Neues von der Event Zora

Vong Transformation her: Der Wind des Wechsels wehte in Ludwigsburg

Veränderungen kommen auf die Eventbranche zu! Zumindest wenn es um den jährlichen FAMAB Award geht. Denn der hat in diesem Jahr seinen letzten Auftritt gehabt und wird von einem neuen Format abgelöst. Wartet hier eine Transformation auf die Live-Kommunikation?

Die Event Zora

Ich fange mal bei Adam und Eva und der Vertreibung aus dem Paradies an. Musste die Tussi wirklich auf die Schlange hören? Hätte sie doch einfach eine Birne genascht. Seit her müssen wir im Schweiße unseres Angesichts das Brot verdienen. Wie hart das sein kann, zeigten die prämierten Arbeiten unserer geschätzten Live-Kommunikation beim FAMAB-Award, wo es auch Äpfel gab. Habe auch vom Baum der Erkenntnis genascht und mein Fazit: Viel Arbeit sicherlich, aber kreativ war so ziemlich nix, nada, niente. „Ein schwacher Jahrgang“ würden die Winzer sagen.

Gab es die Projekte nicht? Duften sie nicht eingereicht werden? Braucht es die nächste IAA oder was? Danke Schweizer, dass Ihr diesmal dabei wart. Der hölzerne Riese war wenigstens was mit Idee und Seele und die Gottharderöffnung zwar im Wesentlichen nur sehr sehr sehr groß, aber immerhin das. Wer ist daran schuld? Merkel jedenfalls nicht. Aber vielleicht ist es unsere ewige GroKo aus Kunden und Agenturen, die den Ringelpitch immer wieder mitmachen und wirklich kreative Lösungen im Keim mutloser Briefings erstickt. Oder ist die galoppierende Ideenlosigkeit ein Zeichen der Zeit, wo man weder in Berlin den Mut zu einer alternativen Politik mit wechselnden demokratischen Mehrheiten hat, noch in der Wirtschaft, wo der Kaiser ein „disruptives“ Kleid trägt?

Übrigens, das theaterhafte Bühnendesign beim FAMAB-Award war das Beste, was der Event-Zorro in seinen langen Jahren und ich in der kurzen Zeit je gesehen haben. Hätte ein Äpfelchen verdient.

Ansonsten war die Show so ziemlich das letzte (ich gehe jetzt nicht näher auf die lauen Herrenwitze des Moderatoren-Duos Höhn und Kalbfleisch oder die verstümmelt wirkenden Vorstellungsvideos ein, so wenig Kunden wie noch nie zuvor auf Bühne und Publikum),   … also sie war nämlich das letzte Mal eine FAMAB-Veranstaltung. Die Äpfel sind Vergangenheit, jetzt kommt das Ei. Glaubt man der Koalition aus  FAMAB, Blach-Report, BOE und Studieninstitut, wurde nämlich nichts weniger als das Ei des Kolumbus erfunden: BrandEx, International Festival of Brand Experience als ein internationales Festival der Live-Kommunikation.  Am 8. Januar 2019, am Vortag der BoE in Dortmund.

„Interessant“ war die basisdemokratische Aufforderung von der Bühne durch den FAMAB-Präsidenten bei der Award Show sich an der Ausgestaltung zu beteiligen. War das jetzt wirklich ernstgemeint? Das wäre doch etwas dünn, denn die Umbenennung von Kongress (den es beim FAMAB früher schon mal gab) und Award Show in „Festival“ ist ein Plagiat. Der ADC macht das seit vielen Jahren so. Und ob damit der sprichwörtlich frische Wind weht? Inzwischen wird ja selbst jeder Jahreskongress der Deutschen Erbsenzähler zum #X-PEAFestival  umgetauft. Und die Ankündigung von Zitat „verschiedenen Formaten interaktiver Ausrichtung wie beispielsweise Foren, Workshops, Bar-Camps, World-Cafés“ kennen wir doch aus unseren Briefings. Soll ich da mal einen Design thinking-Workshop mit Prototypen-Bastelei für die Brand-Ex-Koalition der Festival-Willigen anbieten?

So, jetzt werde ich wieder konstruktiv. Auch wenn „Transformation“ ein ziemlicher Euphemismus ist, vielleicht ist es ja auch ehrlich zu sagen, nach 20 Jahren ist die Luft raus und man wagt was Neues. Ein wirklich relevanter Kongress und eine geile Party wären vong der Sache her so was von gut.

 

Tschüssie,
von eurer Event-Influencerin

PS: Ein Nachtrag zur Bundestagswahl sei gestattet. Ich hatte mich in der letzten Kolumne darüber ausgelassen, wie wenig überraschend die CDU gekämpft habe. Das muss ich korrigieren, denn da kam das begehbare Wahlprogramm samt riesigem Samtherz – inszeniert von Jung von Matt. Hut ab. Zumindest war es ein Versuch von Live-Kommunikation. Das Ergebnis der Erfolgsmessung vom 24. September war zwar nicht gerade ermutigend, aber daran war sicher nur Merkel schuld.

 


 

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