The Next Big Thing

Die Event-Zora

„Hallihallohallöle“, um es mit den Worten eines vieleingeladenen Event-Gastes zu sagen, der sonst viel spricht, aber wenig zu sagen hat. Ich bin die Event-Zora, rothaarig und biestig und die Enkelin des Event-Zorros. Der hatte im Gegensatz zu der Promi-Tussi viel zu sagen. Zuletzt schrieb er sich aber so in Rage, dass seine Kommentare nicht mehr salon- und druckfähig waren. Wolf Rübner, Matthias Kindler und Dominik Deubner sind dagegen guterzogene Kommunionskinder. Jetzt ist Opa Zorro in einem ordentlichen Pflegeheim und löst Sudokus, die ich ihm mitbringe. Ich darf ihm aber nichts über Eure Branche erzählen, denn dann rastet er wieder aus und wird ruhig gestellt. Das will ich nicht.

Event Zora

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An dieser Stelle war im EVENT PARTNER deshalb lange Funkstille. Genauer gesagt hatten FAMAB, ISES und andere Schwatzrunden die Chance, ihre selbstbeweihräuchernden Jubelbotschaften über die eigene Relevanz zu verkünden. Blockupy EVENT PARTNER – ich habe diesen Platz jetzt besetzt und gebe ihn nicht wieder her!

Jetzt ist Schluss mit lustig. Ich habe auch eine ganz persönliche Motivation. Nachdem ich mein Erasmus-Studium hinter mich gebracht habe, in Caracas zur Miss Universidad gewählt wurde, alle Programmiersprachen beherrsche, meinen erfolgreichen Blog zum Thema Social Media auf Mandarin in China betreibe und nun schon das fünfte Praktikum absolviere, habe ich beschlossen als würdige Vertreterin der Generation Y die Rolle der Rächerin zu übernehmen und in die großen Fußstapfen Opas zu treten. Ich will hier den Vertretern (vor allem den Jungs) der Generation Golf, die in den Schlüsselpositionen der Direkten Wirtschaftskommunikation sitzen, mal ordentlich vors Schienbein treten, dass sie aufwachen. Und wenn der eine oder andere Event-Patriarch sich auf den leibhaftigen Schlips getreten fühlt, auch gut.

Denn ich bin die Jubelei leid. Die Studien, White Papers und Interviews einer schönen neuen Welt, die so längst nicht mehr existiert und nie existiert hat. Alles nur Marketing-Blablabla. Ja, es ist eine tolle Branche und es macht auch Spaß. Aber wir retten nicht die Welt – im Gegenteil. Fast schon vergessen? Die erste selbsternannte Green-Event-Agentur aus Wuppertal ließ einen Düsenjet in Südafrika für Porsche aufsteigen oder jüngst eine Boeing 777 gegen einen Lamborghini antreten. Das hat den CO2-Footprint von 200.000 Yetis. Okay, dass finden viele von Euch geil, gebt es zu. Aber das ist niveaumäßig nicht so weit von den Sausen des Wulff- und Wowereit-Buddys und „Event-Managers“ Schmidt oder gar den Budapester Gangbangs der Ergo-Versicherungsvertreter entfernt. Ich habe beim ADC Festival in der Ausstellung auf einer aufgemotzten Pappe gesehen, dass die dafür auch noch einen Award haben wollten. Können sie von mir kriegen: Die CO2-Schleuder des Jahres. Zählt aber nicht im Kreativranking! Klar wird das feigenblattmäßig kompensiert, weil ein Bäumchen in China gepflanzt wird.

Egal, apropos Hamburg. The Next Big Thing war nicht zu sehen. Hybrid-Events? Ach wo! Live-Campaigns? Jede zweite Kampagne der Werber hat längst Live-Elemente. Und über Facebook, Twitter und Co. gibt es dann die wunderbare Reichweitenvermehrung à la Matthäus, Kapitel 14. Nach eigenen Aussagen erzielen sie alle mindestens eine weltweite Reichweite, wenn nicht sogar das ganze Universum dazu liked und twittert. Seltsam, weder in dem Radioteleskop auf dem Effelsberg noch auf meinen Devices sind die jemals angekommen!

Also warte ich jetzt erstmal auf die nächste Marketing-Sau, die durch den Biergarten der Direkten Wirtschaftskommunikation getrieben wird. Kommt sie aus Wuppertal oder Köln, Hamburg oder München? Besser nicht aus Rheda-Wiedenbrück, da gibt es zu viele Schlachthöfe.

 

Tschüssie

Eure Event-Zora

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Ich bin gespannt, der Teaser ist vielversprechend…..

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