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Brückenschlag

Politik und MICE-Branche traf sich im IMEX Policy Forum

Der Trend zu Globalisierung und sein Gegentrend, die Besinnung auf lokale Stärken; die Herausforderungen für Städte, Nachhaltigkeit und die Übernahme von Verantwortung sind einige der herausfordernden Themen, denen die Meeting- und Event-Branche sich stellen muss.

IMEX Forum
Die Podiumsdiskussion beim IMEX Policy Forum brachte Branchen-Experten zu einer inspirierenden Gesprächsrunde zusammen

Diese Themen prägten die Diskussionen beim diesjährigen IMEX Policy Forum: Minister und Ministerpräsidenten aus Großbritannien, Südafrika, den Niederlanden, Argentinien, Schweden und Südkorea waren unter den 30 nationalen und regionalen Regierungsvertretern und -beratern, die am 15. Mai – dem ersten Tag der IMEX 2018 – mit 80 Führungskräften der MICE-Branche im InterContinental Hotel Frankfurt zusammenkamen.

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„The Legacy of Positive Policy Making” lautete der Themenschwerpunkt der Veranstaltung, die bis zum Vorjahr unter dem Namen IMEX Politicians Forum firmierte. Damit orientierte sich das Forum am Fokusthema der IMEX 2018 „Legacy“, das die Übernahme von Verantwortung und die Erschaffung bleibender Werte auf verschiedenen Ebenen fokussiert, und beleuchtete dieses im politischen Kontext. Ziel des Policy Forums ist es, den Dialog zwischen der globalen Meeting-Industrie einerseits und der politischen Ebene andererseits zu ermöglichen und zu fördern, um so wertvolle Synergien und Lerneffekte entwickeln und  nutzen zu können.

Nach dem Besuch der Messe am Vormittag begann der gemeinsame Nachmittag mit einem Gespräch auf der Ebene nationaler Regierungen in Zusammenarbeit mit der United Nations World Tourism Organisation (UNWTO), das Nina Freysen-Pretorius, Präsidentin der International Congress & Convention Association (ICCA), leitete.

Professor Greg Clark CBE, Berater von Städten, gewährte im Rahmen eines Workshops für kommunale und regionale politische Entscheider sowie Destinationsvertreter Einblicke und stieß lebhafte Diskussionen an. Der Referent hob hervor, wie jede Stadt bei der Entwicklung des MICE-Geschäfts eine Reihe von Zyklen durchläuft. Sechs Fallstudien aus Sydney, Singapur, Dubai, Tel Aviv, Kapstadt und Barcelona machten deutlich, wie verschiedene Faktoren den Beginn neuer Zyklen markieren – zum Beispiel die Entwicklung der Flug-Infrastruktur, die Unterstützung durch den jeweiligen Bürgermeister, der Bau von Kongresszentren sowie die Rolle als Gastgeber von großen internationalen Veranstaltungen.

Offene Diskussionen über Kernthemen beim Open Forum 

Das von Michael Hirst OBE moderierte Open Forum begann mit einer Keynote von Gloria Guevara Manzo, President & CEO der World Travel & Tourism Council (WTTC). Ihre These: Wenn die aktuellen Herausforderungen gemeistert werden, verfügen Reisen und Tourismus in allen Segmenten über großes Wachstumspotenzial. Ausgehend von Analysen unter WTTC-Mitgliedern benannte die Rednerin die drei wichtigsten Herausforderungen: Sicherheit, der Umgang mit Krisen sowie Nachhaltigkeit.

Guevara Manzo stellte die Bedeutung von breit aufgestellten Partnerschaften und der Zusammenarbeit zwischen Organisationen der Reisebranche heraus – insbesondere beim Kontakt mit Regierungen, wenn es zum Beispiel um gegenseitige Visa-Erleichterungen oder die Weiterentwicklung von biometriebasierten Lösungen für mehr Sicherheit und Effizienz geht.

Zum Thema Nachhaltigkeit sagte die Rednerin: „Wir müssen nicht länger über PPP – ‚Public Private Partnership‘ – nachdenken, sondern über PPC – ‚Public, Private and Community‘ – denn die MICE-Branche braucht die Unterstützung durch die Öffentlichkeit.“ Zudem hob sie die Zukunft des Arbeitens hervor als wichtigem neuen Gesichtspunkt neben der Verantwortung gegenüber Destinationen und dem Gemeinwesen, klimafreundlichem Handeln und zukunftsfähigem Tourismus.

Beim Open Forum diskutierten Professor Greg Clark sowie Führungskräfte der Meeting-Branche auf dem Podium mit weiteren Branchen-Vertretern und Politikern über die wichtigsten Themen. Dieser Tag voller Aktivitäten und Gespräche bot den Teilnehmern wertvolle Inspirationen. Das Fazit von Elizabeth Thabethe, der stellvertretenden Tourismusministerin aus Südafrika, die zum ersten Mal am Policy Forum teilnahm: „Aus den sehr guten Diskussionen habe ich gelernt, was Südafrika tun kann, um mehr Großveranstaltungen zu akquirieren.“ Ihr knapper, aber aussagekräftiger Kommentar zur Rede von Gloria Guevara Manzo: „Wow!“

Justice Thomas Mihayo, Chairman des Tanzania Tourist Board: „Der Meinungsaustausch zu vielen ‚schweren‘ Themen war wirklich gut. Leider fehlte die Zeit, um mehr in die Tiefe zu gehen.“ Die Messe selbst bewertete er als „fantastisch“.

Ray Bloom, Chairman der IMEX Group, sagte: „Die Diskussionen waren faszinierend und zeigten das wachsende Verständnis der politischen Welt für die Meeting-Branche. Bereits seit vielen Jahren bringt die IMEX die Meeting-Welt und öffentliche politische Entscheider zusammen – dies hat zu einem größeren Bewusstsein dessen beigetragen, dass gemeinsam Wirtschaftswachstum erreicht werden kann. Über die Jahre haben wir echten Fortschritt erlebt und ich bin zuversichtlich, dass das heutige IMEX Policy Forum dies weiter verstärkt hat. Das ist unsere ‚Legacy‘ auf der politischen Ebene.”

Partner des IMEX Policy Forums sind die Association Internationale des Palais de Congres (AIPC), European Cities Marketing (ECM), ICCA, das Joint Meetings Industry Council (JMIC), The Iceberg und die UNWTO. Als Sponsoren haben Business Events Australia, Business Events Sydney, das GCB German Convention Bureau, das Geneva Convention Bureau, das Saudi Exhibition & Convention Bureau, die Messe Frankfurt und die Meetings Mean Business Coalition das Forum unterstützt.

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