Interview mit Michael Biwer

Prolight + Sound 2018: Was erwartet die Besucher?

In wenigen Tagen ist es soweit und die alljährliche Prolight + Sound findet wieder statt! Vom 10. bis 13. April trifft sich die professionelle Veranstaltungstechnikbranche in Frankfurt, um die neuesten Trends des Business zu begutachten – und natürlich, um Geschäftspartner und Kollegen wiederzutreffen und neue Kontakte zu knüpfen. Wir haben mit Michael Biwer, Group Show Director Entertainment, Media & Creative Industries, gesprochen, was die Besucher in 2018 erwartet. 

Michael Biwer, Projektleiter der Prolight + Sound
Michael Biwer, Projektleiter der Prolight + Sound (Bild: Prolight + Sound )

Michael, die Musikmesse und Prolight + Sound finden mittlerweile wieder fast parallel statt. Das ist insbesondere für Hersteller, die auf beiden Messen vertreten sind, ein Gewinn. Welche Überlegungen haben zu der neuen Timeline geführt?

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Zwischen der Musikindustrie und der Live-Entertainment- und AV-Medientechnikbranche ergeben sich tiefgreifende Synergien. Dies wird vor allem auf der Vertriebsseite deutlich: Denn zahlreiche Retailer und Großhändler von Musikinstrumenten haben auch Veranstaltungstechnik im Sortiment. Durch die parallele Veranstaltung von Prolight + Sound und Musikmesse an drei Tagen kommen Hersteller entsprechender Produkte mit potenziellen Geschäftspartnern in Kontakt, die auf anderen Messeveranstaltungen nicht anzutreffen sind. Darüber hinaus beobachten wir eine immer tiefer gehende Verschmelzung von semiprofessioneller und professioneller Technologie sowie von Veranstaltungs- und Netzwerktechnik – vor allem im Audiobereich.

Als starkes Duo geben die Messen Besuchern die Möglichkeit, sich über ein sehr breites Produkt- und Themenspektrum an einem Ort zu informieren. Auch bei der zukünftigen Weiterentwicklung des Messeduos werden wir auf die positiven Wechselwirkungen zwischen Prolight + Sound und Musikmesse setzen.

In der Vorbereitung auf die Messe sprichst du mit vielen der großen Aussteller. Wie ist die Stimmung?

Die hohe Nachfrage nach Veranstaltungen, sowohl im Entertainment-Bereich als auch im geschäftlichen Kontext, hat sich in den vergangenen Jahren positiv auf die Auftragslage bei Anbietern entsprechender Technologien und Services ausgewirkt. Hinzu kommen neue Umsatztreiber wie Digital Audio Networking und AVoIP, immersive Technologien, Projection Mapping und mehr – auch für Teilbereiche wie LED-Screens und Digital Signage wird weiteres Wachstum prognostiziert. Wir haben es also mit einer vitalen dynamischen Branche zu tun, dementsprechend habe ich eine grundsätzlich gute Stimmung wahrgenommen.

Diese Dynamik stellt jedoch auch hohe Ansprüche an die Branche – kontinuierlich sind neue Standards sowie rechtliche Rahmenbedingungen zu berücksichtigen und die Ansprüche an zeitgemäße Eventinszenierungen steigen stetig. Auch aus diesem Grund ist eine Plattform wie die Prolight + Sound, bei der sich Akteure austauschen und im Vortragsprogramm über aktuelle Entwicklungen informieren können, von hoher Bedeutung für die Industrie.

Prolight+Sound 2017 Immersive
Prolight+Sound 2017 Immersive (Bild: Pietro Sutera)

Was sind alljährlich deine persönlichen Highlights auf der Prolight + Sound? Gibt es in diesem Jahr etwas Neues, worauf du dich besonders freust?

Ein Highlight sind für mich die vielen guten Gespräche, die ich im Laufe der Messe führe – mit Ausstellern, Partnern, Verbandsvertretern und natürlich auch mit den Kollegen aus den Medien. Außerdem freue ich mich in jedem Jahr auf die feierliche Abendveranstaltung, in deren Rahmen der Opus – Deutscher Bühnenpreis, der Sinus – Systems Integration Award, der Prolight + Sound International Press Award (PIPA) und der Musikmesse International Press Award (MIPA) verliehen werden.

Eine spannende Premiere in diesem Jahr ist die Konferenz The Future of Audio + Music Technology, die vom Wissensvermittler A3E (Advanced Audio + Application Exchange) organisiert wird und am 13. April erstmals im Rahmen von Prolight + Sound und Musikmesse stattfindet. Die Vorträge beleuchten Themen, die die globale Audio- und Musikindustrie zukünftig entscheidend beeinflussen werden – darunter cloudbasierte DAWs, „Wearable“-Technologien und App-Integration.

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Im Vortragsprogramm ist das Immersive Technology Forum neu, und außerdem wird Musikmesse-/Prolight + Sound-übergreifend der Bereich „Audio, DJ und Recording“ neu eingerichtet. Holt der Bereich Audio im Vergleich zu dem bereits die letzten Jahre starken Bereich Licht jetzt stark auf?

Selten haben so viele Innovationen gleichzeitig für Bewegung im Audio-Bereich gesorgt. Neben den genannten digitalen Audionetzwerken zählen dazu auch 3D- und Immersive Audio – wie sie beispielsweise im neuen Immersive Technology Forum und an mehreren Demonstrationsarealen von Ausstellern vorgestellt werden – sowie neue Möglichkeiten der punktgenauen Beschallung. All diese Trends spiegeln sich auf der Messe in diesem Jahr wider.

Auf der Prolight + Sound haben sich in den vergangenen Jahren mehrere Wachstumssäulen etabliert. Neben dem Licht- und Audiobereich sind das vor allem auch die Segmente Theater und Bühne, AV-Medientechnik und Systemintegration sowie Laser und Effekte. In all diesen Bereichen haben sich spannende Produkttrends aufgetan, die auf der Messe zu sehen sind. Vor diesem Hintergrund würde ich eher von einer kontinuierlichen Entwicklung über die einzelnen Gewerke reden als von einem überproportionalen Wachstum im Audio-Bereich.

Mit den gerade im Bau befindlichen, neuen Messeflächen wird es in den kommenden Jahren noch mehr neue Möglichkeiten geben. Kannst du uns schon einen kleinen Ausblick gewähren?

Die Prolight + Sound hat sich in den vergangenen Jahren stetig gewandelt – und sie wird sich auch weiterhin entwickeln, um internationalen Unternehmen, Händlern, Planern, Anwendern und allen weiteren Akteuren die bestmögliche Plattform zu schaffen. Wie erwähnt, werden dabei die Synergien zwischen Musikmesse und Prolight + Sound, die wir zuletzt gestärkt haben, eine besondere Rolle spielen. In jedem Fall werden wir unser Ohr bei allen konzeptionellen Entscheidungen eng an der Branche haben und Anregungen aufnehmen. Welche Auswirkungen die Veränderungen auf dem Messegelände langfristig haben werden, ist aktuell aber noch nicht abzusehen.

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