Expo 2025 in Osaka

Wa! – mehr als ein Kreis: So macht der Deutsche Pavillon eine zirkulare Zukunft erlebbar

Die Expo 2025 in Osaka stand unter dem Motto „Designing Future Society for Our Lives“. Mit dem Deutschen Pavillon zeigte sich Deutschland als Innovationsmotor, Möglichmacher und Zukunftsgestalter – ganz im Sinne einer nachhaltigen und zirkulären Welt. Sein Titel „Wa! Germany“ steht für den japanischen Begriff der Harmonie, des Kreises und zugleich für „Wow” – ein emotionaler Brückenschlag zwischen Kultur, Gestaltungskraft und neuem Denken.

German Pavilion(Bild: German Pavilion / MIR LAVA ff)

Der Deutsche Pavillon auf der Expo 2025 Osaka ist ein Erlebnis, das unter die Haut geht – und bleibt. Statt einer klassischen Ausstellung eröffnet er einen Raum für Perspektivwechsel, Zukunftsfreude und echte Verbindung. Hier verschmelzen Architektur und Kommunikation, Natur und Technologie, Strategie und Emotion zu einem zirkulären Erlebnis – kuratiert, gestaltet und gelebt mit beeindruckender Konsequenz. Und mit einem klaren Ziel: eine Zukunft, in der Kreisläufe nicht nur gedacht, sondern gefühlt und gestaltet werden.

Anzeige

Architektur mit Haltung – der Pavillon als Exponat

Der Deutsche Pavillon bricht mit linearen Ausstellungskonzepten. Stattdessen schafft er ein immersives Erlebnis, das zum Erkunden, Staunen und Mitdenken einlädt. Die Architektur ist selbst das größte Exponat: mit Hanfbeton, Lehm, Platten aus Pilzmyzel, einem modularen Aufbau und einer Rückbaubarkeit, die neue Maßstäbe setzt. Das Gebäude lebt das, was es vermittelt – eine Haltung, kein Marketing. „Unser Anspruch war eine Wiederverwendbarkeitsquote von über 90%. Das war mutig, aber absolut richtig“, betont Christopher Hecker, Direktor Deutscher Pavillon.

German Pavilion(Bild: German Pavilion / Alexandre Olivieri Takography)

Storytelling, das berührt – Kommunikation als Erlebnis

Die Kommunikationsstrategie des Deutschen Pavillons setzt auf Storytelling, Atmosphäre und Haltung. Statt klassischer Informationsvermittlung entsteht ein Erlebnis, das emotional berührt und neue Denk- und Möglichkeitsräume eröffnet. Die Ausstellung ist bewusst offen gestaltet. Freeflow statt kuratierte Führung: Die Besucher:innen können den Pavillon in ihrem eigenen Tempo und nach ihren individuellen Interessen erfahren. So wird die Architektur selbst Teil des Storytellings. „Wir wollten kein reines Informationsangebot schaffen. Der Deutsche Pavillon ist ein Erlebnis, das Haltung zeigt – und eine emotionale Verbindung herstellt“, erklärt Andreas Horbelt, Kreativdirektor facts and fiction GmbH.

Zirkularität als Leitmotiv – von der Struktur bis zur Sprache

Der gesamte Pavillon folgt dem Prinzip der Zirkularität – inhaltlich, architektonisch und kommunikativ. Gebaut aus nachhaltigen Materialien ist das Gebäude selbst ein Exponat. Die Circulars – sprechende Maskottchen im japanischen Kawaii-Stil – führen in drei Sprachen durch die Ausstellung. Sie sind emotionale Brückenbauer und interaktive Guides, und machen komplexe Themen wie Kreislaufwirtschaft auf charmante, spielerische Weise zugänglich. „Die vielen Pflanzen im Innenraum erzählen die Vision von der Versöhnung von Natur und Technik. Plakativ – ja. Aber genau deshalb auch so verständlich“, ergänzt Horbelt.

German Pavilion(Bild: German Pavilion / Hotaka Matsumura)

Zirkuläre Lösungen – erlebbar im Rundgang

Der Deutsche Pavillon macht Zukunft nicht nur denk-, sondern auch begehbar. Die Menschen erleben eine Reise durch Materialien, Technologien und Ideen, die zeigen: Zirkularität ist keine Utopie, sondern bereits Realität in der Anwendung. Von biobasierten Kunststoffen und Urban Mining über Re-Use-Ansätze in Architektur und Textilien bis hin zu digitalen Tools für zirkuläres Design – die Vielfalt an Exponaten zeigt konkrete Lösungen für Wirtschaft, Gesellschaft und Alltag. Besonders eindrucksvoll: Die immersive Installation „Dream Machine”, in der mithilfe künstlicher Intelligenz Zukunftsstädte generiert werden – basierend auf den meist gewählten Konzepten und Themen der Besucher:innen.

Deutschland hat auf der Expo 2025 eine besondere Verantwortung. Der Pavillon steht für Nachhaltigkeit, Innovation – aber auch für Glaubwürdigkeit. Er positioniert Deutschland als Möglichmacher, der kooperativ, verantwortungsvoll und inspirierend handelt. Fortschritt bedeutet hier nicht nur technologische Exzellenz, sondern auch menschlichen Fortschritt, Vertrauen und Innovationskraft. Damit spiegelt der Pavillon die neue Zukunftsnarrativstudie „Made in Germany“ wider. „Deutschland ist weltweit das Land, dem man zutraut, Nachhaltigkeit und Technologie zu verbinden – und echte Lösungen zu liefern“, so Andreas Horbelt.

German Pavilion(Bild: German Pavilion / Alexandre Olivieri Takography)

Drei Impulse für eine zirkuläre Zukunft

Die drei Impulse „Kreislauf“, „Verbindung“ und „Begeisterung“ ziehen sich durch Architektur, Inhalte und Kommunikation. Sie zeigen: Nachhaltigkeit beginnt nicht bei der Technik, sondern bei der Haltung – beim Mut, anders zu denken und Menschen mitzunehmen.

  • Kreislauf: Alles beginnt mit dem Denken in Kreisläufen – von der Architektur bis zur Kommunikation.
  • Verbindung: Der Pavillon schafft echte Verbindung – zwischen Menschen und Natur, Themen und Perspektiven, Inspiration und Umsetzung.
  • Begeisterung: Emotion als Antrieb für Wandel – und für neue Bilder einer gemeinsamen Zukunft.

Was bleibt? Impulse für Gesellschaft, Wirtschaft und Kommunikation

Der Deutsche Pavillon ist mehr als eine temporäre Expo-Architektur. Er ist ein Möglichkeitsraum, ein Experimentierfeld, ein Prototyp für zirkuläre Gestaltung – und ein Aufruf zur Co-Kreation. Wer ihn betritt, verlässt ihn mit mehr als einem “Wow”. Oder wie Christopher Hecker es formuliert: „Wa! ist das, was alles miteinander verbindet: Die Harmonie, den Kreislauf und die Begeisterung für die Zukunft.“

German Pavilion(Bild: German Pavilion / Alexandre Olivieri Takography)

Über die Autorin:

Doris Hauser
Doris Hauser (Bild: Doris Hauser)

Doris Hauser ist Impact Designerin, Geschäftsführerin von Connectcom und Initiatorin von New.Impact.Thinking. Sie unterstützt Unternehmen und die MICE-Branche dabei, Nachhaltigkeit zu kommunizieren und zukunftsfähig zu gestalten. Mitglied der Initiative Nachhaltige Veranstaltungswirtschaft (I.N.V.) im B.A.U.M. e.V.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.