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Cloud-Implementierung von Media Backbone Hive

Sony auf der IBC: Mit Cloud-Produktion ein größeres Publikum erreichen

Sony führt auf der IBC 2017 (14. bis 19. September) vor, wie sein Nachrichtenproduktionssystem Media Backbone Hive in eine komplett cloudbasierte Umgebung implementiert werden kann.

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Sony

Zum ersten Mal überhaupt übernimmt Hive auf der IBC die Hauptrolle in einer voll funktionsfähigen cloud-nativen Nachrichtenplattform, die in der Open Telekom Cloud gehostet wird – dem europäischen Service, der von dem ICT-Infrastruktur-Betreiber T-Systems der Deutschen Telekom gemeinsam mit dem Technologiepartner Huawei betrieben wird. Mit der Kombination aus einer skalierbaren Plattform wie Hive mit der Flexibilität der Cloud zeigt Sony, dass die agile Zukunft der Nachrichtenproduktion für Sendeanstalten und Filmemacher von Inhalten jeder Größe schon jetzt möglich ist.

Die Zukunft der Nachrichtenproduktion auf der IBC

Die Vorführung zeigt die spannenden Möglichkeiten auf, die eine komplett cloudbasierte Produktion über mehrere Standorte hinweg bietet, bei der Inhalte und Anwendungen auf externen, für Unternehmen geeignete Rechenzentren gehostet werden. Dieser Ansatz bildet das Gegenteil zum heutigen hardwarebasierten Nachrichtenbetrieb im Studio.

Auf der IBC erfassen mobile Journalisten (MoJos) und angehende Medienprofis Full HD-Inhalte mit Handkameras und Smartphones. Weiteres Material wird von Videojournalisten (VJs) zur Verfügung gestellt, die Inhalte von ihren Laptops über FTP oder als direkten Upload auf Hive zur Verfügung stellen.

Auch der cloudbasierte Workflow-Service XDCAM Air von Sony wird in das Set-up integriert, sodass Kameras, die im Außeneinsatz verwendet werden, mit der Infrastruktur der Sendeanstalt verknüpft werden können. Dank XDCAM Air stehen die übermittelten Mediendateien und Metadaten sofort für die Clip-Protokollierung und Bearbeitung zur Verfügung. Die Dreharbeiten laufen währenddessen weiter, sodass wertvolle Zeit gespart werden kann und Redakteure ihre Geschichten in beispielloser Geschwindigkeit kreieren können.

Die Bearbeitung des cloudbasierten Materials erfolgt über verschiedene Tools: über die in Hive integrierten Schnittwerkzeuge, über virtuelle Bearbeitungsstationen und über webbasierte Desktop-Clients. Die im Laufe der Messe zusammengestellten Geschichten werden anschließend direkt über Hive auf Facebook, Twitter, YouTube und anderen Plattformen veröffentlicht.

Hive verbindet sich mit dem auf Microsoft Azure ausgeführten MXF Analyser Cloud Service. Dabei handelt es sich um eine cloudfähige Version von MXF Analyser. Dieses führende Tool zur Dateianalyse wurde im Laufe der vergangenen Jahre vom IRT (Institut für Rundfunktechnik) entwickelt, einem in München ansässigen international anerkannten Forschungs- und Kompetenzzentrum für Broadcast- und Medientechnik. Das Forschungsinstitut der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD, ZDF, Deutschlandradio, ORF und SRG/SSR arbeitet zudem mit einer Vielzahl von Kunden aus der Broadcast- und Medienbranche sowie aus verschiedenen Industriebereichen zusammen.

Das IRT beschäftigt sich im Rahmen seiner Forschungen zu Cloud-Produktionskonzepten und -Anwendungen mit Hive. Dabei steht insbesondere die Frage im Vordergrund, wie cloudbasierten Lösungen wie Hive in bestehende Medieninfrastrukturen integriert werden können, und zwar in Hinblick auf unterschiedliche Herangehensweise und Metadaten.

Auch der Technologieanbieter Huawei setzt auf die Leistung von Hive und greift auf der IBC auf die in der Cloud gehosteten Inhalte zu. Am Messestand des Unternehmens werden diese Inhalte dann auf Thin-Client-Geräten durchsucht und bearbeitet.

Mehr Publikum, weniger Kosten

„Sendeanstalten und Nachrichtenanbieter stehen vor großen Herausforderungen. Dazu zählen fragmentierte, schwer erreichbare Zielgruppen, unterschiedliche Plattformen und steigende Kosten“, so Stuart Almond, Head of Marketing and Communications, AV and Media Solutions. „Wir wollen unseren Kunden auf der IBC zeigen, dass Inhalte mithilfe linearer Abläufe schneller bereitgestellt werden können und außerdem ein neues Publikum erreicht wird, das sich größtenteils im Internet aufhält. Und zwar ohne zusätzliche Kosten. Das alles ist möglich, wenn die Nachrichtenproduktion in die Cloud verlagert und mehr Remoteproduktion und Zusammenarbeit gefördert wird. Die Welt der Nachrichten ist unberechenbar. Nachrichten passieren zu jeder Zeit und an jedem Ort. Die wahre Konkurrenz der Sender heutzutage sind die Benutzer sozialer Netzwerke“, sagt Almond. „Mit Media Backbone Hive tun sich neue schnellere, flexiblere Herangehensweisen für die Produktion auf. Hinzu kommt, dass das Hosten von Inhalten und Anwendungen bedeutet, dass keine umfangreichen Investitionen in eine hardwarebasierte Studioinfrastruktur mehr nötig sind. Stattdessen liegt der Fokus auf einem Betriebskostenmodell.“

„T-Systems ist der Cloud-Pionier in Europa – wir waren deshalb häufig dabei, wenn Umstellungen auf die Cloud erfolgten“, sagt Dr. Maximilian Ahrens, VP Strategy & CTO Cloud der Digital Division bei T-Systems. „Dabei haben wir gelernt, dass der Erfolg der Digitalisierung maßgeblich davon abhängt, ob für die Cloud entwickelte Produkte zur Verfügung stehen. Bei Sony und Harmonic ist das der Fall. Die ausgezeichneten Ergebnisse bei unserem Praxistest in der Open Telekom Cloud mit der Unterstützung von Huawei sprechen für sich.“

„Cloudbasierte Dienste werden innerhalb der Medien- und Unterhaltungsbranche immer häufiger genutzt. Sendeanstalten suchen aktiv neue Wege, um ein größeres Publikum zu erreichen und zu begeistern und gleichzeitig nach Möglichkeiten, um die Zusammenarbeit und Remoteproduktionen ohne Kostenexplosion zu fördern“, sagt Dr. Rainer Schäfer, Leiter des Geschäftsfelds Mediendienste und Plattformen beim IRT. „Dieser spannende Machbarkeitsbeweis, der auch ein hybrides Cloud-Modell einschließt, zeigt, dass in der Medienbranche ein Umdenken in puncto Produktionsmodelle stattfindet.“

 

Sony präsentiert sich auf der IBC 2017 auf dem RAI-Gelände in Amsterdam in der Halle „Elicium“ am Stand 13.A10.

 

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