Serie über Messebeteiligungen im Ausland

Tipps für Aussteller & Messebauer in der Türkei

Jede Kultur hat ihre Eigenheiten und Vorlieben. Diese zu kennen, ist für alle diejenigen relevant, die eine Messebeteiligung im Ausland planen, seien es die Aussteller oder Messebauer. Wir haben für Sie die wichtigsten Punkte für eine Messebeteiligung in der Türkei zusammengefasst (– abgesehen von der momentanen politischen Lage vor Ort, die natürlich jeder selbst bewerten muss).

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Die International Federation of Exhibition and Event Services (IFES) gibt seit Kurzem die Videoserie „10 Minuten mit…“ heraus. Zum Auftakt gibt Ahmet Ballioglu von detay tasarim fair & congress services aus Istanbul Einblick in die türkische Messekultur.

Was erwartet die heutige türkische Kundschaft von einem Messebesuch, auch hinsichtlich des Messedesigns? Laut Ballioglu sind die Türken eher von der schüchternen Art und eher verhalten, einen Messestand tatsächlich zu betreten. Daher sei es ratsam, in Sachen Messebau einen offenen und einladenden Stand zu gestalten, auf dem sich die Besucher wohlfühlen, und der zum Fragen stellen über die ausgestellten Produkte animiert.

Immer ein Bonuspunkt: essbare Give-aways

Die Türken sind für ihre Gastfreundschaft bekannt – besucht man einen Türken zu Hause, wird man sofort zum Essen eingeladen. Als türkischer Aussteller hat man daher auf jeden Fall etwas dabei, das man seinen Besuchern anbieten kann, egal ob man in der Türkei selbst oder am anderen Ende der Welt ausstellt. Türkische Besucher erwarten solche Give-aways nicht zwingend, aber sie nehmen sie als einladend wahr. Da es für einen ausländischen Aussteller nicht so einfach ist, das eigene heimische Essen in die Türkei zu importieren, empfiehlt es sich, lokales Essen anzubieten, wie etwa Rosengeleekonfekt, Nüsse oder Plätzchen. Catering anzubieten, helfe definitiv, so Ahmet Ballioglu.

Alkohol auf einer türkischen Messe anzubieten, ist dagegen nicht ratsam. Aber eine Person am Stand, die einen begrüßt und auf seinen Stand einlädt, hilft dabei, das Eis zu brechen.

Turkish Delight oder Rosengeleekonfekt
Turkish Delight oder Rosengeleekonfekt (Bild: Levent Sadik Kucukdaban/Freeimages.com)

Haptik zählt!

Türken fassen die Produkte, die sie kaufen wollen, gerne an und lassen sich dabei beraten. Hat man viele Produkte, müssen nicht alle ausgestellt werden, aber der Großteil sollte es schon sein. Bietet man Dienstleistungen an, die man haptisch nicht fassen kann, so ist die grafische der Textform vorzuziehen – Geduld ist keine Tugend der Türken. Grafiken transportieren die Informationen weitaus schneller.

Der Anteil an tatsächlichen Verkäufen bzw. Geschäftsabschlüssen auf türkischen Messen ist definitiv geringer anzusetzen als der zwischenmenschliche Aspekt. Türken wollen zunächst „ein Gefühl“ für den anderen bekommen, dies dann für sich reflektieren und analysieren, und später wieder in Kontakt treten.

Tückisches Thema Rigging

Zollregularien können sich in der Türkei schwierig gestalten, weshalb es am Geschicktesten ist, mit einer akkreditierten Freight Forwarding Company des Events zu arbeiten. Dies macht alles viel einfacher und spart Nerven. Die wichtigste Regel, die man beachten sollte, betrifft das Rigging, und damit natürlich auch das Design des Messestandes: Rigging ist in den meisten türkischen Messehallen nämlich nicht erlaubt. In den letzten Jahren ist Arbeitssicherheit darüber hinaus ein wichtiges Thema geworden, wie auch die Nachhaltigkeit. Dies sollte man immer beachten. Hinsichtlich der Materialien für den Standbau es gibt hingegen keine Vorschriften, abgesehen von der Bauhöhe – abhängig vom jeweiligen Messegelände.

Im Allgemeinen ist der Service bei einer türkischen Messebeteiligung entscheidend. Wenn während der Show etwas schief läuft, oder etwas extra benötigt wird, so erwarten die Türken, dass man sich darum kümmert.

Istanbul
Istanbul (Bild: Juan Romero/Freeimages.com)

Mehr Informationen zu Messebeteiligungen in der Türkei bietet die türkische Exhibition and Stand Designers‘ Association (SSTD), die auch ein Mitglied der IFES sind.

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