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Trends und Entwicklungen aus ganz Europa

Road2BOE – So kommunizieren Marken nächstes Jahr!

Wie agieren Agenturen und ihre Kunden in der Pandemie? Warum wird Empathie künftig für Marken und Unternehmen eine bedeutende Rolle spielen? Und wo werden 2022 die Herausforderungen für Veranstaltungsplanende und Eventorganisator:innen beim Einsatz von Live-Kommunikation und Experience-Marketing liegen? Nextlive.TV-Moderatorin Vanessa Christin Pöhlmann spricht im Rahmen der Talkshow „Around the world“ mit Agenturen aus ganz Europa über die Pandemie und ihre Folgen.

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Dabei wird den Agenturchefs auf den Zahn gefühlt und unter anderem beleuchtet, wo sie künftig die Chancen in den unterschiedlichen geprägten Märkten Europas sehen. In zwei Folgen mit dem Fokus-Thema „International Agencies talking about Live & Experiences“ begrüßt Vanessa Christin Pöhlmann u.a. Talkgäste aus Deutschland, Norwegen, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Spanien, Österreich und Ungarn.

Ulf Gassner gründete 1995 die Agenturgruppe Concept X mit dem Headquarter im westfälischen Rheine und weiteren Standorten in Hamburg, Köln und Koblenz. Auf die Frage, wie er und vor allem wie seine Kunden – Marketing- und Budgetentscheider aus Wirtschaft und Industrie – auf die Pandemie reagiert haben, sagt er: „Im Hinblick auf den ersten Lockdown im März 2020 haben wir bei vielen Kunden schon auch erstmal eine gewisse Schockstarre feststellen müssen. Die Mitarbeiter mussten plötzlich ins Homeoffice, die wichtigsten Kommunikationskanäle brachen von heute auf morgen weg, vielerorts wurden starke Umsatzeinbußen verzeichnet, man investierte nicht mehr in Kommunikation – das war schon eine sehr besorgniserregende Situation. Aus unserem Team kam dann auf operativer Ebene die Idee, auf den Außenflächen unserer eigenen Eventlocation ein lokales Festival zu initiieren – im Open-Air Bereich waren Veranstaltungen über die Sommermonate möglich und so haben wir sowohl 2020 als auch 2021 mit dem ‚Sommer an der Ems‘ ein jeweils mehrmonatiges Festivalprogramm veranstaltet – ein voller Erfolg auf ganzer Linie.“

Mit Blick auf die Ausrichtung der Agentur stellte sich dann schnell die Frage, agiert man künftig eher operativ und fokussiert man die strategische Ebene? „Für uns war bald schon sehr klar, wir wollen mit Concept X künftig vor allem die strategische Ebene stärken. In einer Zeit, in der Marken und Unternehmen sich neu positionieren- und sich dabei Herausforderungen wie den Themen Sustainability oder CSR stellen müssen, haben wir unsere Beratungskompetenz in dem Bereich ganz bewusst ausgebaut. Denn schon eine Weile haben wir eine Bewegung am Markt beobachtet, in der große Unternehmensberatungen diverse Kommunikationsagenturen übernehmen und ihr Portfolio somit um den kreativen Part ergänzen. Wir sind den Schritt gegangen – aber genau andersherum und haben unsere strategische Beratungskompetenz dahingehend erweitert“, so Ulf Gassner.

Beatrix Mourer ist Mitbegründerin und Creative Director der 1995 gegründeten Agentur magicgarden Paris. Schon schnell erweiterten Beatrix und ihr damaliger Partner Brice die Künstleragentur um ein französisches Produktionslabel. magicgarden war Frankreichs erste sogenannte ‚Advertainment‘, die ihre Skills, ihre Influencer-Netzwerke und ihre Expertise in Bezug auf die internationale Künstler-Community in den Dienst von Marken stellte, um immersive Brand-Experiences zu schaffen.

Auf die Frage, wie sie den französischen Markt aktuell wahrnimmt, sagt die Kommunikationsexpertin: „In den vergangenen Monaten beobachten wir bei unseren Kunden verstärkt eine Rückkehr zu Live-Events. Mittel- und langfristig sehen wir in Frankreich auch eine verstärkte Nachfrage nach hybriden Formaten, da sich so die Reichweite vieler Kampagnen signifikant steigern lässt. Außerdem spielen Themen für Corporate Social Responsibility auch bei uns eine zunehmend bedeutende Rolle. Nachhaltigkeit muss sich durch den gesamten Prozess der Kampagnen ziehen: von der Kommunikation über das Design bis hin zum Transport von Materialien.”

Wouter Boits ist Gründer und CEO der belgischen Agentur The Oval Office in Antwerpen, die vor rund zehn Jahren aus der Fusion einer Agentur für Live-Events und einer klassischen Kommunikationsagentur entstanden ist. „Heutzutage wollen und müssen moderne Marken für mehr stehen als nur für ihre Produkte oder Dienstleistungen. Und wir als Agentur müssen viel mehr tun, als unsere Kunden in ihren Vertriebs- oder Change-Prozessen zu unterstützen. Empathie spielt dabei eine zunehmend große Rolle, nicht nur für die handelnden Personen selbst, sondern vor allem auch für die Marken. Künftig wird keine Marke mehr ohne empathische Kommunikation existieren können“, sagt Wouter Boits. Die größte Herausforderung für Agenturen bei der Planung und Umsetzung von Live-Events liegen seiner Meinung nach darin, Präsenzveranstaltungen klare Mehrwerte zu geben: „Wir sind als Agenturen gefordert, einem Live-Event Alleinstellungsmerkmale mitzugeben, die digitale oder hybride Eventformate nicht abbilden können.“

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