25 Jahre trendhouse

Events als Sucht: ein Vierteljahrhundert trendhouse

Einfach losmarschiert ist sie, ohne große Zweifel und voller Wagemut – als Brigitte Nußbaum vor 25 Jahren ihre Agentur trendhouse gründete, war noch nicht absehbar, wie erfolgreich sie mit ihrem Baby werden würde. Die Chefin und ihr Co-Geschäftsführer Martin Danner im Gespräch über ein Vierteljahrhundert Event.

Firmengründerin Brigitte Nußbaum und Geschäftsführer Martin Danner
Firmengründerin Brigitte Nußbaum und Geschäftsführer Martin Danner (Bild: Ina Zabel)

Ein BMW auf dem Olympiaturm und sechs Award-Auszeichnungen später wird klar: Statt zu zögern, setzt trendhouse auf Fantasie und Lebensfreude. Und ist damit erfolgreicher denn je. Im Interview verraten die trendhouse-Geschäftsführer Brigitte Nußbaum und Martin Danner, warum Events für sie wie eine Sucht sind.

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Frau Nußbaum, wie war das damals, als Sie trendhouse gegründet und beschlossen haben, sich selbstständig zu machen?

Brigitte Nußbaum: Das Beste ist, dass das gar kein großer Plan war. Ich habe einfach gemacht. Es war immer schon die Liebe zum Eventbereich, die ist seit Schulzeiten fest in mir verankert. Danach habe ich eine Lehre als Werbekauffrau gemacht und war bei zwei Unternehmen: Bei einem Radiosender habe ich relativ schnell die Events und bei einer Werbeagentur die Messen für deren Kunden organisiert. Nach dem Studium hatte ich das Glück, dass mir beide einen Job angeboten haben. Weil ich aber sowohl das Internationale als auch den Showcharakter beim Radio spannend fand, konnte ich mich nicht entscheiden. In der Zeit bat mich ein Freund, eine Idee zu entwickeln, wie wir einen BMW kostengünstig, aber dennoch groß in Szene setzen könnten. Da kam der Einfall: Den heben wir auf den Olympiaturm in München. Am Abend des Events, als alle Gäste gegangen waren, habe ich auf das funkelnde München herabgeschaut und mir gesagt: Mädchen, das machst du selbstständig. Und die zwei, die dich haben wollen, sind deine ersten Kunden.

 

Ich kann mir vorstellen, dass es zu dieser Zeit noch schwieriger war, als Frau stark als selbstständige Unternehmerin in diesem Business aufzutreten. Welche Erfahrungen haben Sie diesbezüglich in der Branche gemacht und haben die sich mit der Zeit verändert?

Nußbaum: Ich habe es immer als positiv gesehen, eine Frau zu sein. Interessanterweise hat man den Eventbereich einer jungen Frau auch direkt zugetraut. Mir wurden nie Steine in den Weg gelegt, weil ich eine Frau bin.

 

Das trendhouse-Team
Das trendhouse-Team (Bild: Ina Zabel)

 

Welche Werte und Normen werden in Ihrem Unternehmen vertreten, die für Sie und das Team wichtig sind?

Nußbaum: Ein respektvolles faires Miteinander. Hilfsbereitschaft ebenso. Wenn junge Leute dazukommen, steht ihnen die Tür immer offen. Man fragt und lässt sich helfen und unterstützen. Das gibt ein gemeinsames Erfolgserlebnis und schweißt zusammen. Unsere Projektleiter haben zudem ein hohes Maß an Freiheit, Dinge anzugehen, sich die Partner auszusuchen, sich ihre Teams zusammenzustellen, das Event zu konzeptionieren und es schließlich umzusetzen.

 

Es gibt nicht viele Agenturen, die sich über so einen langen Zeitraum so erfolgreich gehalten haben. Was ist Ihr Geheimnis?

Martin Danner: Es hat mit dem Spirit zu tun, die Leute müssen das gerne machen. Das merken auch die Kunden. Man braucht die Lust, bestimmte Dinge machen zu wollen. Nicht stillstehen, sondern den unbequemen Weg gehen. Alte Ideen in die Schublade packen, um neue, noch bessere zu entwickeln. Irgendwann kommt die Technik nicht mehr nach und man weiß, man ist an der richtigen Stelle. Das ist der Antrieb, der uns in den 25 Jahren hat wachsen lassen. Dazu gehören natürlich auch die Kunden, die den Mut haben, einen solchen Schritt mitzugehen.

 

„Die unbedingte Liebe zum Detail, keine Kompromisse, das macht ein trendhouse-Event aus”

Brigitte Nußbaum

 

Trendhouse macht nicht nur Event, sondern bietet Full-Service. Ist der heutzutage ein Muss?

Nußbaum: Erst dann ist es der Garant, dass alles aus einem Guss ist.

Danner: Für uns war klar, dass unsere Aufgabenstellung ganzheitlich ist. Unser Konzept war immer: Das ist die Idee, das ist die Geschichte und drum herum wird gebaut. So waren wir als Team immer schon aufgestellt. Da gibt es die Leute, die bei der Umsetzung gut sind, es gibt den Kreativpart, es gibt die Leidenschaft, Dinge zu inszenieren. Es gibt natürlich auch die Agenturen, die sich bewusst anders entscheiden und nur einen bestimmten Part machen wollen. Die wollen dann beispielsweise nur beraten und sich darauf konzentrieren.

Nußbaum: Eine Kombination ist perfekt. Bei dem einen Kunden ist das eine mehr gefragt, bei dem anderen liegt der Schwerpunkt woanders. Manchmal kommt man auch über die eine Schiene rein, kann die zweite aber mit abdecken. Man muss offen sein, um den Markt gut bespielen zu können.

 

Tanz mit Lichtkugel_Island
Die Preisverleihung in Island inszeniert den Moment des größten Erfolgs mit Schneekugeln, Nordlicht, Vulkanen und Gletschern. (Bild: Felix Faller)

 

Die Anforderungen der Kunden haben sich also in den letzten 25 Jahren schon sehr stark verändert?

Nußbaum: Man hat sich ja auch weiterentwickelt. Kleinere Sachen wie Catering oder die Suche nach einem Künstler kann der Unternehmer heute selber umsetzen, das ist keine Daseinsberechtigung für eine Agentur. Man braucht Verständnis für Kommunikation. Auch Change-Prozesse, Digitalisierung sind große Themen, die gerade tief in Unternehmen eingreifen. Da kann ich nicht einfach eine Mail an alle Mitarbeiter schreiben, da muss ich kommunizieren. Und das mache ich mit Event. Weil viele Kunden damit überfordert sind, kommen wir ins Spiel und bringen etwas Luft in dieses ganze Dickicht. Wir überlegen dann, wie wir diese Themen auf die Bühne bringen können, damit sie informativ, aber auch hochemotional sind.

 

Was macht ein trendhouse-Event aus?

Nußbaum: Die unbedingte Liebe zum Detail, keine Kompromisse. Alles ist genau durchdacht: Wie kann man noch eine emotionale Schiene oder eine weitere Ebene mit einbringen, um ein ganzheitliches Erlebnis für den Kunden zu schaffen?

 

„Events zu machen, ist eine Sucht, man kann einfach nicht mehr aufhören”

Martin Danner

 

Was macht für Sie ein gelungenes Projekt aus?

Nußbaum: Wenn man Momente geschaffen hat, die haften bleiben. Das kann bei einer Preisverleihung sein, bei der nicht nur der Preisträger gerührt ist, sondern auch das ganze Auditorium mitfiebert. Die Kunst ist es, den Preisträger würdig erscheinen zu lassen, die anderen aber nicht zu langweilen. Eben Magic Moments auf der Bühne zu erschaffen, dass überall eine Gänsehaut entsteht und alles mucksmäuschenstill ist, um diese Momente zu genießen. Das tut der Gast, das tut das Publikum und das tun auch wir. Das ist ein Traumberuf, Menschen im Kontext eines Unternehmens in einer bestimmten Situation glücklich zu machen. Es ist mehr als ein Beruf, es ist eine Leidenschaft.

Danner: Das ist schon irgendwie eine Sucht, man kann einfach nicht mehr aufhören.

 

Große Geste auf großer Bühne: Change, Digitalisierung, Kundenzentrierung inszeniert im Raum.
Große Geste auf großer Bühne: Change, Digitalisierung, Kundenzentrierung inszeniert im Raum. (Bild: Katerina Kepka)

 

Lassen Sie uns abschließend in die Zukunft, ins Jahr 2044 schauen, weitere 25 Jahre später. Welche Trends und Entwicklungen haben die Branche bis dahin nachhaltig verändert und wie hat sich trendhouse weiterentwickelt?

Danner: Ein Trend, der sich fortsetzen wird, ist, dass uns die Kunden immer mehr als Berater sehen werden. Das manifestiert sich ja in den letzten Jahren, weil sie wissen, dass wir ein breiteres Wissen über die verschiedensten Branchen haben und an dieser Stelle einen wichtigen Input liefern können. Beratungskompetenz in Verbindung mit der Kompetenz, Botschaften so emotional zu inszenieren, dass sie auch verfangen. Man wird aber auch immer technisch bleiben, das ist zeitbedingt. Der technische Aspekt rückt jedoch hinter die Story.

Nußbaum: Er wird integriert. Und ich glaube auch, das Face-to-Face ist durch nichts zu ersetzen. Reicht es bei der ganzen Digitalisierung, dass ich GoTo-Meetings mache, um die Leute nicht mehr alle an einen Ort bringen zu müssen? Genau das Gegenteil ist der Fall! Die Menschen haben ein Bedürfnis, sich gegenseitig in die Augen zu sehen und zu reden. Es gibt ein Miteinander mit viel Interaktion, Auseinandersetzungen zu einem bestimmten Thema im Unternehmen und dann fliegt man voller Lust und Motivation wieder zurück. Das Miteinander zählt.

 

Vielen Dank für das Gespräch.

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