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Spiegel- und Licht-Installation mit Robe

Licht-Installation Skalar setzt auf Robe Pointes

Künstler und Designer Christopher Bauder und Musiker und Komponist Kangding Ray schufen mit Skalar in einem Stromkraftwerk Berlins ein Stück immersiver, kinetischer Licht-Kunst, in der sie den Besuchern acht grundlegende Gefühle vermitteln wollen. Zur Gestaltung von Skalar kommen dabei neunzig Robe Pointes zum Einsatz. 

Robe SKALAR
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Louise Stickland

Neunzig Robe Pointes, 65 doppelseitige Spiegel aufgehängt an 195 speziellen Winden, jeweils eingefasst in einen Ring aus 180 adressierbaren Pixeln kommen bei der Installation Skalar in einer beeindruckenden Industriehalle zum Einsatz. Die ausgefallene Location der Installation ist das Kraftwerk in Berlin – die immer noch beeindruckende Halle eines verlassenen Stromkraftwerks, das einst zentral Ost-Berlin mit Strom versorgt hat, als die Stadt noch durch die Politik des Kalten Krieges geteilt war.

Skalar stellt Technologie und Vorstellungskraft in eine zerebrale Dichotomie, um den Geist und die Seele zur Erzeugung der grundlegenden, menschlichen Reaktionen tiefen Gefühls anzuregen. Während Christophers konzeptioneller Ausgangspunkt das “Rad der Gefühle” des renommierten amerikanischen Psychologen Robert Plutchik war, war sein physischer Ausgangspunkt das Kraftwerk selbst.

Robe SKALAR

Louise Stickland

Skalar übernimmt die riesige ehemalige Turbinenhalle im dritten Stock, die eine 100 Meter lange und 40 Meter breite Veranstaltungsfläche mit einer Deckenhöhe von 25 Metern bietet. Fast aus heiterem Himmel bot sich die Gelegenheit, als sich das Event-Team vom Kraftwerk mit ihm in Verbindung setzte und mitteilte, dass der Veranstaltungsort für den Monat Februar verfügbar war. Die kurze Vorlaufzeit zu diesem Zeitpunkt – November – setzte Christopher umgehend in einen Aktionsplan um, und Skalar wurde geboren.

Die Idee dabei war auch, ein innovatives technisches Projekt vorzustellen – ein maßgeschneidertes Windensystem und die zugehörige Show Control Software – die er mit seiner Firma Kinetic Lights entwickelt hat. Seine andere Firma, die Kreativagentur Whitevoid, hat die die gesamte technische Produktion der Veranstaltung sowie die Beschaffung des Equipments übernommen, unterstützt durch Kinetic Lights. Als das Projekt ins Rollen gekommen ist, wusste Christopher bereits, dass er Robe Pointes als Beamlight verwenden wollte, um dem Spiegelsystem gerecht zu werden. Es war die logische Konsequenz für ihn sich an Robe zu wenden.

Das in Eigenentwicklung entstandene Projekt fand auch für die erste Woche eine Kooperation mit der 2018er Auflage des jährlich stattfindenden Berliner CTM-Festivals für abenteuerliche Musik und Kunst, aber lief dann noch für weitere drei Wochen. Christopher und David Letellier (Kangding Ray) wussten, dass sie das Konzept genau auf die Location maßschneidern müssen. „Mit der Location kann man nicht verhandeln“, erklärt Christopher, „Der Deal ist, dass man sie an Bord nimmt und mit dem Respekt behandelt, den sie verdient, und Lösungen für Probleme wie den Hall und das spezielle Rigging findet.“ Es war für ihn vielmehr ein Privileg, dort arbeiten zu dürfen.

Robe SKALAR

Louise Stickland

Das Spiegelsystem ist in der Decke des Raumes angebracht, mit den Lichtern rundherum auf drei Seiten positioniert – 75 Pointes wurden an den Wänden auf Leitern angebracht und 15 sind auf drei Totem-Traversen auf dem Boden in der Mitte. Dieses dynamische Set-Up erlaubt Christopher, das Licht in diverse Richtungen zu blenden und lenken. Jeder Spiegel wird von drei Winden gesteuert, die 7 Meter Auf-/Ab-Bewegung sowie Schwenk-/Neigungsbewegung ermöglichen, so dass sich die Siegel absolut geschmeidig auf  den X,Y und Z-Achsen bewegen. Das macht ihre Kinetik dreidimensional und flüssig. Die Spiegelbewegung wird über ArtNet von Kinetic Lights’ proprietärer KLC Software-Plattform gesteuert und das gesamte System ist vernetzt.

Die Frost- und die Strobe-Funktion mit einstellbarer Framerate finden auch in Skalar Anwendung, und tatsächlich werden die meisten Funktionen der Pointes während der sich wiederholenden Skalar Ausstellung sowie den vier speziellen Konzerten genutzt. Es lassen sich sogar einige Gobos entdecken, die nicht auf die traditionelle Weise verwendet werden, sondern mehr “nebenbei”, um Volumen im Raum zu schaffen.

Robe SKALAR

Louise Stickland

Ihre DMX-Datensignale werden von ArtNet konvertiert und in den KLC-Computer integriert, wo Christopher und sein Team eine Reihe von Beleuchtungsszenen programmiert hat, welche als Cues in Echtzeit während der Wiedergabe gerendert werden, angetriggert durch MIDI Tasten des Ableton Live- Systems, auf dem die Master-Spur läuft. Eine Storyline für die 45-minütige in Schleife laufende Show bewegt sich durch verschiedene Texturen und Grade der emotionalen Bindung. Nur vier der acht Emotionen sind tatsächlich in dieser Show zu einer bestimmten Zeit eingebunden, und sie äußern sich in Veränderungen, Anhebungen, Absenkungen, Intensitätsverschiebungen usw. in der Melodie.

 

Die 90 Pointes wurden Kinetic Lights als Dry Hire von der Verleihfirma Motion aus Fürth geliefert. Die Hazer stammen von Look Germany, und das leistungsstarke L-Acoustics Kara / ARCS-Soundsystem stammt von Complete Audio. Das am Dach schwebende Teil wurde vom Kraftwerk-Haus-Rigger Satis&fy komplettiert und die Traversen des Winden-Systems wurden von Lichtblick in Berlin bezogen.

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