Wie steht es um die Eventbranche, wie geht es weiter?

EVENT PARTNER Umfrage zu den Auswirkungen der Corona-Krise

Welche Hilfestellungen braucht die Eventbranche von der Politik aber auch den Verbänden und wie wird sich die Branche durch die Corona-Pandemie verändern? Im April haben wir dazu eine Umfrage durchgeführt. Lesen Sie hier die Ergebnisse.

geschlossen-schild-closed-unternehmen(Bild: Pexels)

Die Uhren scheinen aktuell schneller zu ticken – wöchentlich, manchmal täglich gibt es Neuigkeiten und Veränderungen hinsichtlich der Corona-Pandemie, die auch die Eventbranche betreffen. Wann Veranstaltungen, in einem wirtschaftlich rentablen Rahmen wieder stattfinden können, ist jedoch auch Anfang Juni noch nicht klar. Viele Unternehmen sind auf finanzielle Hilfe angewiesen und fühlen sich von der Politik allein gelassen, wie unsere Umfrage vom April zeigt.

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Die Befragten

Fast 50% der Umfrageteilnehmer arbeiten bei einem technischen Dienstleister, ein Drittel der Personen in einer Agentur. Knapp 47% sind als Geschäftsführer, Geschäftsleiter oder Gesellschafter tätig, 37% sind selbstständige Einzelunternehmer oder Freiberufler und knapp 12% Arbeitnehmer mit Leitungsfunktion. Dabei arbeitet ein Großteil der Befragten (66,7%) in einem Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten, 28,3% sind in einer Firma mit 10 bis 49 Mitarbeitern angestellt.

Umfrage: Machen Sie sich Sorgen um Ihren Arbeitsplatz bzw. Ihr Unternehmen?(Bild: Survio)

Kommt die Hilfe an?

Gefragt danach, ob die durch die Bundesregierung geschaffenen Hilfspakete die Bedürfnisse der Branche ausreichend abdecken, antworten nur 10% der Umfrageteilnehmer, dass dies der Fall sei. Für knapp 67% werden die Bedürfnisse eher nicht oder sogar gar nicht abgedeckt, 21,7% sind der Meinung, dass die Hilfspakete teilweise ausreichend sind. Von den Befragten, die Hilfe – z.B. in Form von Krediten, Soforthilfe oder Grundsicherung – beantragt haben, antworten 33,3%, dass sie sehr oder eher zufrieden mit der Bearbeitung sind, 18,3% sind teilweise zufrieden und 30% sind eher nicht oder gar nicht mit der Bearbeitung zufrieden.

Dabei wünschen sich viele Befragten hinsichtlich der Hilfsmaßnahmen und Anträge vor allem eine schnellere, zielgerichtetere und bundesweit einheitliche Bearbeitung und Umsetzung mit mehr Transparenz. Es müsse aufgrund der besonderen Situation der Eventbranche – First in/Last out – zudem branchenspezifische kreative Hilfsmaßnahmen geben, da mit den bisherigen Maßnahmen der Großteil der Unternehmen nicht überleben werde.

Ebenso wünschen sich einige Befragte von den Verbänden mehr Einsatz, wenn auch 40% sehr oder eher zufrieden mit dem Engagement und den Hilfestellungen der Branchenverbände sind. Insbesondere mehr Lobbyarbeit und Austausch mit sowie Druck auf die Politik steht auf dem Wunschzettel der Umfrageteilnehmer. Bemängelt wird zudem, dass viele Aktionen und Aktivitäten von Firmen ausgingen und die Verbände nicht einheitlich vorgingen. Die Verbände sollten für mehr öffentliche Wahrnehmung der Branche sorgen sowie einen aktiveren Kontakt und Austausch mit den Unternehmen suchen.

Entwicklung der Eventbranche

Wie wird es nach der Corona-Pandemie weitergehen? 45% der Befragten sind der Meinung, dass in Zukunft weniger Events veranstaltet und stattdessen mehr digitale Alternativen zum Einsatz kommen werden. Hingegen glauben nur knapp 27%, dass (fast) genauso viele Live-Events wie vor der Krise stattfinden werden, diese jedoch mit digitalen Angeboten ergänzt. 51,7% der Befragten sind der Meinung, Dienstleister werden ihre digitalen Angebote, die in der Krise vermehrt aus- und aufgebaut wurden, auch nach der Krise weiterführen. 30% glauben, dass sich die Schwerpunkte bei Events verschieben werden, nicht nur hinsichtlich digitaler Aspekte, sondern auch dass das Bewusstsein für Nachhaltigkeit gestärkt wird.

Umfrag: 18 Wie wird es nach der Corona-Pandemie weitergehen? Welche Auswirkungen wird sie auf die Eventbranche Ihrer Meinung nach haben?(Bild: Survio)

Doch die Corona-Pandemie hat auch große wirtschaftliche Folgen. 73,3% der Befragten gehen davon aus, dass die Eventwirtschaft langfristige Umsatzeinbußen hinnehmen werden muss. 56,7% glauben zudem, dass eine Konsolidierung stattfinden und sich die Anzahl der Marktteilnehmer verringern wird – dafür werden die aktuellen Marktführer mittelfristig gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Viele Befragte geben zudem zu Bedenken, dass ein Preiskampf drohen könnte. Es sei nicht nur zu befürchten, dass Agenturkunden die Gunst der Stunde nutzen, um Stundensätze zu drücken, auch die Dienstleister selbst könnten Rabattschlachten veranstalten, um die wenigen zukünftigen Aufträge zu ergattern. Das wiederum könnte langfristige und nötige Investitionen verhindern.

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