenn man dann mal genauer fragt, haben einige Insolvenzen heftig geschmerzt. Den teilweisen oder völligen Ausfall der Forderungen, den muss man erst mal selbst verkraften. Wäre mal interessant, wer denn so seine Insolvenz wirklich schmerzfrei für die anderen hinbekommen hat. Ein Fall für den nächsten Zora Award?

In der Bibel steht es schon, dass jemand mehr Schulden als Haare auf dem Kopf hat. Also Vorsicht bei Geschäften mit Glatzköpfen, die ja nicht selten in unserer Branche cool daherkommen.

Tschüssi,
Eure Event-Zora

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Respekt, EventZora, für die tiefe Kenntnis der Familiengeschichte bzw. den Besuch auf dem Firmen-Friedhof der Branche

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