Awards richtig einreichen

Was man bei der Einreichung eines Awards beachten sollte

Eine Award-Einreichung ist mit Arbeit und einigen Kosten verbunden. Die Einreichung selbst kostet schon einen Batzen, die begleitenden Materialien oft ein Vielfaches davon. Erfolgversprechende Einreichungen heißen einen gewissen Aufwand. Letztlich gelingt es nur mit einer besonderen Einreichung zu beweisen, dass das Eingereichte auch besonders war. Welche Fotos und Videos helfen? Gilt der allgemeine Grundsatz, nicht zu langweilen, auch hier?

Gewinner des FAMAB Award 2015
(Bild: FAMAB / Beate Armbruster )

EVENT PARTNER hat mit Jan Rogozinski einen Agenturchef, der in den letzten Jahren sehr erfolgreich Preise abstaubte, und mit Alexandra Mehdi eine Beraterin gefragt, die Agenturen hilft, ihr angestrebtes Award-Ziel zu erreichen. Die grundlegende Erkenntnis dabei: An der guten Idee kommt niemand vorbei!

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Experten-Tipp Nr. 1:

Warum Awards? Sie helfen, die meist nicht öffentlichen Marketingevents vergleichbar zu machen. So können sich Agenturen definieren und abgrenzen – so subjektiv oder objektiv die jeweiligen Jury-Beurteilungen sein mögen. Durch die geringe Grundgesamtheit von Live-Kommunikation von Events – im Vergleich zur Werbung – kann man die Methodik der aus den Awards resultierenden Rankings in Frage stellen, aber es ist immerhin ein Ansatz, und immer mehr Kunden screenen die Agenturen nach den Rankings.

Was macht eine Award-Einreichung erfolgreich? Das hängt immer von den Awards ab, welchen Schwerpunkt sie haben. Aber das Allerwichtigste ist die Idee. Je klarer und einfacher sie visuell in Einreichungsfilm und Fotos ersichtlich ist, umso besser sind die Chancen. Daher haben es komplexere Corporate Events in reinen Kreativwettbewerben schwer. Eine AwardStrategie hilft, frühzeitig die Potenziale zu erkennen. Dazu sollte man die Wettbewerbe und die vergangenen Preisträger screenen, um festzulegen, ob man überhaupt und was man wo einreicht. Denn der Aufwand ist hoch. Die Einreichungsgebühr ist in der Regel nur die Spitze des Eisbergs. Am besten definiert man schon vor dem Event, welche dokumentarischen Bilder man braucht, um die Idee und das Besondere in der Umsetzung darstellen zu können. Die beauftragte Doku für den Kunden reicht in der Regel nicht aus, da hier ein anderer Fokus liegt. Die ersten 10 bis 15 Sekunden des Case-Videos entscheiden über den Einreichungserfolg, wenn das Projekt die Substanz hat. Man muss einfach daran denken, dass die Preisrichter sich in vielen Jurys dutzende Filme anschauen. Macht man aber einen zu perfekten Film, wirkt das eher negativ.

Wenn man den Aufwand treiben kann, empfiehlt es sich, die Einreichung inklusive Case-Video auf den jeweiligen Award anzupassen. Also nicht einfach Copy-andPaste. Das wird von den Jurys immer honoriert. Bei den internationalen Awards ist es hilfreich, wenn der Auftraggeber weltbekannt oder im dortigen Markt aktiv ist. So individuell das Event selbst ja sein sollte, so individuell sollte auch immer die Einreichung sein. Das ist unsere Erfahrung. Die Substanz muss da sein, weshalb wir unseren Kunden auch von Einreichungen klar abraten. Denn die Award-Alchemie funktioniert immer seltener, wo man durch Beziehungen oder ein gut geschnittenes Video aus einem durchschnittlichen Projekt einen Gold-Award macht.

Alexandra Mehdi
Alexandra Mehdi (Bild: Astrid Heups)

Alexandra Mehdi, Concepts & Live Communication, Beraterin, Solingen

 

Awards einreichen

 

Experten-Tipp Nr. 2: 

Zu allererst sollte sich eine Agentur beim Screening ihrer Projekte immer genau überlegen: Was war das Besondere an einem Event und warum hätte genau dieses Event einen Preis verdient? Hier hat man oft eine voreingenommene „Innensicht“. Hilfreich ist es an dieser Stelle sicherlich, die Veranstaltung einer nicht-veranstaltungsbeteiligten Person vorzustellen und bereits Argumente parat zu haben, warum das Event so außergewöhnlich war. An den Reaktionen von Projektfremden lässt sich oft schon erkennen, ob Projekte, die man selbst als herausstechend ansieht, bei Unbeteiligten ebenfalls so wahrgenommen werden. Danach folgt das Sondieren.

Es gibt ja eine Vielzahl von internationalen Awards in der Live-Kommunikationsbranche – also bei welchem Award reiche ich ein? Da die Gewichtung zwischen ADC bis hin zu den bunten amerikanischen Awards sehr unterschiedlich ausfällt, sollte man gerade in der Projektbeschreibung darauf achten, für welchen Award man sich bewirbt und ob das Projekt die notwendige Tiefe mitbringt. Hier gilt: Weniger ist mehr. Statt mit der Gießkanne ein Projekt bei vielen Awards einzureichen, sollte man gezielt auf bestimmte Award-Formate abzielen und dabei die Projektbeschreibung und die Bildauswahl genau auf den Fokus des jeweiligen Awards ausrichten. Und dann sind wir auch schon beim Kernthema einer Award-Einreichung: Wie erkläre ich ein komplexes Projekt mit meistens maximal drei Medien? Einer Pappe mit Bildern, einer textlichen Beschreibung über zwei bis drei DIN-A4-Seiten und Filmmaterial von ca. drei Minuten? Einige Kollegen sind hier etwas taktischer unterwegs als wir bei Pure Perfection und senden bei Potenzialprojekten direkt Fotografen und Kamerateams mit auf die Veranstaltung, mit dem klaren Fokus bildgewaltige Geschichten bei der Award-Einreichung erzählen zu können.

Wir hingegen betrachten unsere Projekte erst im Nachgang am Jahresende und überlegen, welches Projekt das Potenzial bei einem der verschiedenen Awards hätte. Hier stehen wir dann oft vor der Herausforderung, gutes und beschreibendes Bildmaterial zusammenzutragen und einen sachlich beschreibenden und dennoch emotional ansprechenden Projektfilm zu erstellen. Im Filmmaterial sehe ich das Herzstück der Einreichung, denn hier muss beim Zuschauer in drei Minuten ein klares Bild der Veranstaltung entstehen. Das Bewegtbild sollte dabei optimal durch eine erklärende Sprecherstimme unterstützt werden. Die Stimme sollte dabei zum eingereichten Projekt passen, denn nur so ergibt sich ein rundes Gesamtbild.

Jan Rogoszinski, Pure Perfection, Gewinner, Wiesbaden

Jan Rogozinski
Jan Rogozinski (Bild: www.pr-bild.de)

 

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