Der Haushaltsentwurf für 2027 sieht eine Reduzierung der Auslandsmesseförderung um 2,6 Millionen Euro vor. Der Messeverband AUMA warnt vor Folgen für exportorientierte Unternehmen und fordert eine Aufstockung der Mittel.
AUMA-Vorsitzender Philip Harting (Bild: AUMA/Michael Fahrig)
Die Bundesregierung plant, die Förderung deutscher Unternehmensbeteiligungen an Auslandsmessen im kommenden Jahr von 44 auf 41,4 Millionen Euro zu senken. Nach Angaben des Verbands der deutschen Messewirtschaft AUMA würde damit auch die Zahl der geförderten deutschen Gemeinschaftsstände, der sogenannten German Pavilions, von 237 im Jahr 2026 auf 217 im Jahr 2027 zurückgehen. Der Verband rechnet dadurch mit dem Wegfall von rund 13.500 Geschäftschancen für deutsche Unternehmen.
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Besonders betroffen wären mittelständische Unternehmen, die laut AUMA rund 85 Prozent der Nutzer des Auslandsmesseprogramms (AMP) stellen. In Süd-, Ost- und Zentralasien soll die Zahl der deutschen Gemeinschaftsstände von 95 auf 78 sinken. Weitere Rückgänge sind im Nahen und Mittleren Osten sowie in Nordamerika vorgesehen. Gleichzeitig seien die Kosten für internationale Messebeteiligungen in den vergangenen Jahren um bis zu 40 Prozent gestiegen, ohne dass die Fördermittel entsprechend angepasst worden seien.
AUMA-Vorsitzender Philip Harting kritisiert die geplanten Einsparungen: „Bei schwacher Konjunktur, zunehmender geopolitischer Unsicherheit und wachsender Standortkonkurrenz muss der Bund exportorientierte Unternehmen stärken, nicht stutzen.“ Der Verband fordert gemeinsam mit mehreren exportorientierten Branchenverbänden, die Kürzungen zurückzunehmen und die Mittel stattdessen auf 49 Millionen Euro anzuheben. Laut einer Evaluierung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) führt jeder in das Programm investierte Euro zu rund 216 Euro Wertschöpfung in Deutschland.
Das Auslandsmesseprogramm besteht seit 1949. Jährlich nehmen rund 5.000 Unternehmen die Förderung in Anspruch.