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Die Event-Zora: Was wirklich wichtig ist …

Die Event-Zora hat sich durch die aktuellen Pressemitteilungen der Branche gekämpft und kämpft zugleich gegen die wachsende Gleichgültigkeit gegenüber AfD & Co. Die wichtigste Frage lautet: Was tun wir, um Rechts keine Chance zu geben?

Die Event Zora

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BOE 2018? Ich war da, alles supi, weiter. NAIAS 2018, die Motorshow in Detroit und der VW-Nord Amerika-Babo Hinrich Woebcken begrüßt bei der Pressekonferenz mit Martin Luther Kings „Great March on Detroit“, während die Nachrichten von Affen- und Menschenversuchen mit New-Beetle-Abgasen die Runde machen. Wer arbeitet eigentlich alles gerade für die? Auch geschenkt, weiter. Ach ja, Volkswagen-Agentur Stagg & Friends und ihr neuer Stagg Experience.Hub. Sensationell das nachhaltige Heizungskonzept, das offensichtlich nur mit heißer Luft funktioniert. Allein die Nachrichten über den Umzug erzeugten die innovative Verbalwärme, um zehn Einfamilienhäuser ein Jahr lang zu heizen. Aber auch geschenkt.

Wenn ich so die Pressemeldungen und Social-Media-Beiträge der Agenturen scanne, dann ist eigentlich alles beim Guten und Alten: Wachstum, Erfolge, Digitalisierung und eben viel heiße Luft. Wo sind eigentlich die „Gutmenschen“, „Bahnhofsklatscher“ und „Teddybärenwerfer“ aus der Szene von 2015 geblieben? Nur ein kleines Fähnlein von noch nicht einmal sieben Aufrechten stinkt zumindest auf Facebook und Co. gegen die Echokammern rechter Hetze an.

Und wir anderen? Haben uns schon daran gewöhnt, dass im Bundestag 92 AfD-Vertreter sitzen, und in den Landtagen eh. Dass der so hochgelobte Diskurs sich aber so etwas weiter nach rechts verschoben hat. In den USA, in Ungarn sowieso, aber jetzt auch bei uns.

Den nächste Zora-Award würde ich eigentlich gerne an einen Fachfremden verleihen, an den Ex-Executive Strategy Director Digital von Scholz & Friends Gerald Hensel, der nach seiner privaten Aktion „Kein Geld für Rechts“ untertauchen und sich auch einen neuen Job suchen musste. Jeden Tag kämpft er weiter gegen die Echokammern der Bots und Trolle. Und hilft mit fearlessdemocracy.org für eine bessere digitale Aufstellung der demokratischen Kräfte und konkret den Menschen, die Opfer von digitalem Hass wurden.

Und dann wäre da das #weremember des worldjewishcongress.org. Zunächst wurden Fotos mit dem Hashtagspruch auf Twitter, Facebook & Co. gesammelt. Und dann an einen ganz besonderen Ort aus dem Web live projiziert. Die Leinwand wurde neben dem Krematorium II im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau platziert. Und von dort wurde zurück ins Web gestreamt. Hundertausende machten mit, vielleicht sogar über eine Million. Ganze Fußballmannschaften, Prominente und unzählige Menschen wie ich – und vielleicht auch Du? – machten mit. Das nenne ich mal Live-Campaign: Eine Million Beteiligte plus die Reichweiten im Netz.

Übrigens Volkswagen machte bei #weremember auch mit, ganz prominent samt CEO Müller. Umso peinlicher, wenn man dann Affen und Menschen Autoabgasen aussetzte. Zur Erinnerung: Damit begann vor über 75 Jahren die Vernichtung von Behinderten, Sinti und Roma und Juden. Indem man LKW-Abgase in einen mit Menschen gefüllten Aufbau leiteten.

Und dann war da ja noch was: Kommunikation im Raum vom Feinsten mit medialem und digitalem Feedback vom Allerfeinsten. Das Zentrum für politische Schönheit mietete das Nachbarhaus von Bernd Höcke In Bornhagen im Eichsfeld, dem Rechtsextrem-sowas-von-außen der thüringischen AfD. Im Garten baute sie das Berliner Holocaust-Mahnmal nach. Also muss der AfD-Funktionär jetzt in Nachbars Garten das von ihm zitierte „Denkmal der Schande“ aus seiner berüchtigten Dresdner Rede sehen. Das Medienecho war enorm, auch in den Social Media-Kanälen. Natürlich auch von Rechts – das war nicht nur ein Shitstorm, das waren Shitorkane. Aber das Zentrum für politische Schönheit braucht nicht die Unterstützung von Gerald Hensels Fearless Democracy. Die wissen, was sie tun. Und jetzt die ganz große Frage an uns als weltoffene Branche: Was tun wir 2018? Antworten bitte an zora@eventpartner.de

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