1001 Ways of Performing Communication

Künstlerische Live-Kommunikation mit Sanostra

Sanostra bringen die Kernaussage eines Produktes mittels Live-Kommunikation auf die Bühne. Ganz gemäß ihrem Leitspruch „Performing Communication“ – das, was kommuniziert werden soll, wird mit künstlerischen Mitteln dargestellt. Attribuierung ist hier das große Stichwort. Denn die große Frage lautet dich: Ist die Essenz der darzustellenden Marke her eine Ästhetische, oder doch eher eine Dynamische?

Sanostra-Modul: Die Light Muses.
Sanostra-Modul: Die Light Muses. (Bild: © Daniel Kaiser)

Björn Hanefeld und Annegret Köhler, Geschäftsführer von Sanostra, kommen selbst aus dem aktiven Bühnengeschehen und haben von der Pike auf gelernt, was Live-Kommunikation bedeutet. Sie war Tänzerin, er Akrobat. „Wir sind dann 2004 auf die Seite vor und hinter die Bühne gewechselt, und haben uns so noch mehr entfalten können als zu aktiven Zeiten. Wir konnten auf diese Weise kreativ gestalterisch tätig werden“, erzählt der Geschäftsführer von Sanostra. Da Köhler und Hanefeld bereits früher im Corporate-Event-Bereich gearbeitet hatten, kamen auch schnell die Zusagen für relativ große Shows.

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Opening Sat 1 Promiboxen mit den LED Flying Drummers
Annegret Köhler, Geschäftsführerin von Sanostra und Artistic Director

Heute haben die beiden in ihrem Büro in der Kölner Innenstadt nicht nur acht feste Mitarbeiter, sondern auch einen Stamm von 50 bis 60 freien Künstlern. Tendenz steigend. Die Zeiten der 18 bis 20 Stunden Schichten der ersten Produktionen sind vorbei – doch die Sieben-Tage-Woche ist geblieben: Dadurch bedingt, dass Sanostra international arbeiten, sind alle Mann und Frau rund um die Uhr im Einsatz. „Freitags ist beispielsweise in muslimischen Ländern Feiertag. Diese Kunden kommen dann verstärkt samstags oder sonntags auf uns zu und wollen noch dringend ein Angebot erstellt haben“, so Hanefeld. Die Angebotserstellung ist auch das, was am meisten Arbeit macht, da der Kunde anfangs oft noch nicht genau weiß, was er möchte, und so jedes Angebot auch ein Stück weit Konzeption beinhaltet. „Wir haben das Gefühl, dass wir permanent im Einsatz sind. Das liegt teilweise noch nicht einmal an der Anzahl der Shows pro Monat, sondern daran dass wir individualisierte Shows anbieten und dadurch immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt werden“, berichtet Hanefeld weiter. Meistens sind es vier oder fünf Shows im Monat – es können aber auch schon mal vier bis fünf Shows die Woche sein, an teilweise parallel stattfindenden Terminen.

Björn Hanefeld bei der Sanostra-Show Face it! im Kingdom of Bahrain, Manama, Convention Centre (BIECC)
Björn Hanefeld, Geschäftsführer von Sanostra und Show Director (Bild: © Daniel Kaiser)

Gesamtgefüge der Show

Die freien Akrobaten, Tänzer oder Artisten aus dem Trendsport-Bereich – von Bike Artistic über Parkour bis hin zu Free Running – sind eigentlich ständig im Einsatz. Wenn ein Modul – wie Hanefeld und Köhler einen einzelnen Show-Bestandteil bzw. eine Disziplin nennen – besonders gefragt ist, müssen manche Kostüme wie etwa für die momentan sehr beliebten „Light Muses“ auch in mehrfacher Ausführung vorrätig sein. Die Bandbreite an Modulen wird dabei ständig erweitert und vorhandene Grundmodule weiterentwickelt. Denn jeder Kunde möchte natürlich Live-Kommunikation mit einer neuen individuellen Show mit eigenem Gesicht geboten bekommen. „Man erfindet das Rad ja nicht ganz neu. Aber es ist immer die Frage, wie man das Vorhandene präsentiert oder inszeniert. Deswegen haben wir uns auch den Namen ‚GmbH für Showinszenierungen‘ ausgesucht – ein Begriff der eigentlich aus dem Theater kommt, aber auch auf den Event an sich und Live-Kommunikation zutrifft“, erklärt der Sanostra-Gründer. „Wir arbeiten nicht mit einem Standard-Konzept oder sind eine Künstlervermittlung, wir bieten ein Gesamtgefüge an Show.“

Sanostra-Modul: Die Flying Drummers
Sanostra-Modul: Die Flying Drummers (Bild: © Daniel Kaiser)

Eine Show kann dabei nur eine Minute oder bis zu eineinhalb Stunden dauern. Björn Hanefeld: „Eine Minute kann, wenn die Performance gut ist, auch lang sein. Länger heißt nicht immer besser. Es geht ja um Qualität. Wenn der Effekt sehr stark ist – wie etwa bei der Show ‚Flying Drummers‘ – kommt dem Zuschauer das Showelement weitaus länger vor, als es tatsächlich ist, weil in der kurzen Zeit einfach wahnsinnig viel passiert.“ Besagte Flying Drummers wurden jetzt zusätzlich mit LED-Kostümen ausgestattet. Dadurch dass die Künstler sich ziemlich schnell hoch und runter bewegen, bestand die Schwierigkeit, dass die Lichtdesigner gar nicht folgen konnten. Zuvor wurde nur mit einem Top Spot gearbeitet, wie mit einer Art Lichtdusche. Durch die LED-Kostüme leuchten die Artisten so stark von sich aus, dass sie von der Rundum-Beleuchtung unabhängig sind.

Bewegung steht an erster Stelle

Mit „Face It“ haben Sanostra jüngst ihre längste, eigenständige Show geschaffen, die als öffentliches Gastspiel nicht mit einem Unternehmen oder Produkt verknüpft ist.

Hier werden alle Module im Angebot zu einem großen Ganzen zusammengefügt. Als verbindendes Element fungieren Masken, die auch eine gesellschaftliche Aussage in der Live-Kommunikation transportieren wollen: Jeder Mensch trägt im Alltag eine Maske – die Frage ist: Wie stellst du dich der Herausforderung, dein wahres Gesicht zu zeigen? Die Show ist stark auf Visualität und Bewegung ausgerichtet. „In unserer Gesellschaft gibt es ja auch keinen Stillstand, alles entwickelt sich weiter. Bewegung ist eine Ausdrucksform unserer Künstler, die an erster Stelle steht“, so Hanefeld. „Es ist unser Traum, Face It in die Welt hinauszutragen. Für Dezember und Januar stehen schon Termine in den Vereinigten Arabischen Emiraten, doch wir kommen momentan nicht dazu, Face It weiter zu vermarkten, weil uns unsere anderen Projekte so einspannen.“

Sanostra-Modul: Die Flying Drummers
Sanostra-Modul: Die Flying Drummers (Bild: © Daniel Kaiser)

Ob Spanien, China, Indien oder die Vereinigten Arabischen Emirate, Sanostra ist weltweit für das Who-is-who der Wirtschaft im Einsatz. Momentan noch zu schätzungsweise 70 % im Inland, aber der Auslandsanteil wächst stetig. Denn Qualität spricht sich rum. So haben Sanostra den Nationalfeiertag in den Emiraten mehrere Jahre lang mit Künstlern bestückt oder etwa die Eröffnungsspiele der World Children Games in Ankara gestaltet. „Turkmenistan war unser bisher größtes Abenteuer“, schmunzelt Hanefeld, „das war für unseren Kulturraum eine ganz neue Erfahrung.“ Allein private Events decken Sanostra nicht ab: „Wir sind spezialisiert auf Corporate Events sowie große Bühnen im In- und Ausland.“

Authentizität als oberstes Gebot

Die Aufträge kommen zu 80 % von Full-Service-Agenturen. Diese budgetieren dem Kunden das Gesamtprojekt. Ihre technischen Anforderungen geben Sanostra per Technical Rider raus, fügen sich ansonsten aber flexibel in das vorgegebene Gesamtgefüge ein. „Wir arbeiten viel am Lichtdesign vor Ort und schauen, was wir mit den vorhandenen Mitteln machen können“, erläutert Björn Hanefeld. Das betrifft auch die Live-Kommunikation und die Show an sich: So werden zwar die einzelnen Teil-Module in angemieteten Hallen regelmäßig vorher geprobt, die letztendliche Zusammensetzung findet jedoch oft erst vor Ort statt. Das spart Miete, und wirkt sich wiederum positiv auf den Geldbeutel des Kunden aus.

Sanostra-Modul: Cyr Wheel mit Robert Maaser
Sanostra-Modul: Cyr Wheel mit Robert Maaser (Bild: © Daniel Kaiser)

Was Sanostra ausmacht? „Wir sind authentisch“, so Geschäftsführerin Annegret Köhler, „wir choreographieren nur das, wovon wir auch zu 100 % überzeugt sind. Deswegen sind wir gut.“ Und wenn sie von etwas nicht überzeugt sind? „Dann wird dies auch nicht verkauft. Dann wird der Kunde mit Engelszungen beraten – und zur Not macht’s dann auch mal jemand anderes.“ Dazu kämen die Künstler, die Sanostra auswählt, so Annegret Köhler weiter: „Ich bin davon überzeugt, dass man den Effekt auf der Bühne sieht, wenn alle harmonisch zusammenarbeiten. Arbeiten die Leute gerne, ist das eine ganz andere Ausstrahlung, als wenn jemand nur seinen Job macht.“ Ansonsten könnte es ab und an nur vielleicht mal ein bisschen mehr Privatleben sein – aber wer will sich bei der Verwirklichung seines Traums denn wirklich beklagen?

 

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