Messebeteiligungen im Ausland

Tipps für Aussteller & Messebauer in den USA

Plant man eine Messebeteiligung in einem anderen Kulturkreis, egal ob als Aussteller, Agentur oder Messebauer, ist es wichtig, die Gepflogenheiten des Landes zu kennen. So ähnlich uns eine Kultur auch scheint, gibt es dennoch immer wieder Stolperfallen, die man als landesfremder Aussteller bzw. Messeplaner besser umgehen möchte – die USA bilden da keine Ausnahme.

Mitglieder einer Messecrew in den USA
Mitglieder einer Messecrew in den USA (Bild: Pexels.com)

Um auf dem amerikanischen Markt die gewünschte Zielgruppe erfolgreich zu erreichen, ist es wichtig, die eigene Marke zum Leben zu erwecken. Der Kunde muss für sich selbst und live vor Ort erleben können, was es bedeutet, mit dem Unternehmen zu arbeiten. Rebecca Thompson, Director US Sales bei StevensE3, ist seit vielen Jahren auf dem amerikanischen Messemarkt tätig und gibt Tipps, damit der nächste Messestand in Amerika unter dem Stichwort Erfolg verbucht werden kann.

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Wie begrüße ich den typisch amerikanischen Besucher auf meinen Messestand?

Amerikaner haben in der Regel eine kurze Aufmerksamkeitsspanne – um sie zu erwischen, muss man schnell sein. Eine knappe, einfache Botschaft ist deshalb der beste Weg, um amerikanische Besucher auf einen Messestand zu holen. Diese Botschaft wird am besten vom Standpersonal kommuniziert, in einem kurzen Video oder einer Grafik. Äquivalent zur Aufmerksamkeitsspanne ist auch das typisch amerikanische Verhalten am Messestand: Denn Amerikaner verbringen dort nur wenig Zeit. Meist holen sie sich bei den Ausstellern lediglich die für sie relevanten Informationen ab, bevor es zum nächsten Messestand weiter geht. Kaffee und Häppchen sind in Amerika deshalb weniger üblich als in Europa.

Wie sollte sich ein Unternehmen auf einer amerikanischen Messe präsentieren?

Bei den Amerikanern funktioniert ein etwas professionelleres Auftreten sehr gut. Natürlich gibt es einige Bereiche, in denen sich auch der Einsatz von populären Gimmicks oder Ähnliches lohnen mag, aber auf der Favoritenliste der Kunden steht ein klares, unternehmerisches Image ganz oben.

Das Standkonzept auf einer amerikanischen Messe kann variieren, je nachdem, ob man als Aussteller Produkte oder Dienstleistungen präsentieren möchte: Stehen Produkte im Mittelpunkt des Messeauftritts, ist es am sinnvollsten, diese auch vor Ort zu zeigen. Amerikaner erleben die Produkte, für die sie sich interessieren, gerne live. Sind die Produkte so groß, dass sie nur schwer transportiert werden können, akzeptieren die Besucher jedoch auch eine virtuelle Version des Equipments. Stehen jedoch Dienstleistungen im Mittelpunkt der Messepräsentation gilt: Sofern möglich, sollten die Personen, die die angebotenen Dienstleistungen am Ende auch tatsächlich durchführen, am Messestand anzutreffen sein. Zudem sind erklärende Texte und Visualisierungen als begleitendes Kommunikationsmittel unentbehrlich.

Welche Besonderheiten gibt es für Aussteller in den USA?

Wer auf einer amerikanischen Messe ausstellen möchte, sollte wissen, dass die Messepräsenzen dort meist noch etwas teurer sind als ihre europäischen Äquivalente. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, sollte sich einen passenden Partner in Amerika suchen, denn Messetrends und Regelungen ändern sich jedes Jahr, manchmal sogar mehrmals. Ein guter Partner kennt den Markt, aktuelle Trends und die Vorlieben der Besucher und kann bei technischen und konzeptionellen Fragen Hilfestellung leisten – beispielsweise bei der Entscheidung, ob sich eher eine Videowall oder ein Monitor für den Messeauftritt eignet.

Das Orlando Convention Center in Florida
Das Orlando Convention Center in Florida (Bild: Pixabay.com)

In den USA ist es von unschätzbarem Wert zu wissen, was Besucher und Auftraggeber sich von einer Messe erhoffen. Genauso unschätzbar ist das Wissen darum, was auf einem Messestand erlaubt ist und was nicht: Wer einmal gesehen hat, wie zur Standeröffnung Holzplatten live zerhackt wurden, die definitiv nicht dafür vorgesehen waren, weiß, dass die Sicherheitsvorschriften in Europa und Amerika weit auseinander gehen. Vor einer Ausstellung in den USA sollte man sich deshalb mit den dort geltenden Vorschriften vertraut machen.

Welche Zahlungsmethoden bevorzugen Amerikaner?

Auch wenn viele amerikanische Unternehmen in Sachen Bezahlprozesse mittlerweile etwas auftauen, wird eine Kreditkarte in der Regel verlangt – wenigstens als Sicherheit. Auch um andere Transferleistungen zu sichern, ist eine Kreditkarte prinzipiell ein Muss. Dabei gilt: Je höher das Limit, desto besser. Eine unlimitierte Kreditkarte steht dementprechend weit oben auf der Beliebtheitsskala.

 


 

Die Messe-Tipps von Rebecca Thompson im Video

Die International Federation of Exhibition and Event Services (IFES) gibt seit einiger Zeit die Videoserie „10 Minuten mit …“ heraus.

Mehr dazu unter www.ifesnet.com/news/ten-minutes-with/

 

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Ich hätte mir ein bisschen mehr von dem Artikel erhofft. “Um die gewünschte Zielgruppe erfolgreich zu erreichen, ist es wichtig, die eigene Marke zum Leben zu erwecken”. Ich denke darum geht es doch im 3D-Marketing allgemein. Marken und Dienstleistungen erlebbare Formen zu geben. Das gilt in den USA, als auch in Europa oder egal wo auf der Welt. Dass das Messestandkonzept davon abhängt, ob man Produkte ausstellt oder eine Dienstleistung verkauft, ist ebenfalls selbstverständlich und keine Besonderheit für die USA. Auf den Einfluss der Gewerkschaften wird erst gar nicht eingegangen. Warum sind die Messestände in den USA teurer? Und wer weiß nicht, dass die Kreditkarte in den USA und sogar auf der ganzen Welt gerne als Sicherheit genutzt wird oder die Zahlungsmethode Nr.1 vor Ort auf Messe ist. Ich habe mich eben auf den Artikel gefreut als ich ihn sah. LG

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