Messebeteiligungen im Ausland

Tipps für Aussteller und Messebauer in China

Plant man eine Messebeteiligung in einem anderen Kulturkreis, egal ob als Aussteller, Agentur oder Messebauer, ist es wichtig, die Gepflogenheiten und infrastrukturellen Limitierungen des Landes zu kennen. So ähnlich uns eine Kultur auch scheint, gibt es dennoch immer wieder Stolperfallen, die man als landesfremder Aussteller bzw. Messeplaner besser umgehen möchte.

Chinesische Flagge(Bild: Pixabay.com)

Messen bieten viele Möglichkeiten, sich als Unternehmen zu präsentieren. Besonders die Face-to-Face-Kommunikation bietet sich jedoch in China an, um Vertrauen zur Zielgruppe aufzubauen – und das schnell und sehr effizient. Daher sind Messen ein guter Ort, um sich beim chinesischen Publikum bekannt zu machen.

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Wer eine chinesische Messe besucht, kann nahezu sofort sagen, ob ein Messedesign aus der Hand eines ausländischen oder eines chinesischen Unternehmens stammt. Die ausländischen Firmen tendieren dazu, einfachere, minimalistische, modernere und vor allem offenere Designs zu verwenden, während die lokalen Unternehmen gewichtigere Konstruktionen einsetzen, bei denen viel Holz genutzt wird, um dem gesamten Messestand einen traditionelleren Look zu geben.

Vorteile einer Messe ausnutzen

Wenn es ein physisches Produkt zu zeigen gibt, sollte man es auf jeden Fall mit zur Messe bringen. Genau das ist schließlich der Vorteil einer Messe gegenüber Online-Marktplätzen wie Alibaba, Amazon & Co. Das chinesische Publikum erwartet, diese Produkte auf der Messe im Real Life sehen zu können – beispielsweise in Demonstrationen am Messestand.

Dienstleistungen sollten dagegen im Idealfall sowohl mit Texten als auch über Visuals kommuniziert werden, wobei das Gewicht eher auf grafischen Elementen ruhen darf. Die Menschen sind sehr geschäftig, wenn sie auf den Messeständen unterwegs sind, und erwarten, die Dienstleistungen und Angebote eines Unternehmens schnell erfassen zu können. Die Visuals sollten daher intuitiv verständlich sein und direkt erklären, was man auf der Messe bzw. als Unternehmen anbietet. Wenn damit einige kurze Erklärungstexte kombiniert werden, ist das umso besser.

Deal or no deal?

Ob auf einer Messe nicht nur geworben, sondern Deals auch tatsächlich abgeschlossen werden, hängt vom ausstellenden Unternehmen ab. Wenn das Ziel des Ausstellers der Abverkauf am Stand ist, ist das natürlich möglich. Im Allgemeinen sollten man aber allenfalls am letzten Tag der Messe zu dieser Maßnahme greifen, um die Transportkosten für die ausgestellten Produkte zu sparen. Das primäre Ziel einer Messe ist und bleibt das Netzwerken und Präsentieren.

Shanghai
Shanghai – ein wichtiger Messeplatz in China (Bild: Pixabay.com)

Chinesisch oder Englisch?

Sieht man sich einem Produkt- oder Markennamen gegenüber, den man nicht in die Landessprache übersetzen möchte, ist das natürlich in Ordnung. Doch um Engagement für das Gastland zu zeigen, erwarten die chinesischen Besucher neben dem obligatorischen Englisch wenigstens einige Worte in der Landessprache – zur Begrüßung oder in den Botschaften am Messestand.

Designvorzüge und Hospitality

Die Einschränkungen für Messestände in China variieren bei jeder Messe, daher ist es wichtig, vor der Planung des Messekonzepts das Messehandbuch mit den jeweiligen Bestimmungen durchzuarbeiten bzw. auf einen lokalen Partner zu setzen, der sich auskennt. Die Einschränkungen sind allerdings nicht so streng wie in den westlichen Ländern. Um den Messestand attraktiver zu gestalten, werden u.a. viele Hängepunkte verwendet. Zusätzlich zum Standdesign wird an den Messetagen gerne attraktives Stand- und Begrüßungspersonal eingesetzt, das die Besucher über den Stand führt und Fragen beantwortet. Ergänzend werden oftmals leichte Getränke und eventuell kleinere Snacks angeboten: Größeres Catering während der Messezeiten ist unüblich und wird von den Besuchern auch nicht erwartet.

Cash oder Kreditkarte?

Weder noch. Kreditkarten werden so gut wie niemals akzeptiert; die gängigste Bezahlart für internationale Unternehmen ist der telegrafische Transfer TNT. Üblicherweise werden 50% der Kosten im Voraus bezahlt, der restliche Betrag kann bis zu zwei Wochen im Nachhinein beglichen werden – immer abhängig davon, was Kunde und Dienstleister während ihrer Verhandlungen vereinbart haben.


Messe-Tipps von Huan Wang, Messestandbauer bei BVE Shanghai, im Video

Die International Federation of Exhibition and Event Services (IFES) gibt seit einiger Zeit die Videoserie „10 Minuten mit …“ heraus – die Folge über das chinesische  Publikum diente als Grundlage für diesen Artikel. Hier können Sie sich das Video in voller Länge ansehen: 

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