Produkt: Die Sustainability-Checkliste für die Eventbranche
Die Sustainability-Checkliste für die Eventbranche
Eine komprimierte Checkliste, damit wirklich jeder Veranstaltungen sofort nachhaltig umsetzen kann.
Ein unzeitgemäßes Unding

Die Event-Zora: IAA – ist die Königin der Automobilmesse tot?

Will eigentlich noch irgendjemand von euch etwas zur IAA 2019 wissen? Ist nicht schon alles gesagt? Vorher, während und nachher? Und die melancholischen Unken aus der Auto-, Messe- und Klimaschutzbranche rufen eh im Chor, die Königin der Automobilmessen sei tot.

Die Event Zora

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2015 stand die IAA schon ganz im medialen Qualm des Volkswagen-Abgasskandals, erreichte aber noch 920.000 Besucher. Dann kam die erste Schwindsuchtphase 2017 mit zwölf Herstellerabsagen und nur noch gut 810.000 Autofans auf dem Messegelände. Da hatte der VDA schon geahnt, was noch kommen könnte, und ein neues Konzept angedacht. Hinter den Kulissen muss es so heiß her gegangen sein wie in der Sahelzone. Schließlich gab es dann ein neues Konzept, so halbherzig, mutlos und wahrscheinlich nutzlos wie das neue Klimapaket. Wer auf der Messe war, weiß, wovon ich schreibe. Auch die mediale „Da.“-Kampagne im Vorfeld erreichte die potenziellen Besucher nicht mehr, 300.000 waren schlicht nicht „Da.“. Manche geben den Aktionen und Blockaden der Klimaaktivisten Schuld, dass die Besucherzahl auf 560.000 schrumpfte. Vielleicht sollte man mal den VDA das Klima retten lassen, die Quote bei Ausstellerabsagen und Besucherrückgang jedenfalls wäre bei der Erderwärmung traumhaft. Also ist die Königin der Automobilmessen tot?

Ein unzeitgemäßes Unding

Für viele Umweltaktivisten und Klimaretterinnen ist die Veranstaltung eh ein unzeitgemäßes Unding. Grund genug, durch Aktionen, die man als Live-Kommunikation bezeichnen könnte, auf sich aufmerksam zu machen und der IAA indirekt zu ungeahnter Reichweite, jenseits der Fahrzeugpremieren und Abgasskandale, zu verhelfen. Am 12. September 2019 setzte Greenpeace auf den Ständen von Volkswagen und BMW beim Kanzlerinnenrundgang auf Protest-Parcours. Die Flashmob-Sternfahrt #aussteigen am ersten Publikumssamstag mobilisierte immerhin 25.000 überwiegend radfahrende Menschen, die aus 100 Orten zur Messe kamen. Am Sonntag haben sich dann – Zitat des Bündnisses „Sand im Getriebe“ – „1.000 Klimaaktivist*innen entschlossen und friedlich der mächtigen Autoindustrie in den Weg gestellt und dafür gesorgt, das Thema Verkehrswende in der Klimadebatte zu verankern.“

Naja, dafür brauchte es die Hardliner*innen nicht, denn im Content war die IAA die „Grünste“ in ihrer langen Geschichte. Überall wurde das Klima beschworen, was das Zeug hält. Deshalb ist die IAA auch vielleicht noch nicht tot, sondern wandelt sich zur Mobilitätsmesse, wo auch immer und wie auch immer.

Rein unfreiwillige Nachhaltigkeit

Die kommunikative oder gestalterische Revolution bei den Messeauftritten selbst blieb leider auch aus. Selbst die nur noch halb bespielte Daimler-Festhalle stimmte mich trotz aller Experience so melancholisch, dass ich jetzt in den Chor der Unken einstimme. Das war nämlich rein unfreiwillige Nachhaltigkeit durch deutlich weniger Ressourceneinsatz, der aber offensichtlich nur dem reduzierten Budget geschuldet war. Aktive Nachhaltigkeit blieb in allen Hallen und auf allen Plätzen des Messegeländes Verbalerotik auf der Content-Ebene, denn das Nachhaltigste waren vielleicht die Hostessen-Klamotten in Bio-Qualität auf dem Volkswagen-Stand.

So jetzt ist aber Schluss, bevor ich noch philosophisch werde. Muss mich um den Orgaplan kümmern, denn wir machen gerade für unseren Vertrieb ein Kreuzfahrt-Incentive auf der MS Titanic2 mit Eisberg-Watching. Die Playlist der Band muss ja auch noch freigegeben werden.

 

Kleiner Scherz – ein nachhaltiges Tschüssie

Eure Event-Zora

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