Produkt: Event Partner Digital 04/2018
Event Partner Digital 04/2018
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Szenotainment und Inventive Minds

wolf one feiert Relaunch zum 20-jährigen Bestehen

„Wir sind die Spezialisten und Partner für Inszenierung.“ So positioniert sich wolf one, vorher wolf production, nach dem Relaunch und der Schärfung des eigenen Profils in diesem Jahr. Neben dem geänderten Namen gibt’s noch eine Wortschöpfung dazu: Szenotainment. Was sich hinter dieser Art der Event-Inszenierung verbirgt, was es mit den Inventive Minds auf sich hat und warum ein Relaunch nötig war, verraten Eva Wolf, CEO und kreatives Mastermind, und Tom Engel, Head of Production, im Interview.

Eva Wolf und Tom Engel wolf one
Eva Wolf und Tom Engel (Bild: wolf one)

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Kurz erklärt: Was ist Szenotainment?

Eva Wolf: Szenotainment ist der Mix aus räumlicher Inszenierung, dynamischer Performance und interaktivem Entertainment.

Tom Engel: Für uns ist die Gewichtung der Dinge sehr wichtig und das ist, was Szenotainment ausmacht. Eine Aufgabe nicht von einer Seite zu betrachten und auch nicht von zwei, sondern aus dem Blickwinkel unterschiedlichster Disziplinen zu beleuchten und dann die richtige Gewichtung der einzelnen Disziplinen zu einem perfekten Zusammenspiel zu bringen.

 

Warum war es so wichtig, den Begriff Szenotainment einzuführen?

Wolf: Es gibt in der Eventszene den Begriff „Inszenierung im Raum“. Das war uns aber immer zu wenig. Für uns spiegelt der Ansatz die Mehrdimensionalität der Aufgabe nicht wider. „Inszenierung im Raum“ ist ein sehr architektonisch geprägter Begriff, der den Performance-Teil komplett vernachlässigt – ob durch lichtgebende Medien oder durch eine künstlerische Performance oder durch eine dynamische Fahrzeug-Choreographie – und ebenso fällt der Entertainment-Aspekt, d.h. die Unterhaltung und Interaktion mit den Rezipienten, hinten über. Modernes Erlebnismarketing bedeutet für uns aber, dass wir das ganze Spannungsfeld aus räumlicher Inszenierung, dynamischer Performance und interaktivem Entertainment als ein System denken. Dafür gibt es kein Wort. Und deswegen haben wir einfach eines kreiert.

Engel: Wir kommen aus dem klassischen Bereich der Showproduktion und haben uns in den letzten Jahren intensiv mit einer Vielzahl technischer Tools und der Bedeutung von menschlicher Performance im Rahmen von Inszenierung befasst. Die Entwicklung der Möglichkeiten war dabei ähnlich rasant wie das Tempo und die Anzahl der realisierten Projekte. Daher war es für uns wichtig, zu reflektieren und zu definieren, was unsere Methode auszeichnet und unser aktuelles Leistungsspektrum zu definieren. Wir sind keine klassische Showproduktion mehr – das ist ganz sicher – aber was sind wir jetzt? Um das zu beantworten, war der Prozess zur Kreation des Begriffs Szenotainment entscheidend.

 

WolfOne_BMW_IAA_2017_Show_01(Bild: wolf one)

 

Hat sich die Arbeit durch die Einführung von Szenotainment verändert?

Wolf: Szenotainment ist die Quintessenz aus den letzten sieben Jahren. Wir haben unsere Arbeitsweise nicht geändert, aber konkretisiert. Vorher war es eine Entwicklung, die viel aus dem Bauch heraus entstanden ist. Das haben wir nun analysiert und verstehen jetzt, warum wir was tun. Jetzt ist es eine Methode, die wir zunehmend als Team perfektionieren:

Alle unsere kreativen Köpfe sitzen zu Beginn gemeinsam am Tisch, alle dramaturgischen Mittel liegen als Spielmasse vor uns. Als Head of Creation kann ich dann die einzelnen Parts gewichten und schauen, was die besten Elemente für die Aufgabe und Dramaturgie sind. Das Format der Inszenierung ist bei uns also am Anfang nicht vorgegeben, es folgt aus der Kreation, es entsteht durch die Idee dahinter.

Engel: Szenotainment ist eigentlich eine Methode, die aus Wachstum geboren ist: Wachstum an Mitteln und Möglichkeiten, die wir zur Verfügung haben, Wachstum auch innerhalb der Projekte, die wir bedienen, und Wachstum innerhalb des Teams, das durch jede neue Disziplin bereichert wird. Aus diesem Wachstum entstand zunächst eine Methodik des Arbeitens, die zwar funktioniert, uns irgendwann aber von hinten überholt hat. Es war an der Zeit, einen Schritt zurückzutreten, kurz innezuhalten und auf den Punkt zu bringen, was uns, unsere Arbeitsweise und unser Spektrum ausmacht. Dazu gehört zwangsläufig auch, was uns unterscheidet, beispielsweise dass die Leistungsbereiche Strategie, Kreation und Produktion von Beginn an zusammenkommen und die Projekte von Anfang bis Ende begleiten.

 

Das klingt sehr positiv. Gab es trotzdem Schwierigkeiten, z.B. auf Seiten der Mitarbeiter, bei der Einführung von Szenotainment?

Engel: Das ganze Team war sehr froh, dass wir zu diesem Punkt gekommen sind, da wir vorher kein Wort für unsere Arbeitsweise hatten. Auch Kunden waren dankbar, weil wir jetzt endlich einen Namen für das haben, was wir machen, und sie unsere Arbeit und unsere Rolle besser greifen können. Wir haben aber auch gemerkt, dass es für die unterschiedlichen Projekte durchaus auch differenzierte Definitionen von Szenotainment braucht, mit unterschiedlichen Gewichtungen und Nuancen.

 

SEAT_Dealer_Event_2018_MB_1125(Bild: wolf one / Markus Bollen)

 

Sie bezeichnen sich und Ihre Mitarbeiter als Kollektiv. Darunter verstehe ich einen Zusammenschluss von Menschen mit einem gleichen Wertesystem und einem Gefühl der Zusammengehörigkeit. Gleichzeitig haben Sie viele freie Mitarbeiter – das scheint sich auf den ersten Blick zu widersprechen. Warum tut es das gerade nicht?

Engel: Wir wählen bewusst die Formulierung „eng verbundene, feste Freie“, auch wenn da natürlich so ein kleiner Widerspruch an sich drin steckt. Wenn man frei ist, ist man nicht fest. Auf der anderen Seite begleiten mich 80% meiner freien Kollegen schon die gesamten sieben Jahre, die ich hier bin. Das hat den Vorteil, dass man sich sehr gut kennt und die gleiche Sprache spricht. Man kann den Kennenlern-Effekt, den man in neuen Teams oft hat, überspringen. Das ist ein Zeitaspekt, der viel Effizienz bringt. Es ermöglicht uns aber gleichzeitig, sehr agil zu sein, da es keine überdimensionierte Payroll braucht, um diese Vertrautheit erhalten zu können.

Wolf: Ich arbeite mit manchen Kollegen schon seit über 20 Jahren zusammen. Das hat eine besondere Qualität. Man verbringt in seinem Arbeitsleben so viel Zeit miteinander, das möchte man mit Menschen tun, die einem wertvoll sind. Viele Kollegen geben mir das Feedback, dass sie bei uns eine emotionale Heimat gefunden haben, in der sie einfach sein können, wie sie sind. Das hat mich sehr berührt. Für unsere Kunden ist es auch kein Thema, da hier das Ergebnis zählt und wir daran gemessen werden.

 

Die Mitarbeiter im Kollektiv werden von Ihnen „Inventive Minds“ genannt. Was hat es damit auf sich?

Engel: Man erwartet ja immer das nie Dagewesene von Inszenierungspartnern oder in unserem Fall Szenotainment-Partner. Das ist auch unser Anspruch: sich in den Rahmenbedingungen, welche die Aufgaben vorgeben, immer wieder neu zu erfinden.

Wolf: Dieses Erfinderische, das „einfach immer wieder über den Tellerrand hinausgucken“, ist das, wofür wir brennen. Deswegen haben wir gesagt, dass wir diesem Kollektiv einen speziellen Namen geben möchten: Menschen, die eben genau von dieser Leidenschaft getrieben sind, immer wieder neue Dinge zu erfinden.

 

Was sind die nächsten Schritte?

Engel: Wir sind bereit für neue Aufgaben und wir sind bereit zu wachsen, wenn die richtigen Aufgaben an uns herangetragen werden. Wachstum um des Wachstums Willen, um dann einer der großen Player zu sein, das ist nicht unser Ziel. Wir verstehen uns als Spezial-Company für unseren Aufgabenbereich und bewusst nicht als Konkurrent zu Full-Service-Agenturen, sondern sind aufgeschlossen für konstruktive und zielführende Partnerschaften.

Wolf: Co-Operationen, Arbeits- oder Bietergemeinschaften, temporäre Zusammenschlüsse als Partneragenturen – all das sind heutzutage gängige Arbeitsmodelle zwischen Companies. Die Event-Bühne ist, glaube ich, groß genug, dass jeder sein Spotlight bekommen kann. Der Kunde möchte mittlerweile oft die Spezialisten für die unterschiedlichen Bereiche für sein Event haben. Wer kann schon alles gleich gut? Wenn jeder das einbringt, was er am Besten kann, dann ist dies doch eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten – oder?

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Produkt: Event Partner 06/2018
Event Partner 06/2018
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