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Licht- und Lichtplanung

Prefocus: Das Berliner Studio für Pre-Programming & Visualisierung

Seit Anfang 2013 ist Prefocus mit einem Büro in Berlin-Kreuzberg ansässig. Spezialisiert hat sich das Unternehmen auf Pre-Programming und Visualisierung. Wir haben die zwei Inhaber in der Bundeshauptstadt besucht und mit ihnen über technische Vorbereitung gesprochen.

Tobias Heydthausen und Tilman Schumacher (v.l.), die Inhaber von Prefocus
Tobias Heydthausen und Tilman Schumacher (v.l.), die Inhaber von Prefocus

Zwischen Kneipen, Restaurants, Basaren und Büdchen hat sich Prefocus im Herzen von Kreuzberg in Berlin niedergelassen. In einer eher unscheinbaren Straße liegt das Büro der beiden Inhaber, top-modern saniert auf zwei Etagen inklusive offener Galerie – eine helle Oase mitten im Berliner Trubel und Kreuzberger Schick. Die zwei Berliner Inhaber Tilman Schumacher und Tobias Heydthausen taten sich 2013 zusammen, um ihre Kenntnisse, Fähigkeiten, Kontakte und Ressourcen zu bündeln. Kennengelernt hatten sie sich vor Jahren bei einem gemeinsamen Job beim TV und direkt festgestellt, dass sie beide jeweils ausgestattet mit einer WYSIWYG-Lizenz grundsätzlich ähnliche Jobs und Kenntnisse haben.

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Einige Jahre später gründeten Schumacher und Heydthausen dann Prefocus. Anstatt sich gegenseitig die Jobs streitig zu machen, wollte man im wachsenden Markt des Pre-Programmings und der Visualisierung aus Einzelunternehmern oder auch Freelancern eine Marke etablieren. So brachten beide nicht nur ihre Kontakte und WYSIWYG-Lizenzen mit ein, sondern auch unterschiedliche Vitas. Tilman Schumacher war als Freelancer schon lange als Lichtdesigner und Operator tätig, während Tobias Heydthausen sich grundsätzlich eher auf technische Planung und Visualisierungen konzentrierte. Ideale Voraussetzungen also, um Synergien in neue Chancen umzuwandeln.

Know-how oder nur Räumlichkeiten anmieten

Das Leistungsspektrum von Prefocus deckt grundsätzlich alle technischen Dienstleistungen ab, die es im Bereich Licht und Lichtplanung gibt. Sowohl Tilman Schumacher als auch Tobias Heydthausen sind weiterhin als Lichtdesigner, technische Planer oder auch Operator im Einsatz, eine wichtige Säule des Unternehmens wird aber zukünftig auch das Berliner Studio für Visualisierung und Pre-Programming sein.

Diese Leistung kann man nicht nur bei den beiden direkt beauftragen – die Idee hinter dem eigenen Büro ist es eben auch, dass die Räumlichkeiten angemietet werden können, um sich in einer kreativen Umgebung konzentriert auf eine Produktion vorbereiten zu können. Nicht ganz unbegründet führen Schumacher und Heydthausen an, dass man sowohl auf der Produktion als auch bei mittlerweile beliebten Vorproben in Probehallen nicht mehr die Zeit hat, das ganze Potenzial der geplanten Beleuchtung und Medienbespielung auszunutzen und so oft Kreativität und Qualität auf der Strecke bleiben.

Technisch stehen neben mehreren WISYWIG-Lizenzen, Vectorworks, Cinema 4D, Catalysten, einer grandMA 2 full-size, Hog 4 Fullsize-Konsole und PC Wings von Hog und Chamsys auch Tools wie verschiedene Arbeitsplätze inklusive Großformatdrucker bei Prefocus zur Verfügung. Sollte es mal Bedarf an anderen Pulten oder Devices geben, wird dafür gesorgt. Natürlich kann auch eigenes Material mitgebracht werden. Das Büro ist so flexibel gestaltet, dass Kundenwünsche umgesetzt werden können.

Abrechnung mittels Zeiterfassung

Kundenorientiertes und transparentes Arbeiten soll sich auch in den Angeboten und der letztendlichen Abrechnung widerspiegeln. So hat man nach eigenen Aussagen noch nie den ersten avisierten Angebotspreis bei Prefocus überschritten. Nicht nur das: Mit der eingesetzten Zeiterfassung kann der avisierte Betrag auch bei schnellerer Erledigung geringer ausfallen. Diskussionen über die Berechnung von Planungsleistungen, wie es sie bei technischen Komplettdienstleistern geben kann, hat man bisher nicht führen müssen. Die bestehenden Kunden sind sich des planerischen Aufwands bewusst. Im ersten Schritt wollen sich die beiden Inhaber mit Prefocus als feste Marke etablieren, schon jetzt aber sucht das Unternehmen einen weiteren Mitarbeiter, der die beiden Geschäftsführer entlasten kann.

Was ist WYSIWYG?

Akronym für den Grundgedanken „What You See Is What You Get“, auch als Echtbilddarstellung bekannt. Die hier angesprochene Lichtdesign-Software WYSIWYG von Cast erlaubt es dem Nutzer, die eigenen Design-Ideen in einer virtuellen Umgebung zu visualisieren.

Interview mit Tilman Schumacher und Tobias Heydthausen, den Geschäftsführern von Prefocus

Ihr stellt eure Räumlichkeiten neben eurem eigenen Know-how zur Verfügung. An wen richtet sich das Angebot genau?

Heydthausen: In unserer Arbeitsumgebung treffen sich zumeist Designer und ihre Operator, um ein Projekt vorzubereiten. Aufgrund der guten Erreichbarkeit empfehlen wir, auch mal schnell den Kunden einzuladen, um Ergebnisse zu präsentieren. Die Begeisterung ist in der Regel sehr groß, wenn schon Musikdateien und Filme bereitstehen und man das direkt integriert sieht. Dabei entwickelt sich meistens ein guter Dialog unter den Anwesenden und das Endergebnis wird noch besser. Der Endkunde ist hochzufrieden, weil er seine Wünsche direkt in der Umsetzung erleben konnte. Die Erfahrung zeigt, dass es wichtig ist, nicht bei den „Lichtleuten“ Schluss zu machen, sondern alle beteiligten Entscheider inklusive Endkunden zumindest für kurze Zeit zusammenzubringen.

Schumacher: Das ist der kreative Prozess, der häufig verlorengeht, wenn man in der Venue schnell zu Ergebnissen kommen muss, weil gleich der nächste Teil geprobt wird oder die Tische gleich eingedeckt werden.

grandMA 2 in den Räumlichkeiten von Prefocus
grandMA 2 in den Räumlichkeiten von Prefocus (Bild: Homberg)

Welche Vorteile seht ihr, wenn man seine Produktion vorher visualisiert und programmiert?

Heydthausen: Natürlich spielt der Zeitvorteil eine Rolle, aber gerade auch die Umgebung lädt ein, kreativer und konzentrierter an ein Projekt zu gehen. Nachts auf einer Kiste in der Halle zu sitzen, nachdem man schon zehn Stunden geprobt hat, macht keinem besonderen Spaß.

Schumacher: Die Ablenkung in der Halle ist einfach groß. Hier will jemand Arbeitslicht, dort will jemand Moving Lights checken usw. Das Arbeiten an den 3D-Modellen ist zudem eine große Chance, das Showkonzept in Bezug auf seine Wirkung, aber auch auf seine technische Umsetzung hin zu überprüfen.

 

Technische Dienstleister haben meistens einen enormen finanziellen Druck gegenüber ihren Auftraggebern, wie Agenturen. Welche Argumente würdet ihr speziell nennen, warum es sich lohnt, eine Visualisierung und eine Vorprogrammierung ins Budget aufzunehmen?

Heydthausen: Klar glauben viele, dass man sich diese Kosten auch gut und gerne sparen kann – aber wer gewinnt heute noch einen Pitch ohne Visualisierungen? Unsere Cinema 4D Renderings sind vielleicht nicht 100 % fotorealistisch, aber die Atmosphäre des Lichts können wir aufgrund unserer Erfahrung ganz gut wiedergeben. Bühnenentwürfe lassen sich zudem so aus verschiedenen Blickwinkeln im Raum zeigen. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte stimmt hier einfach als Aussage. Zunehmend versuchen wir auch kurze Animationen unterzubringen, da der Wow-Effekt hier noch größer ist.

Schumacher: Projekte mit einem engen Zeitplan gewinnen immer mit WYSIWYG. Oft reicht schon ein einziger konzentrierter Tag aus, um sich einen richtigen Vorteil zu erarbeiten oder mehr Luft vor Ort zu haben. Dabei ist noch gar nicht berücksichtigt, welcher Mehrwert sich durch den angesprochenen kreativen Prozess ergibt, wenn man noch ein bis zwei Tage mehr dranhängt und die Mannschaft vergrößert.

Heydthausen: Das ist wie Kochen. Wenn man die geschnippelten Zutaten nicht in die Pfanne wirft und würzt, bleibt man unter den geschmacklichen Möglichkeiten, die sich entfalten könnten.

Galerie mit Hog 4 und grandMA 2 in den Räumen von Prefocus
Auf der Galerie stehen u.a. eine Hog 4 und grandMA 2 für Vorprogrammierungen parat. (Bild: Homberg)

Welche großen Projekte stehen bei euch gerade vor der Türe? Spielt die IAA da eine merkbare Rolle in diesem Jahr?

Schumacher: Dieses Jahr steht natürlich auch im Zeichen der IAA. Wir werden hier wieder in den verschiedenen Disziplinen vertreten sein. Vom Licht- und Kommunikationsdesign bis zur Organisation von Operatoren und voraussichtlich auch einigen WYSIWYG-Arbeitsplätzen. Das alles für die großen deutschen Automarken. Da freuen wir uns natürlich sehr, dass wir nach 2013 nochmals eine Schippe drauflegen dürfen.

Heydthausen: Die IAA ist ein großes Ding für uns, aber die Nähe zur IFA in Berlin wird uns diesmal einiges abverlangen. Auch hier sind wir voraussichtlich wieder auf zwei Ständen vertreten, wo wir zudem den Ausschreibungsprozess begleiten werden.

Schumacher: Der Spätsommer wird eine sehr intensive Zeit, aber wir können zum Glück auf ein prima personelles Netzwerk zurückgreifen, was uns ein wenig unter die Arme greifen wird.

Heydthausen: Stimmt, ohne unsere Familien wäre das nicht denkbar. Ganz im Ernst: Natürlich greifen wir auch auf Kollegen zurück. Das sind gewachsene Verbindungen, welche uns in der Branche noch stärker verwurzeln, da wir hier regelmäßig neue Sichtweisen, Ideen und Eindrücke austauschen können.

 

Vielen Dank für das Gespräch.

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