Produkt: Einsteins Hirn: Grundlagen der treffsicheren Kommunikation
Einsteins Hirn: Grundlagen der treffsicheren Kommunikation
EVENT PARTNER Autor Andreas Schäfer wagt sich in den Dschungel der Gehirnforschung, um die Grundlagen der treffsicheren Kommunikation zu entdecken.
Eine treue Seele

Wolfgang Altenstrasser verlässt Vok Dams

Wolfgang Altenstrasser wäre beinahe ein Bayer geworden. Der Bube kam 1953 in Wolfau, Kreis Wolfstein, in Niederbayern zur Welt. Als er dreieinhalb Jahre alt war, zogen seine Eltern nach Hilden ins Rheinland. Dem Rheinland ist er dann treu geblieben. Überhaupt ist er eine treue Seele. Denn seit 1983 arbeitet er ununterbrochen für die Wuppertaler Live-Kommunikationspionieragentur Vok Dams. In dieser schnelllebigen Branche ist das eine ganz seltene Ausnahme. Seinen Sohn Patrick hat es übrigens auch ins Marketing gezogen.

Wolfgang Altenstrasser 1984
Wolfgang Altenstrasser 1984 (Bild: Vok Dams)

Als Wolfgang ein Kind war, hatte er überhaupt keine große Vorstellung davon, was er mal werden wollte, vielleicht Feuerwehrmann. Wie alle Kinder. Als Heranwachsender ging es dann in Richtung Reisebürokaufmann, aber schließlich hat er doch studiert. Dichter oder Sektenführer standen am Horizont. Das mit der Sekte hat er dann nicht verwirklicht und mit dem Dichten nur ein bisschen. Er studierte, als man noch lange studierte, auf Lehramt an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf, und zwar Deutsch und Philosophie. Er war zwei Jahre im Referendariat in Hilden am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium und hat da auch seinen Abschluss gemacht. Es war aber die Zeit der großen Lehrerschwemme, und wie so viele potenzielle Pädagogen landete er in der Arbeitslosigkeit. Im Gegensatz zu anderen orientierte er sich aber rasch neu.

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Damals hieß die Arbeitsagentur noch Arbeitsamt und hatte einen Fachvermittlungsdienst für arbeitslose Akademiker in Düsseldorf. Die gaben Altenstrasser eine Adresse, auf der Platzhoffstraße in Wuppertal. Mit der scheinbaren Abkürzung Vok Dams verband er so was wie das „Vereinigte Organisationskomitee“. Es gab ja noch kein Internet. Um zu recherchieren, fuhr er einen Tag vor dem Vorstellungsgespräch in das Villenviertel der Schwebebahnstadt und beobachtete vom Auto aus wilde bärtige Typen dort rumlaufen. Die gab es damals auch schon. Dann habe er sich entschieden, trotzdem eine Krawatte zum Vorstellungsgespräch anzuziehen, und stand so vor dem leibhaftigen Vok. Der suchte jemanden für den Schulungsbereich. Altenstrasser war dann einer von Zweien, die eine Krawatte anhatten. Unter Pädagogen trug man 1983 Cordhosen.

Wolfgang Altenstrasser_1988
1988 (Bild: Vok Dams)

Wolfgang Altenstrasser war knapp 30 Jahre alt, als er anfing. Damals lagen die Schwerpunkte bei Schulungen und Trainings. Vok Dams war gelernter Fotograf, dementsprechend waren diese mediengestützt. Es handelte sich um Multivisionen, also Dia und Ton. Video kam gerade erst auf. Vok Dams hat dann Schulungsfilme gedreht und entsprechende Konzepte geschrieben. Damals kamen die Kunden aus der Pharmaindustrie. Bei seinem ersten Briefing ging es um die Einführung eines neuen Betablockers. Altenstrasser saß da nur und dachte, „oh scheiße, ich verstehe kein Wort“. Aber dann überlegte er sich, na ja, wenn du das nicht verstehst, verstehen es vielleicht andere auch nicht: „Also schreibst du das, was du verstehst.“

Konzepte, über 100 Seiten lang

Zu dieser Zeit schrieb man noch ausführliche Konzepte und überreichte diese in gedruckter Form. An PowerPoint und seine Bullet Points war noch nicht zu denken. Konzepte konnten 100 Seiten lang sein. Wer weiß, ob sie je einer von Anfang bis Ende gelesen hat. Also schrieb der vom Dichten geträumt Habende eifrig Konzeptseiten und führte als ehemaliger Pädagoge auch die Trainings durch.

Konzeptioner und Projektmanager gab es noch nicht. Das waren Train-the-Trainer-Programme für die Pharmaindustrie mit fertigen Inhalten und Strukturen. Diese hatten so schöne Namen wie VIP, TOP und PRO, also Video Involvement Program, Tagungs-Optimierungsprogramm und Pro Praxis, eine Ärzteveranstaltung.

Wolfgang Altenstrasser_1993
1993 (Bild: Vok Dams)

Für Inszenierungen interessierte Altenstrasser sich aber auch. Über seine Eltern rutschte er in ein Abonnement der Volksbühne Solingen. Sein Germanistenherz schlug immer schon für die Bühne. Er erinnert sich an legendäre Inszenierungen wie „Nathan der Weise“ in der Regie von Peymann und in der Hauptrolle mit Traugott Buhre. Das prägte ihn wirklich nachhaltig, das war für ihn Theater von einem anderen Stern.

Lehrer und Anti-Establishment

Bei Vok Dams musste er aber den ersten Praxisschock überstehen. Als Lehrer war man schließlich damals Anti-Establishment. Aber als Altenstrasser kapierte, dass man eigentlich als Dienstleister arbeitet und dass man Dinge macht, die zwar vielleicht nicht notwendig, aber auch gut für die Leute sind, wurde es ihm sehr viel leichter ums Herz. So begann auch sein interner Aufstieg in der Agentur.

In den Neunzigern entwickelte sich Vok Dams wie die ganze Branche explosionsartig. 1983 waren es knapp 20 Mitarbeiter. Um die Jahrtausendwende 100. Inzwischen sind es sogar über 200. 1991 zog man dann in die weiße Villa an der Katernberger Straße und im 21. Jahrhundert eröffnete man auch Büros in der ganzen Welt. Im Gegensatz zu anderen ist die Wuppertaler Agentur aber gesund gewachsen, und so besteht sie im Gegensatz zu all ihren früheren Hauptkonkurrenten auch heute noch.

Wolfgang Altenstrasser_2003
2003 (Bild: Vok Dams)

Altenstrasser und die Ruhe in der Mitte

Aber nun nicht mehr mit Altenstrasser. Der geht dort in Rente. Er zitiert gerne dieses griechische Ideal der Ataraxie, das ist die Ruhe in der Mitte: „Also ich war in der Mitte, und um mich herum hat sich die Agentur bewegt. Das heißt, ich hatte so ungefähr 500 bis 600 Kolleginnen und Kollegen im Laufe der Zeit, ich hatte 17 Arbeitsplätze und sechs verschiedene Jobs in der Agentur.“ Also um sich zu bewegen, musste er gar nicht wechseln. Der Fixpunkt, um den sich das Vok-Dams-Universum drehte, war natürlich der Agenturgründer. Altenstrasser war immer nah dran und deshalb blieb er und schleuderte nicht aus der Bahn. Er ahnte, was der „Alte“ wollte. Vok Dams ist 15 Jahre älter und war schon eine Art Vaterfigur. Einer, der den Jüngeren im Beruflichen entwickelt. Man sprach damals stundenlang miteinander. Das prägt.

Heute hat man fast überhaupt keine Texte mehr. Man wirft einfach nur noch Bilder an die Wand, Mood-Bilder, und erzählt dazu. Man zeigt Animationen und fast ist es so, als würde ein Konzept getanzt werden, wie im Waldorfschülerwitz. Die Branche hat sich entwickelt, und man hat sich selber mitentwickelt. Das war hochspannend. Kaum zu glauben, dass man damals Live-Kommunikation „Below the Line“ wertete. Vok Dams hatte sich immer schon als Gesellschaft für Kommunikation begriffen und nicht als Eventagentur. Der Senior hat dafür gekämpft, dass man den Live-Kommunikationsagenturen zutraute, Marken zu führen, und nicht nur den klassischen Werbeagenturen. Manche sahen Vok Dams damals als Don Quijote. Altenstrasser wie Sancho Panza immer an seiner Seite. Die beiden Helden haben unter dem Strich gesiegt.

EBC Career Day 2018_2
2018

Die Zeit nach Vok Dams ist für Altenstrasser aber kein kompletter Ausstieg. Die Sachen, die er machte, macht er nämlich einfach gerne und mit Riesenspaß. Er wird beim Studieninstitut für Michael Hosang also weiter lehren. Ein Buchprojekt reizt ihn auch sehr. Sich fit halten will er auch: körperlich, aber vor allem geistig. Die Liebe zur Literatur ist geblieben. Er wird mehr lesen.

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In einer Präsentation auf der Abschlussveranstaltung des BaSiGo erläuterte Prof. Dr. Gebhard Rusch die Zusammenhänge von Sicherheit und Marketing.

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Niemals geht man so ganz…

    Wolfgang Altenstrasser verabschiedet sich und ich sage DANKE für die langjährige, erfolgreiche Zusammenarbeit und die besondere Loyalität zu mir persönlich, zu allen Mitarbeitern und zu unserer gesamten Unternehmensgruppe.

    Lieber Wolfgang Altenstrasser, es war mir ein Vergnügen!
    Vok Dams.

    Von: Wolfgang Altenstrasser (VOK DAMS GROUP)
    Gesendet: Freitag, 21. Juni 2019 15:59
    An: Vok Dams (VOK DAMS GROUP)
    Betreff: Niemals geht man so ganz

    Niemals geht man so ganz,
    irgendwas von mir bleibt hier,
    es hat seinen Platz immer bei dir.…
    (Trude Herr)

    Hallo Herr Dams,

    nach 35 Jahren bei VOK DAMS möchte ich mich heute von Ihnen verabschieden.
    Ich habe die Altersgrenze erreicht und so bietet sich mir die Chance,
    mich neu zu orientieren und weitere Akzente zu setzen.
    Diese Möglichkeiten möchte ich wahrnehmen.

    Es war eine erfolgreiche Lebens- und Berufsphase bei VOK DAMS,
    die mich sehr geprägt hat und auf die ich voller Freude und Begeisterung zurückblicke.
    Eine Zeit voller Herausforderungen, in der ich mit interessanten Aufgaben konfrontiert wurde,
    in der ich mit sehr vielen, sehr interessanten Menschen zusammengekommen bin
    und in der ich die Entwicklung der ganze Branche entscheidend miterleben und mitgestalten konnte.

    Nun ist es an der Zeit, in eine neue Phase aktiver selbstbestimmter Arbeit einzutreten,
    die auch eine weitere Zusammenarbeit mit VOK DAMS worldwide vorsieht.
    Neue Herausforderungen, auf die ich mich sehr freue.
    Meine Aufgaben im Bereich der Pressearbeit (Corporate Communication)
    bei VOK DAMS wird meine Kollegin Tania Nazzal übernehmen.
    Sie erreichen sie telefonisch unter +49 202 38 907181
    oder per Mail unter tnazzal@vokdams.de

    Sie steht Ihnen in Zukunft bei allen weiteren Fragen zur Verfügung
    und vermittelt Ihre Anliegen auch gern innerhalb des Hauses.

    „Man geht niemals so ganz“, das wusste schon Trude Herr.
    Und das gilt vor allem innerhalb unserer Branche.
    Ich bedanke mich für die bisherige Zusammenarbeit und bin sicher,
    dass wir uns bei der einen oder anderen Gelegenheit wiedersehen werden.
    Ich freue mich darauf.

    Herzliche Grüße
    Wolfgang Altenstrasser

    VOK DAMS worldwide

    Agency for Events and Live-Marketing
    Wuppertal – Hamburg – Munich – Frankfurt – Stuttgart – Berlin – Bordeaux
    Beijing – Shanghai – Dubai – London – New York – Prague – São Paulo – Madrid

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